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Leserbriefe vom
10.8.2026Datum auswählen
Kinderliebe ist keine Rechnung – Kinderlosigkeit nicht die Lösung
„Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen.“ Mit diesem Satz sorgte Bundeskanzler Christian Stocker für heftige Diskussionen. Er hat sich dafür entschuldigt und seinen Sager als falsch bezeichnet. Das ist anzuerkennen. Doch hinter dieser Aussage steckt eine Frage, die weit über den politischen Aufreger hinausgeht: Was ist die Leistung von Eltern wert, wenn dafür kein Gehalt auf dem Konto landet? Familie ist kein Business Case. Eine Mutter steht nachts auf, ein Vater fährt sein krankes Kind zum Arzt – nicht für Geld, sondern aus Liebe. Aber Liebe und Arbeit schließen einander nicht aus. Kinder versorgen, trösten, organisieren, begleiten, nachts aufstehen und am nächsten Morgen wieder funktionieren: Das ist Arbeit, auch wenn dafür kein Lohnzettel ausgestellt wird. Wer diese Leistung nicht anerkennt, verkennt nicht nur die Liebe, sondern auch die Realität von Familien. Wer wegen der Kinder beruflich zurücksteckt, Teilzeit arbeitet oder für Jahre aus dem Beruf aussteigt, verzichtet auf Einkommen, Karrierechancen und spätere Pensionsansprüche. Das ist keine Theorie: Österreich verzeichnete 2025 mit 76.067 Geburten den niedrigsten Stand seit 2001. Gleichzeitig starben 87.902 Menschen – 11.835 mehr, als geboren wurden. Damit war die Geburtenbilanz zum sechsten Mal in Folge negativ. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau lag mit 1,30 auf einem neuen Tiefststand. Doch in jedem Kind wächst nicht nur das Glück einer Familie, sondern auch die Zukunft unseres Landes. Eltern begleiten damit die nächste Generation ins Leben. Niemand verlangt, Elternschaft zu vermarkten oder Liebe in Geld aufzuwiegen. Aber wer Kinder großzieht, darf daraus nicht langfristig zum Verlierer werden. Familienpolitik muss nicht die Liebe bezahlen – sie muss dafür sorgen, dass Elternschaft nicht zum Nachteil wird. Eine Gesellschaft, die sich über zu wenige Kinder sorgt, darf jene, die Kinder bekommen und großziehen, nicht gleichzeitig so behandeln, als wäre ihre tägliche Leistung selbstverständlich. Was Eltern ihren Kindern an Liebe schenken und von ihnen zurückbekommen, kann kein Geld der Welt aufwiegen. Gerade deshalb darf die Betreuung von Kindern nicht unsichtbar werden.
Alessandro Ferrari
Europa brennt
Europa brennt. Mit der Kraft einer Atombombe zerstört das Feuer alles. Es fegt über Spanien, Frankreich, Griechenland usw. hinweg und vernichtet Flächen in der Größe ganzer Bundesländer Österreichs. Hunderttausende Menschen mussten evakuiert werden, ganze Existenzen wurden ruiniert. Wo früher Wälder, Wiesen und Blumen standen, gibt es jetzt nur glühendes verdorrtes wüstenähnliches Gebiet, wo verkohlte Tierkadaver herumliegen. In Amerika, Australien und Kanada ist es ähnlich – und trotzdem gibt es noch immer Menschen, die es leugnen, dass sich unsere Welt klimatisch völlig verändert hat. Es geht wieder einmal um Politik, anstatt sich Gedanken über die Zukunft unserer gefährdeten Welt zu machen; in einer Welt der Kriege und des Wahnsinns versuchen manche ihr politisches Süppchen zu kochen.
Heinz Vielgrader
„Hundsarbeit“
Als Hundsarbeit bezeichnet AK-Präsidentin Anderl die Zeit der Kindererziehung. Meine Gattin und ich haben das immer anders empfunden. Das Erleben, wie sich Kinder entwickeln und eigene Persönlichkeiten werden, ist eine der schönsten Erfahrungen, die das Leben gibt.
Walter Giritzer
AK-Chefin Anderl
Sicher war es nicht richtig, was BK Stocker gesagt hat. Auch ich war darüber erst erstaunt, dann verärgert, denn ich hätte ihm diese Haltung nicht zugetraut. Immerhin hat er sich dafür entschuldigt und wird ob der harschen Kritik sein Verhalten doch überdenken. Was mich aber sehr stört, ist die Aussage der AK-Chefin Anderl. Der Ausdruck Kinder seien eine „Hundsarbeit“ ist völlig unangebracht! Ja, Kinder bedeuten Arbeit! Doch vieles machen Eltern, weil sie verantwortungsvolle Eltern sind. So gesehen würde ich sagen, wer seine Kinder liebt und in welcher Situation auch immer zu ihnen steht, wird das nie in Arbeit aufrechnen. Ja, Kinder kosten auch Geld, doch das lässt sich auch nie aufrechnen. Sicher könnte man stundenlang darüber diskutieren, welche der Aussagen unpassender war. Für mich war eindeutig die Aussage von Frau Anderl die unpassendere.
Christine Fritz
Politikergehabe
Kann erklärt werden, warum führende Politiker der Meinung sind, dass ihre Aussagen und Festlegungen trotz nachweislicher Verfehlungen letztendlich immer korrekt und ehrlich sind und die Arbeit immer fehlerfrei ist? Kaum sitzen sie in den ihnen anvertrauten Stühlen, bringen sie ein Gehabe an den Tag, welches selbst Fachleute und Experten nicht kritisieren dürfen. Für so manche führenden Politiker sind die Rösser, die sie besteigen, viel zu hoch oder sie sitzen, ohne es zu merken, verkehrt am Pferd. Selbstüberschätzung, Sturheit und Egoismus sind offensichtlich Fremdwörter für Politiker und sie warten lieber ab, bis sie vom Sattel fallen, um danach in eine noch bessere Position gehoben zu werden! Den Schaden, den sie verursachen, muss ja ohnehin das Volk übernehmen und so versickert das Steuergeld täglich mehr. Vielleicht sollten sich die „Volksvertreter“ vor Amtsantritt vor einem Gremium einem IQ-Test unterziehen?
Kurt Novotny
Wie lange noch?
Ich glaube, dass sehr wohl viele politische Entscheidungen eine Auswirkung auf unsere direkte Umwelt haben. Durch Kriege, Klimaveränderungen aufgrund von Umweltverschmutzung, Verschmutzung der Gewässer usw. bringen wir unseren Planeten an den Rand eines Kollapses. Wir muten unserer Umwelt schon viele Jahre lang mehr zu, als sie ertragen kann. So ist eben die Natur vieler Menschen, dass sie keine Rücksicht auf ihren Lebensraum nehmen. Wie lange das noch gut geht, wissen wir alle nicht, aber einen kleinen Beitrag leisten können wir alle zum Umweltschutz.
Wolfgang Ertl
Erziehungsarbeit
Kindererziehung ist eine schöne Lebensaufgabe, für die man sich meistens frei entschieden hat. Sobald man diese Aufgabe als Arbeit sieht und vom Staat auch noch Anerkennung in Form von Geld erhalten will, läuft grundsätzlich etwas schief. Familien werden vom Staat, also uns allen, in Österreich genug gefördert und Kinder soll man bekommen, wenn man sich diese wirklich wünscht und leisten kann. Man sollte sich von Anfang an bewusst sein, dass Kinder Geld kosten, ansonsten sind Verhütungsmittel die billigere und bessere Option.
Ingeborg Gasselseder
BK Stocker und seine Aussage
Auch wenn sich der Bundeskanzler für seine wirklich katastrophale Aussage entschuldigt hat, ändert dies nichts an seiner Einstellung. Denn es ist psychologisch erwiesen, dass in „Stresssituationen“ die innerste Einstellung zu solchen Themen nach außen transportiert wird. Daher ändert seine Entschuldigung nichts an seiner innersten Einstellung und ist auch nichts wert. Der einzige Vorteil seiner Aussage ist der, dass man jetzt weiß, wie der Chef der sogenannten Familienpartei wirklich denkt.
Herbert Schöberl
E-Scooter und Schädel-Hirn-Trauma
Niemand kam 1976 auf die Schnapsidee, die Gurtpflicht nur für eine gewisse Altersgruppe einzuführen. Bei den E-Scooter-Vorgaben hingegen wird diesbezüglich ein unerträglicher Eiertanz aufgeführt. Das Explodieren der Verletzungszahlen wäre doch Anlass genug, wirksam einzugreifen. Im Jahr 2025 mussten rund 10.200 Menschen nach E-Scooter-Unfällen in heimischen Krankenhäusern behandelt werden. Das waren um 2700 Verletzte mehr als im Jahr davor. Unbestrittene Tatsache: Eine generelle Helmpflicht würde jährlich rund 1000 Schädel-Hirn-Verletzungen verhindern. Dem zögerlichen Verkehrsminister Peter Hanke erlaube ich mir ins Stammbuch zu schreiben: „Sie, werter Herr Minister, haben die einmalige Gelegenheit, in Sachen Vorsorge Geschichte zu schreiben. Jedes nicht stattgefundene Schädel-Hirn-Trauma wäre dann Ihrer Erfolgsliste zuzurechnen. Greifen Sie einer Entwicklung vor, welche kommen wird wie das Amen im Gebet. In ein paar Jahren ist der Helm am Kopf jedes E-Scooter-Benützers genauso selbstverständlich wie jetzt der Sicherheitsgurt im Pkw.“
Dr. Wolfgang Geppert
E-Scooter und Helmpflicht
Warum gibt es nicht für alle Benutzer von E-Scootern die Helmpflicht? Das wäre für die Polizei auch viel einfacher zu kontrollieren.
Leopold Kummer
Helmpflicht für E-Scooter-Fahrer
Ich verstehe nicht, warum der Verkehrsminister bezüglich der Helmpflicht für E-Scooter-Fahrer so schwammig herumdrückt. Warum macht er nicht eine generelle Helmpflicht für E-Scooter-Fahrer? Als Motorradfahrer bin ich auch zum Tragen eines Helmes verpflichtet. Aber das ist typisch für unsere Politiker, auf der einen Seite wollen sie unser ganzes Leben reglementieren, auf der anderen Seite arbeiten sie wie die Schildbürger.
Günter Pock
Hitzefrei?
Natürlich ist es nett, wenn der Staat, die Gesellschaft, die Firmen usw. für alles bezahlen. Hitzefrei, Familienzeit, Urlaubszeit, Krankenstände usw. Das ist auch nett, aber irgendwer muss das auch bezahlen. Wenn Mitarbeiter am Bau 52 Wochen bezahlt bekommen, 5 Wochen Urlaub haben, 2 Wochen in Krankenstand sind, 2 Wochen Feiertage und 7 Wochen hitzefrei haben sowie z. B. zwei Wochen Familienzeit, dann muss in 34 Wochen das erwirtschaftet werden, was über 52 Wochen bezahlt wird. Wenn wir noch mehr bezahlte Freizeiten einführen, dann kippt das System. Es wird schön langsam vernünftiger, dass man nur mehr für die Zeit bezahlt wird, in der jemand anwesend ist. Denn: Ich bezahle keine Baufirma, Reinigungskraft, Lehrkraft und Co., während diese gerade in einer „Nicht-Dienstzeit-Phase“ ist. Ihre „Arbeit“ mit den Kindern werde nicht ich bezahlen. Und wenn der Staat das bezahlen soll, erhöhen wir doch einfach mal kräftig die Steuern.
Heidi Schönmüller
Stadtrat Hacker
Ich habe diesen Satz von Stadtrat Hacker dreimal lesen müssen, da ich dachte, ich habe falsch verstanden. Aber nein, er hat wirklich gesagt, dass er eher Flüchtlinge – die keinen Euro in unseren Steuertopf einzahlen – einem Patienten aus Gramatneusiedl vorzieht. Mit dieser Aussage wird die SPÖ wieder jede Menge Wählerstimmen verlieren und der FPÖ zuspielen.
Elisabeth Rosner
Neues Design für 100-Euro-Note
Ich habe am Sonntag Ihren Bericht gelesen, dass sich die EU Gedanken macht über das neue Design für die Euronote. Ich frage mich nur, hat man in Brüssel keine anderen Sorgen?
Anna Demmer
Bauern brauchen Hilfe
Es ist in unser aller Interesse, wenn der Landwirtschaft jetzt geholfen wird. Wenn Bauern aufgrund dieses katastrophalen Sommers das Handtuch werfen, dann sind wir in Zukunft gezwungen, Lebensmittel zu importieren, deren Entstehung nicht so einwandfrei geklärt ist wie jene unserer heimischen Waren. Spekulanten werden die derzeitige Notlage ausnützen, um etwa aus dem Überangebot an Rindfleisch Gewinne zu machen. „Der Staat“ (das sind wir alle) muss der Landwirtschaft nun jede mögliche Hilfe gewähren – die Regierung mit finanziellen Mitteln und wir als Konsumenten durch unser Kaufverhalten. Helft unseren Bauern aus der Not – sie sorgen für unser täglich Brot!
Franz Weinpolter

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