Muster erkennbar

Warum wir morgens besser gelaunt sind als abends

Leben
05.02.2025 10:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Unser Gefühl von Glück, Erfüllung, Zufriedenheit oder Einsamkeit könnte nicht nur von den Lebensumständen, sondern auch von der Tageszeit und dem Wochentag beeinflusst werden. Eine britische Studie zeigt, dass die Stimmung der Menschen in der Regel am frühen Morgen am positivsten ist, während sie am späten Abend am negativsten ausfällt.

Feifei Bu, Jessica Bone und Daisy Fancourt analysierten Daten aus der Covid-19-Sozialstudie* des University College London, die von März 2020 bis zu zwei Jahre lief.

Die Erkenntnisse:

  • Im Allgemeinen zeugten die Antworten morgens von größerem Wohlbefinden und gleichzeitig von den geringsten Symptomen von Ängstlichkeit, Depression oder Einsamkeit. 
  • Auch die Hinweise für Glück, Lebenszufriedenheit und Erfülltheit waren zu dieser Tageszeit tendenziell am deutlichsten. Umgekehrt fielen diese Indizien gegen Mitternacht tendenziell am negativsten aus.
  • Auch der Wochentag scheint eine Rolle zu spielen, wenn auch eine eher kleine. So beobachteten die Wissenschaftler, dass Glück, Lebenszufriedenheit und Selbstwertgefühl montags und freitags etwas ausgeprägter waren als sonntags. 
  • Die Hinweise auf gefühlte Einsamkeit schienen jedoch unabhängig vom jeweiligen Wochentag zu sein. Und: Die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden variierten an Wochenenden stärker als unter der Woche.
  • Wenig überraschend war der Einfluss der Jahreszeit: Im Vergleich zum Winter neigten Menschen in den anderen Jahreszeiten zu einem niedrigeren Niveau an Einsamkeit sowie weniger Symptome von Angst oder Depression. Gleichzeitig waren die Werte für Glück, Lebenszufriedenheit und das Gefühl eines lebenswerten Lebens in diesen Jahreszeiten höher.

Wie Bu, Bone und Fancourt selbst einräumen, handelt es sich um eine reine Beobachtungsstudie, die keine Aussagen zu den Ursachen der beschriebenen Muster zulässt. Zudem könnte die Wahl des Zeitpunkts, zu dem die Teilnehmer die Fragebögen ausfüllten, die Ergebnisse beeinflussen. Ebenso könnten sich Schlafzyklen, „Körperuhr“, Breitengrad oder das Wetter ausgewirkt haben.

*Sudie: 49.218 Teilnehmer füllten regelmäßig Fragebögen aus, in denen sie Angaben zu ihrem Glücks- und Zufriedenheitsgefühl sowie zur Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeiten machten. Zusätzlich wurden Uhrzeit, Wochentag, Jahreszeit sowie demografische Daten wie Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Bildungsstand, Beschäftigungsstatus, Wohnort und gesundheitliche Faktoren erfasst. Da Frauen (76,5 Personen) und Personen mit höherem Bildungsniveau (68 Personen) überrepräsentiert waren, wurde die Stichprobe entsprechend gewichtet, um repräsentative Ergebnisse zu gewährleisten.

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