Zwei Jahre nach Beben
400.000 Türken leben immer noch in Containern
Zwei Jahre nach den zerstörerischen Erdbeben in der Türkei leben weiterhin 400.000 Menschen in Containern. Sie hätten regelmäßige Wasser- und Stromausfälle sowie schlechte Hygienebedingungen, teilte die türkische Bauingenieurskammer mit.
Wie berichtet, erschütterte am 6. Februar 2023 ein Erdbeben der Stärke 7,7 den Südosten der Türkei und Nordsyrien. Wenige Stunden später folgte ein zweites Erdbeben der Stärke 7,6. Insgesamt war eine Fläche betroffen, die etwa so groß wie Griechenland ist. 53.737 Menschen kamen ums Leben, 107.213 wurden verletzt. Zehntausende Gebäude stürzten ein, noch mehr wurden beschädigt. „Die Erdbeben hatten die 2.000-fache Kraft der Atombombe, die auf Hiroshima abgeworfen wurden“, teilte die Katastrophenschutzbehörde Afad mit.
Aufbau läuft noch
Zwei Jahre nach den Erdbeben sind laut Regierungsangaben 182.000 Arbeiterinnen und Arbeiter auf Baustellen im Einsatz. 200.000 Wohnungen oder Gewerbeeinheiten wurden bisher übergeben. 31 Prozent der versprochenen Wohnungen seien das bisher nur, kritisierte die Bauingenieurskammer.
Andere kritisieren die Geschwindigkeit, mit der die Gebäude hochgezogen werden. Um möglichst schnell zu bauen, würden Betonmischanlagen in die Nähe von Unterkünften gebaut und Menschen damit einer gesundheitsgefährdenden Staubbelastung ausgesetzt, hieß es von der Türkischen Ärztekammer. Andere fürchten, bei der Geschwindigkeit könnten Baumängel übersehen werden.
Auch für die hohe Opferzahl bei den Erdbeben werden Baumängel verantwortlich gemacht. 149 Gerichtsprozesse sind bisher abgeschlossen, gegen 189 Angeklagte wurden Gefängnisstrafen und Urteile verhängt. Fast 2000 weitere Prozesse laufen noch.
Nächstes Erdbeben in Istanbul?
Fachleute gehen davon aus, dass die Erde rund um die Millionenmetropole Istanbul bald beben könnte. Die Erdbebenwarte Kandilli gibt die Wahrscheinlichkeit für ein Beben mit einer Stärke über 7 bis zum Jahr 2030 mit 60 Prozent an. 100.000 Gebäude in Istanbul seien stark einsturzgefährdet.










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