08.09.2019 13:48 |

Messe-Ausblick

Die Neuheiten der gar nicht mehr so großen IAA

Die IAA, eine der wichtigsten Automessen der Welt, muss dieses Jahr die Absagen vieler Hersteller verkraften. Mehr als ein Dutzend der großen Marken werden wir ab 10. September auf dem Frankfurter Messegelände vergeblich suchen. Von Bedeutungslosigkeit kann aber noch längst nicht die Rede sein. Hier ein Überblick über das, was kommt - und das, was nicht kommt.

Nachdem Volkswagen im Vorjahr den Pariser Salon geschwänzt haben, glänzen auf der IAA die französischen Marken mit Abwesenheit: Weder die Renault-Gruppe (Renault, Dacia, Alpine) noch die PSA-Marken Peugeot, Citroën und DS stellen in Deutschland aus. Doch auch die meisten Japaner bleiben fern, vom Branchenriesen Toyota samt Lexus über Suzuki, Subaru, Nissan und Mitsubishi bis Mazda. Gegen die IAA haben sich auch Volvo Cars, Chevrolet, Cadillac, Rolls-Royce und Aston Martin entschieden. Desgleichen Fiat Chrysler (FCA) mit seinen Marken Fiat, Chrysler, Jeep, Alfa Romeo und Abarth.

Alpina
Der auf BMW-Modelle spezialisierte Fahrzeugveredler zeigt die B3-Variante des neuen 3er Touring. Der sportliche Kombi knackt mit seinem 450 PS starken Dreiliter-Sechszylinder die 300-km/h-Marke.

Audi
Audi hat neue Modellvarianten, Facelifts und Sportversionen im Gepäck. Einen besonders muskulösen Auftritt hat der RS 6, der dank eines 600 PS starken V8-Motors schneller als je zuvor sein dürfte. Flankiert wird die Leistungsoffensive von Neuauflagen des S6 beziehungsweise S7, die es künftig ausschließlich mit Dieselpower auf immerhin noch 349 PS bringen werden. Zudem werden die Ingolstädter zwei Derivate bestehender Baureihen vorstellen: Der neue Q3 bekommt als Schwestermodell eine Coupé-Variante mit angeschrägtem Heck, die technisch weitgehend dem Standard-Q3 entsprechen wird. Darüber hinaus erweitert Audi die Kleinwagenbaureihe A1 um eine hochgelegte Variante mit Namenszusatz Citycarver, die mit einem robusteren Styling etwas SUV-Flair vermitteln soll. Schließlich werden sich einige Facelifts auf dem Ingolstädter Messestand präsentieren. Frischzellenkuren gibt es für Q7, A4 Avant und A5. Und jeder Menge RS-Modelle!

BMW
Die Münchener werden gleich zwei wichtige Volumenmodelle jeweils in Neuauflagen vorstellen. So feiert die dritte Generation des Kompaktmodells 1er seine Messe-Premiere. Der macht vieles anders als die Vorgänger. Unter anderem wurde die mindestens 29.450 Euro teure Neuauflage auf eine Front- statt der traditionellen Heckantriebsplattform gestellt. Zudem wird es ihn nur noch mit vier Einstiegstüren geben. Ebenfalls neu ist der 3er Touring, der künftig einen 500 bis 1.500 Liter fassenden, variablen Kofferraum bieten wird. Sportlicher Höhepunkt ist der M8, der in seiner stärksten Ausbaustufe mehr als 600 PS aus einem doppelt aufgeladenen V8-Benziner kitzeln wird. Außerdem zeigt BMW noch den X6, der im November 2019 auf den Markt kommt. Der Allradriese mit Coupédach ist in der Länge auf 4,94 und in der Breite auf 2,0 Meter gewachsen. Das Leistungsspektrum der Diesel und Benziner reicht von 265 PS bis 530 PS. Als Blickfang gibt es zudem das Showcar X6 Vantablack Vbx2, welches sich durch eine Lackierung in „Super-Schwarz" mit lichtschluckender Nano-Struktur auszeichnet. Das Schwestermodell X5 wird BMW erstmalig als Sicherheitsfahrzeug mit VR6-Panzerung vorstellen. Ebenfalls erstmalig einem größeren Publikum gezeigt wird das Konzeptfahrzeug Vision M Next. Der keilförmige Flügeltürer mit einem über 600 PS starken Hybridantrieb soll zeigen, wie sich die elektrische und autonome Autozukunft mit dem Fahrspaß-Prinzip à la BMW in Einklang bringen lässt.

Brabus
Der Ruhrpott-Tuner Brabus hat ein Leistungspaket für den Mercedes-AMG A35 geschnürt, welches den Kompakten 350 PS stark macht. Neben dem Chiptuning sorgen speziell abgestimmte Anbauteile außerdem optisch für Schärfe.

Cupra
Seats Sport-Ableger Cupra wird elektrisch. Die inzwischen eigenständige Marke zeigt mit dem Tavascan die Studie coupéhaften SUVs mit Elektromotor. Im Innenraum dominiert ein Lenkrad mit großen Bedienknöpfen für Fahrmodus und Motorstart, die an Supersportwagen erinnern. Als Basis für die Studie dient der elektrische Konzernbaukasten (MEB), den auch das kommende Kompaktauto VW ID.3 nutzt. Das Cupra-Concept lotet nun dessen sportliches Potenzial aus.

Edag
Der Autozulieferer Edag wird zwei Neuheiten auf der Messe vorstellen. Scalebase heißt eine E-Plattform für gehobene Fahrzeugklassen, die es Autoherstellern zu verhältnismäßig niedrigen Kosten erlauben soll, neue Elektromodelle zu entwickeln. Mit dem Citybot zeigt Edag zudem ein neues Mobilitätskonzept, welches autonom fährt und sich für gänzlich unterschiedliche Transport- und Dienstleistungsaufgaben, vom Persontransport bis zum Grünschnitt, einsetzen lässt.

Ford
Auch bei Ford wird es sportlich. Unter anderem zeigen die Kölner den Focus ST, der zu Preisen ab 41.000 Euro in der Benzinervariante immerhin 280 PS mobilisiert. Wichtiger jedoch ist der Ford Puma, bei dem es sich um ein 4,19 Meter langes, hochbeiniges Fiesta-Derivat handelt. Als Besonderheit bietet er ein neuartiges Kofferraumkonzept mit Staubox unter dem eigentlichen Laderaum. Beim Antrieb setzt der Puma zunächst auf die Dreizylinder-Benziner des Fiesta mit bis zu 155 PS. Fast wie eine XL-Version des Puma sieht die Neuauflage des Kompakt-SUV Kuga aus. Die nunmehr dritte Generation soll Anfang 2020 in auf den Markt kommen.

Honda
Allein Honda wird auf der IAA die japanische Flagge hochhalten. Wichtigste Neuheit ist der Honda E, ein rein elektrisch getriebener Kleinwagen mit charmanter Retro-Aura und einem mit vielen Displays garniertem Cockpit. Der 2020 verfügbare Mini soll 110 kW/150 PS leisten und 200 Kilometer Reichweite bieten.

Hyundai
Hyundai ist neben Honda der einzige große asiatische Hersteller mit einem eigenen Messestand, auf dem es einiges Neues zu entdecken gibt. Dazu gehört unter anderem die Neuauflage des Kleinstwagenmodells i10, das sich optisch vom niedlichen Stadtfloh zum kleinen Muskelpaket gewandelt hat. Außerdem gibt es neue Helferlein wie den Notbremsassistenten, der auch auf Fußgänger reagiert, sowie Aufmerksamkeits-, Spurhalte- oder Fernlichtassistent. Des Weiteren zeigen die Koreaner den neuen Kona Hybrid, der einen effizienten Antrieb sowie ein gehobenes Ausstattungsniveau bietet. Sogar ausschließlich elektrisch angetrieben wird ein neuer Rennwagen von Hyundai, mit dem der Konzern ein neues Kapitel in seiner Motorsportsparte aufschlagen will. Schließlich haben die Koreaner ein völlig neues Modell für Europa angekündigt, welches eine neue Designrichtung einschlagen und bei Sicherheitsausstattung sowie Konnektivität punkten soll.

Kia
Hyundais Schwestermarke Kia wird auf einen eigenen Messestand in den IAA-Hallen verzichten. Allerdings will man sich im Freigelände mit Offroadern präsentieren. Dazu dürfte auch der neue XCeed gehören, bei dem es sich um eine Mixtur zwischen Schrägheck-Limousine mit sportlichen Coupé-Ambitionen und einem klassischen, höher gebauten SUV handelt. Der Neue baut 4,2 Zentimeter höher als die Ceed-Limousine und ist rundum mit allerlei SUV-Attributen versehen.

Land Rover
Eine mit viel Spannung erwartete Neuheit von Land Rover ist der völlig neue Defender. Dieser soll sich wie sein Vorgänger durch besonders hohe Geländekompetenz auszeichnen, zugleich aber technisch und optisch deutlich moderner als bisher sein. Details wurden bislang allerdings noch nicht verraten. Im März 2020 wollen die Briten mit dem Defender 110 loslegen.

Lamborghini
Die italienische Sportwagenmarke zeigt ihr bisher stärkstes Modell. Der auf 63 Stück limitierte Sián wird als erster Sportwagen der Marke von einem 48-Volt-Hybridsystem bewegt, das bis zu 819 PS entwickelt. Auf Verbrennerseite kommt ein 6,5 Liter großer V12 zum Einsatz, die Elektroarbeit verrichtet ein im Getriebe integriertes 25 kW starkes Triebwerk. Die Stromversorgung übernimmt an Stelle einer konventionellen Batterie ein leichter und schneller Superkondensator. Der Kaufpreis liegt bei rund 2,3 Millionen Euro.

Opel
Obwohl der PSA-Konzern der IAA fernbleiben wird, darf sich PSA-Tochter Opel auf ihrer Hausmesse mit Neuheiten präsentieren. Dazu gehört der geliftete Astra, für den es künftig drei Benziner und zwei Diesel mit 1,2 bis 1,5 Liter Hubraum und einem Leistungsband von 105 PS bis 145 PS gibt. Wichtiger jedoch ist die Neuauflage des Corsa, die auf einer PSA-Plattform aufbaut. Dadurch wird der Kleinwagen rund 100 kg leichter und wiegt in der Basisversion unter einer Tonne. Das 4,06 Meter lange Fahrzeug kommt mit einem hochwertigen Innenraum und auf Wunsch mit 10-Zoll-Display, Matrix-LED-Scheinwerfern und Achtgang-Automatik. 

Anfang 2020 kommt der Corsa auch mit Elektroantrieb auf den Markt, 100 kW/136 PS und 260 Nm stark, seine 50-kWh-Batterie ermöglicht eine Reichweite bis zu 330 Kilometer (nach WLTP). Ihm zur Seite stellen die Rüsselsheimer zudem den Grandland X Hybrid4. Der erste Plug-in-Hybrid der Marke Opel kombiniert einen 1,6-Liter-Turbobenziner (200 PS) mit zwei E-Motoren (je 80 kW/109 PS), die es zusammen auf eine Systemleistung von stattlichen 300 PS bringen. Bis zu 52 Kilometer kann Opel-SUV rein elektrisch fahren.

Mercedes-Benz
Bei Mercedes werden einige Neuheiten auf der aktuellen Kompaktbaureihen-Plattform ihre Premiere feiern. Mit dem Mercedes-Benz GLB stellen die Stuttgarter ihrem Kompakt-SUV GLA ein geräumiges Schwestermodell zur Seite. Gegenüber dem auf gleicher Technikplattform stehenden GLA ist der GLB mit 4,63 Metern gut 20 Zentimeter länger. Antriebsseitig wird es die gängigen Motoren der Mercedes-Kompaktklasse geben, also Benziner und Diesel im Leistungsspektrum zwischen 163 und 208 PS. Mehr als doppelt so stark werden die 45er-AMG-Versionen von CLA Shooting Brake und A-Klasse sein, die Ende 2019 mit bis zu 421 PS zu haben sind. Ebenfalls stärker denn je, nämlich mit 390 PS, wird sich der geliftete GLC 43 AMG präsentieren. Mercedes will ein neues Showcar der elektrischen Submarke EQ enthüllen. Darüber hinaus wird eine batterieelektrische Version der V-Klasse namens EQV gezeigt, die über 400 Kilometer Reichweite bietet. Außerdem werden weitere Plug-in-Hybrid-Derivate bestehender Baureihen vorstellig wie etwa A 250e und B 250e, die bis zu 77 Kilometer rein elektrischer Reichweite bieten. Die finale Version des über 1000 PS starken Hypercars One von Mercedes-AMG wird wegen Problemen mit dem Antrieb wider Erwarten nicht auf der IAA stehen.

Mini
Auf der IAA zeigt die britische BMW-Tochter mit dem Mini Cooper SE ihr erstes ernst gemeintes E-Auto. Teile der Technik stammen vom i3, das Drehmoment des E-Motors dürfte in Verbindung mit dem dynamischen Fahrwerk für besonderen Fahrspaß sorgen. Der Stadtflitzer leistet 184 PS und verfügt über einen 32,6-kWh-Akku, der eine WLTP-Reichweite von gut 200 Kilometer verspricht.

Porsche
Auch für Porsche markiert die IAA 2019 den Aufbruch in die E-Mobilität. Highlight dieser Neuausrichtung ist die Präsentation des Taycan. Es handelt sich um das erste von Grund auf für E-Mobilität gebaute Auto des deutschen Premiumherstellers. Bis zu 761 PS und 450 Kilometer Reichweite soll der Viersitzer bieten. Die Preise des Anfang 2020 verfügbaren Hochleistungs-Stromers beginnen in Österreich bei 156.153 Euro..

Seat
Die Spanier haben ein Konzeptfahrzeug ihrer sportlichen Submarke Cupra angekündigt. Bei dem rein elektrisch angetriebenen Fahrzeug soll es sich um eine Symbiose aus Perfomance-SUV und Sportcoupé handeln. Außerdem wird die künftig ausschließlich elektrisch angetriebene und in Details überarbeitete Version des Kleinstwagens Mii zu sehen sein, der 260 Kilometer Reichweite bieten soll.

Skoda
Die Tschechen haben unter anderem den gelifteten Superb im IAA-Gepäck dabei, den es künftig auch wieder in einer Scout-Version sowie ab Anfang 2020 außerdem in einer Plug-in-Hybrid-Variante geben wird. Sogar nur elektrisch, bis zu 265 Kilometer weit, fährt der neue Citigo-e, der wie seine Schwestermodelle Mii und Up künftig nicht mehr mit Verbrenner angeboten wird.

Smart
Die Elektroflitzer der Mercedes-Tochter präsentieren sich auf der Messe mit einem Facelift. Optisch werden unter anderem Front und Scheinwerfer modifiziert. Zudem dürfte es künftig etwas mehr Reichweite für die kleinen Stromer geben.

VW
Statt der eigentlich erwarteten Premiere der achten Golf-Generation wird VW auf der IAA stattdessen die Serienversion des rein elektrisch angetriebenen ID.3 präsentieren. Das Kompaktmodell mit vanartiger Silhouette wird den Aufbruch des Konzerns in die elektrische Mobilität markieren, der sich VW in besonders konsequenter Weise verschrieben hat. Dem ID.3, der Reichweiten von 330 bis 550 Kilometer bieten soll, werden in den kommenden Jahren noch eine Vielzahl technisch verwandter Derivate folgen. Zusätzlich wird VW den neuen E-Up vorstellen, der wie der Seat Mii künftig 260 Kilometer Reichweite bieten wird. Ein weiteres Messehighlight der Wolfsburger ist das kleine SUV T-Roc in einer Cabrioversion. Wie einst das Golf Cabriolet wird er über ein am Standort Osnabrück montiertes klassisches Stoffdach verfügen. Schließlich rundet ein 231 kW/300 PS starker T-Roc R den Neuheitenreigen ab, der in 4,8 Sekunden auf Tempo 100 sprintet und 250 km/h erreicht.

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