Zwei Stockwerke tief
Leiter zu kurz: Frau muss in Rettungskorb springen
Hinter ihr schlagen die Flammen aus der Wohnung, dichter schwarzer Rauch quillt ins Freie – vor einer Frau im 11. Stock eines Berliner Hochhauses bleibt nur ein verzweifelter Ausweg: Sie muss in einen kleinen Rettungskorb springen, der zwei Stockwerke unter ihr schwebt.
Das Feuer war am Freitag gegen 6.27 Uhr in einem Wohnhochhaus in der Straße der Pariser Kommune im Berliner Stadtteil Friedrichshain ausgebrochen. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand bereits eine Wohnung im 11. Obergeschoss in Vollbrand. Flammen schlugen aus mehreren Fenstern, dichter Rauch breitete sich über die Fassade und im Gebäude aus.
Kurz darauf griff das Feuer auch auf die darüberliegende Wohnung im 12. Obergeschoss über. Zeitweise standen beide Wohnungen vollständig in Flammen. Zahlreiche weitere Wohnungen waren vom Rauch betroffen.
Flammen schlagen aus Fenstern
Besonders dramatisch entwickelte sich aber die Situation für eine Frau aus der Brandwohnung. Wie ein Video in den sozialen Netzwerken zeigt, flüchtete sie zunächst aufs Fensterbrett ihrer Wohnung – dort stellte sich aber heraus, dass die einsatzbereite Drehleiter nicht bis zu ihr hinauf reichte.
In Absprache mit dem Feuerwehrmann im Korb, konnte sie sich überwinden und rettete sich mit einem Sprung über zwei Stockwerke in den Korb, wo sie der Feuerwehrmann auffing. Der Rettungskorb ist nur etwa ein bis zwei Quadratmeter groß.
Auch andere Bewohner in Gefahr
Auch andere Bewohner gerieten angesichts des Rauchs in eine verzweifelte Lage. Laut „BZ“ standen Menschen an Fenstern und drohten ebenfalls zu springen. Sprungpolster wurden deshalb bereitgestellt, mussten letztlich aber nicht eingesetzt werden.
Feuerwehrsprecher Adrian Wenzel bezeichnete den Einsatz gegenüber der „BZ“ als „dramatisch“ und „auf Messers Schneide“. Es hätte leicht zu einem großen Unglück kommen können. „Das muss man nicht alle Tage erleben“, sagte Wenzel.
160 Einsatzkräfte vor Ort
Insgesamt waren rund 160 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort. Von 115 Betroffenen mussten 25 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Die meisten wurden mit Brandfluchthauben über das Stiegenhaus gerettet, in einzelnen Fällen kam die Drehleiter zum Einsatz.
Auch ein Hund wurde von den Einsatzkräften aus dem Gebäude gerettet und anschließend seinem Besitzer übergeben. Insgesamt wurden 13 Menschen leicht verletzt und medizinisch versorgt. Einige Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Nach dem Löschen des Feuers folgten umfangreiche Kontroll-, Nachlösch- und Belüftungsarbeiten. Nach etwa fünf Stunden übergab die Feuerwehr die Einsatzstelle zur Ermittlung der Brandursache an die Polizei.











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