Diese brandaktuelle Umfrage der Kronen Zeitung kommt einem Beben gleich: Wenn am Sonntag steirische Landtagswahl wäre, würden die Freiheitlichen und Landeshauptmann Mario Kunasek haushoch gewinnen. Für die Schwarzen und Roten schaut es dagegen bitter aus!
Im November ist es zwei Jahre her, seit bei der Landtagswahl in der Steiermark die Machtverhältnisse dramatisch verschoben wurden: Erstmals erreichte die FPÖ Platz eins und verdrängte die ÖVP auf den zweiten Platz. Seither regiert Blau-Schwarz – im Gegensatz zur Bundesregierung ohne gröbere Misstöne. Zeit für eine Bestandsaufnahme. Wo liegen aktuell die einzelnen Parteien, wie kommen deren Chefs bei der Bevölkerung an?
Im Auftrag der „Steirerkrone“ hat sich das renommierte Meinungsforschungsinstitut IFDD vor wenigen Tagen (zwischen 8. und 13. August) bei 800 Steirern (Schwankungsbreite +/- 3,5 Prozent) umgehört. Und ihnen auch die traditionelle Sonntagsfrage gestellt: „Wo würden Sie Ihr Kreuzerl machen, wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre?“
„Die FPÖ ist kaum mehr aufzuhalten“
Nun, das Ergebnis kommt einem Paukenschlag gleich. Die Freiheitlichen unter Mario Kunasek steigen und steigen, kommen demnach bereits auf 43 Prozent! Im Vergleich zum Urnengang im Herbst 2024 ist das ein sattes Plus von fast acht Prozentpunkten. Für Studienautor Christoph Haselmayer ist „die FPÖ in der Steiermark kaum mehr aufzuhalten“: „Sie steuert in Richtung absoluter Mehrheit.“
Während Kunasek also längst zum „Landesvater“ mutiert ist, schaut es für den Juniorpartner in der Landeskoalition bitter aus. Der unter dem ehemaligen Landeschef Christopher Drexler eingeläutete Absturz setzt sich weiter fort. 19 Prozent bedeuten ein Minus von fast sieben Punkten, der psychologisch wichtige „Zweier“ vor dem Ergebnis ist weg. „Der ÖVP schlägt ein eisiger Gegenwind von der Bundespartei entgegen, sie verliert weiter an Boden“, kommentiert Haselmayer.
Schwarz und Rot schon gleichauf
Besonders unangenehm für ÖVP-Obfrau und Landeshauptmann-Vize Manuela Khom: Es gibt sogar ein Duell um Platz zwei. Denn auch die SPÖ unter Max Lercher hält laut IFDD bei 19 Prozent. „Zwar hat auch Lercher mit der Unbeliebtheit des Bundesparteivorsitzenden Andreas Babler zu kämpfen, er schafft es als Person jedoch, über den Werten seiner Partei zu bleiben.“ Auch das schlechte Ergebnis bei der Grazer Gemeinderatswahl dürften die Landesroten relativ gut weggesteckt haben.
Mario Kunasek spielt mittlerweile in einer eigenen Liga, die anderen Parteichefs kommen nicht annähernd an seine Beliebtheitswerte heran.
Christoph Haselmayer
Unter der Zehn-Prozent-Marke bleiben dagegen die Oppositionsparteien. Die Grünen von Spitzenfrau Sandra Krautwaschl legen im Vergleich zur Landtagswahl allerdings um etwa drei Prozentpunkte zu, kommen immerhin auf neun Prozent. Ein Plus schaut auch für Claudia Klimt-Weithalers Kommunisten (sechs Prozent) heraus, hier greift wohl der „Elke-Kahr-Bonus“.
Nur für die Neos würde ein Wiedereinzug in den steirischen Landtag zur Zitterpartie, mit vier Prozent ginge es sich nur knapp aus. Die Causa rund um Veit Denglers Ausschluss und der interne Streit hinterlassen offensichtlich Spuren – wobei der gemeinhin als sympathisch wahrgenommene Parteichef Niko Swatek hier unschuldig zum Handkuss komme, wie Haselmayer meint.
Schlechte Werte für Manuela Khom
Der hat übrigens auch erhoben, wie eine fiktive Landeshauptmann-Direktwahl ausgehen würde. Auch hier hat Kunasek deutlich die Nase vorn. 47 Prozent würden ihm die Stimme geben, damit bewegt sich der 50-Jährige auf einem Niveau wie früher Waltraud Klasnic oder Josef Krainer.
Abgeschlagen: Max Lercher (20 Prozent) und Manuela Khom (16). „Khom hat katastrophale Persönlichkeitswerte, die die Landespartei nicht nach oben ziehen“, kommentiert der Meinungsforscher. Während 42 Prozent sie weitgehend als die richtige Person an der Spitze der ÖVP sehen, sind 40 Prozent gegenteiliger Meinung.
Steirer wollen Kunasek auch bundesweit als Spizenkandidat
Als Teil der Umfrage wurde auch erhoben, wie viele Steirerinnen und Steirer sich Mario Kunasek auch als bundesweiten Spitzenkandidaten der FPÖ wünschen. Auch hier ist das Ergebnis deutlich: 49 Prozent sprechen sich dafür aus.
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