Nach zwei Facelifts des Vorgängers darf jetzt endlich die dritte Generation des Audi Q7 ans Werks. Im September kommt sie uns, (vorerst) ausschließlich mit Drei-Liter-Diesel. Der Neue ist sogar kürzer geworden, und bietet sogar einen Sitz weniger als bisher – auf Wunsch der Kunden. Die „Krone“ ist ihn bereits gefahren...
Q? Kannten viele von uns nur von jenem netten älteren Herrn, der James Bond mit diversen technischen Spielereien ausrüstete. Dann kam Audi: 2005 war das erste Jahr, in dem dieser Buchstabe in einem Modell der Ingolstädter auftauchte. Und wie es sich gehört für einen Premiumhersteller, rollte Audi das Feld von hinten auf. Dem Q7 folgten in loser Folge Q5, Q3 und Q8, auch der Q2 ward geboren.
Nun steht der Urahn Q7 in seiner bereits dritten Generation auf den Rädern, wobei Audi der zweiten nach ihrem Debüt (2015) gleich zwei Frischzellenkuren (in den Jahren 2019 und 2024) gegönnt hatte. Doch jetzt, nach 780.000 verkauften Exemplaren, ist wirklich Schluss mit Q7 Gen2.
Zweimal Sechs
Viele Kunden haben natürlich auf Generation 3 gewartet: Bestellbar ist das Auto schon seit Juni, im September geht es dann so richtig los. Wobei: Allzu groß ist die Auswahl momentan noch nicht. Es gibt nur einen Dieselmotor, aber immerhin in zwei Stärken: Natürlich Sechszylinder, 3 Liter Hubraum, wahlweise mit 180 kW/245 PS oder 220 kW/299 PS. Klar, dass die beiden Aggregate über ordentlich Schub verfügen, wir haben das bei den internationalen Tests im Jura westlich von Genf ausprobiert…
Schon beeindruckend, wie der größere der beiden Sechszylinder inklusive der 24 PS Mildhybrid-Unterstützung in den Bergen anschiebt! Gut so, denn auf den Strecken, wenige Tage zuvor auch von der Tour de France befahren, wimmelt es nur so vor Radfahrern auf den Spuren von Tadej Pogačar & Co. Und da hilft jedes Newtonmeter, um sicher zu überholen und sich rechtzeitig wieder vor dem Gegenverkehr einzuordnen: Stolze 630 Nm sind es beim stärkeren Aggregat. Das sorgt für 6,2 Sekunden von 0-100 km/h und 235 km/h Spitze. Und ein Testverbrauch von rund 10 Litern pro 100 Kilometer ist trotz flotter Fahrweise in den Bergen durchaus okay. Laut WLTP sind es 7,9 Liter pro 100 Kilometer.
Der Stärkere zieht mehr
Vorerst werden sich laut Einschätzung des Importeurs 98 Prozent (!) die stärkere Version gönnen. 110.600 Euro sind dafür fällig, der kleinere kostet nur 3.800 Euro weniger. Die ausschließliche Konzentration auf Diesel ist aber nur eine kurze Phase, denn 2027 wird ein V6-TFSI nachgereicht – und von diesem gibt es, und hier wird es interessant, auch einen Plug-in-Hybrid. Die Sparfüchse unter den Q7-Kunden werden sich die NoVA-Vorteile sicher nicht entgehen lassen – und man kann ja damit auch rund 100 Kilometer rein elektrisch fahren.
Perfekt ist die serienmäßige Allradlenkung: So lässt sich das mehr als 5 Meter lange Auto sehr leicht in die Lücke am Supermarkt-Parkplatz manövrieren. Die Luftfederung gibt es gegen Aufpreis. Sie ist auf den eher schlechten französischen Bergstraßen jeden Cent wert, und der serienmäßige quattro-Allradantrieb natürlich auch.
Zwei Einzelsitze in Reihe drei
Zwei Dinge sind neu: Die gewaltigen 23-Zoll-Felgen, die man auf Wunsch ordern kann. Und, wahrscheinlich wichtiger: Zum ersten Mal kann man den Q7 nicht nur als Fünf- oder Siebensitzer konfigurieren, sondern auch mit sechs Plätzen, also mit zwei eleganten Einzelsitzen in Reihe zwei. Der Einstieg in Reihe drei funktioniert gut, das Platzangebot ist zumindest für kürzere Strecken okay. Wäre aber auch bei einem 5,06 Meter langen Auto, das ist rund 1 cm weniger als der Vorgänger, nicht anders zu erwarten.
Der Kofferraum schluckt auch reichlich: Bei der fünfsitzigen Version bietet er bis zu 806 Liter Volumen und bis zu 2.075 Liter bei umgeklappter Sitzbank, beim Siebensitzer sind es bis zu 722 Liter bzw. bis zu 1.980 Liter.
Ein Welt-Audi
Was blieb, ist der Produktionsort: Vom Werk in Bratislava, unmittelbar an der Grenze zu Österreich an der March gelegen, geht der Q7 in die ganze Welt. Und das ist wörtlich zu verstehen: Das große SUV ist eines der wenigen Modelle von Audi, das tatsächlich weltweit verkauft wird. Damit das Auto allen Kunden gefällt, also auch den Amerikanern, Chinesen oder Ölscheichs, wurde auch die Optik deutlich verändert.
Daran, dass der Q7 vor allem vorne etwas opulenter daherkommt als bisher, muss man sich erst gewöhnen. Trotz allem ist der neue Q7 sofort als solcher erkennbar – und das ist gut so! Der Waffenmeister von James Bond hätte seine Freude daran...
Heinz Müller
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