Dieser Tage feiert die islamistische türkische Regierungspartei AKP, die längst autoritär regiert, ihr 25-jähriges Bestehen. Und gerade fünf Jahre ist es her, dass die Taliban in Afghanistan neuerlich die Macht übernommen haben, um ihren islamistischen Gottesstaat wieder zu errichten.
EINERSEITS handelt es sich bei der Türkei bekanntlich um einen EU-Beitrittswerber und ein NATO-Mitglied. Da gab es natürlich keinerlei Erregung, als Österreichs Bundeskanzler Stocker dieser Tage auf Staatsbesuch in Ankara bei seinem „lieben Freund“ Recep Tayyip Erdoğan war.
ANDERERSEITS gibt es quer durch die EU Diskussionen, ob man mit den Steinzeit-Islamisten aus Afghanistan überhaupt reden dürfe. Auch wenn es nur um die Abschiebung straffällig gewordener Asylwerber geht.
Dabei erweist sich die merkwürdige Doppelmoral, die es in Europa und auch hierzulande gibt, wenn es um die Kontakte zu Diktaturen und autoritär geführten Staaten geht. Da gibt es liebe Diktatoren und böse Diktatoren. Geradezu herzige, wie etwa die Machthaber in den Golfstaaten, deren Öl man braucht. Und diabolische, wie etwa den Herrn im Kreml oder die Mullahs in Iran, die es um jeden Preis zu bekämpfen gilt.
Dass in Wahrheit die große Mehrheit der Staaten auf diesem Planeten autoritär von Despoten geführt wird, blendet man in Europa offenbar bewusst aus. Und selbstgerecht glaubt man dennoch, weltweit den hochmoralischen Hüter von Demokratie und Menschenrechten spielen zu können.
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