Gasen steht am heutigen Feiertag „Mariä Himmelfahrt“ ganz im Zeichen der Musik und der berühmten Stoakogler. Beim traditionellen Musi-Kirtag in der Heimat der legendären Musikerfamilie werden wieder Hunderte Besucher erwartet.
Im oststeirischen 800-Einwohner-Ort Gasen tummeln sich zu „Mariä Himmelfahrt“ wieder Tausende Besucher beim traditionellen Musi-Kirtag. Für die Unterhaltung greifen 120 Musikanten zu ihren Instrumenten, während 160 freiwillige Helfer aus nicht weniger als 28 Gasener Vereinen für die Versorgung bereitstehen.
Ein Kraftakt für den kleinen Ort – und ein eindrucksvolles Zeichen dafür, welche Strahlkraft das musikalische Brüder-Trio Fritz (77), Hans (75) und Reinhold Willingshofer (73) noch immer hat. Die Stoanis bekommen die große Wertschätzung ihres Publikums hautnah zu spüren. „Wir machen den ganzen Tag über tausende Fotos und Selfies mit den Fans und dabei wird man mich wohl oft fragen, wie es mir nach der Tumoroperation und dem Schlaganfall geht“, ist sich Fritz Willingshofer sicher.
Nach krankheitsbedingter Zwangspause wieder kräftiges Lebenszeichen
Dass die Menschen so großen Anteil am Schicksal des Stoani-Chefs nehmen, hat ihn selbst überrascht. „Es war unglaublich, was nach dem ,Krone‘-Bericht und dem Dankesschreiben an die Ärzte los war. Zahlreiche Medien haben den Exklusivbericht aufgegriffen, sogar die deutsche ,Bunte‘ hat nachgeschrieben“. Nach der krankheitsbedingten Zwangspause setzen die Stoanis beim Musi-Kirtag ein musikalisches Lebenszeichen.
Und auch hinter den Kulissen wird fleißig gearbeitet. Für ein „Geburtstagsständchen“ stehen die Stoanis sogar wieder im Tonstudio. Gemeinsam mit Harry Prünster drehen sie einen neuen Film, der im Stoanineum gezeigt wird. „Der Papa ist mit operiertem Herzschrittmacher frischen Mutes und ist für seinen Heimatort hyperaktiv“, berichtet Harald Willingshofer, Sohn vom Stoani-Reinhold. Der „Hafendorfer-Musiker“ betreut die Harmonikaschule und die Musikseminare, die regelmäßig Interessenten aus ganz Europa nach Gasen bringen. Denn der ganze Ort lebt nach wie vor ein Stück weit von den Stoanis.
Multimediales Stoani-Haus nach „ABBA“-Vorbild
Wie groß das Interesse ist, zeigt der Musi-Kirtag. „Wir haben für dieses Wochenende 1000 Buchungsanfragen in Gasen gehabt“, sagt der Stoani-Erbe. Die Hauptattraktion im Ort ist das Stoani-Haus der Musik, das jährlich 7000 Besucher anlockt. Derzeit wird kräftig umgebaut und modernisiert. Künftig soll die Geschichte der Stoanis noch multimedialer erlebbar werden.
„Die Besucher sollen noch mehr Live-Bezug zu den Stoanis bekommen, auch wenn sie persönlich irgendwann nicht mehr präsent sein können“, erklärt Museumsleiterin Irmgard Kulmer. Einige Anregungen für die Neugestaltung hat sich die Tochter vom Stoani-Fritz unter anderem im Stockholmer ABBA-Museum geholt. Live wollen die Stoanis die Busgruppen auch weiterhin musikalisch überraschen. „Das werden wir, sofern die Gesundheit es zulässt, auch heuer und im nächsten Jahr machen“, kündigt Fritz Willingshofer an.
Endgültiges Aus! Keine Geburtstagsständchen mehr
Doch gleichzeitig spricht der 77-Jährige auch über einen Abschied. Ein letztes Mal soll es am 4. September musikalische Stoani-Glückwünsche auf der Bühne geben. Dann gratulieren die Stoakogler Fritz Kristoferitsch von den Edlseern in Bad Waltersdorf zum 50. Geburtstag. Danach soll, auch wenn es noch so viele Anfragen gibt, endgültig Schluss sein mit den Geburtstagsständchen.
Ein Schlussstrich, der nicht unbedingt gewollt ist, aber angesichts des Alters und der gesundheitlichen Herausforderungen vernünftig erscheint. Der Musi-Kirtag in Gasen zeigt jedenfalls eindrucksvoll: Die Stoanis müssen gar nicht mehr auf der großen Bühne stehen, um Rekorde zu brechen. Ihre Musik, ihre Geschichte und vor allem die Erinnerungen ihres Publikums reichen dafür längst aus.
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