Der BMW iX3 ist das Elektro-SUV, das derzeit wohl die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und die meisten Lorbeeren einheimst. Tesla stellt ihm das gerade aufgefrischte Model Y Performance entgegen. Wo der schnelle Ami den Münchner abhängt und inwiefern er ihm hinterherfährt, erfahren Sie hier im Video!
Das Pendant zum Tesla ist der BMW iX3 50 xDrive, ein 4,78 Meter langer Allradler mit 469 PS. Komplett neu entwickelt und das erste Exemplar der „Neue Klasse“ genannten Zukunft von BMW.
Das Model Y Performance ist keine Neuentwicklung, sondern wurde im Zuge des Updates auf die Juniper-Generation lediglich überarbeitet. Mehr Power als vorher, minimal mehr Akkukapazität wegen etwas höherer Energiedichte und neue, gewinnendere Optik. Die beiden Motoren liefern nun 680 PS und 741 Nm, was für einen Standardsprintwert von rund 3,8 Sekunden reichen soll (Tesla gibt 3,5 Sekunden an – allerdings mit Rollout, also ab kurz nach dem Losfahren gemessen).
Der BMW braucht dafür rund eine Sekunde länger, was zum Teil am mit 645 Nm deutlich geringeren maximalen Drehmoment liegt, andererseits auch am rund 240 kg (2285 kg zu 2043 kg) höheren Leergewicht. Dieses weist auf einen essenziellen Unterschied zwischen den beiden Fahrzeugen hin: Während der BMW mit 108,7 kWh nutzbarem Energieinhalt und 800-Volt-System glänzt, kommt der Tesla auf irgendwas zwischen 75 und 78 kWh netto (Tesla hält sich bei solchen Angaben bedeckt). Mit 400 Volt lädt das Model Y auch langsamer: Der Testwagen brauchte am Supercharger 35 Minuten, um den Akku von 10 auf 80 Prozent zu füllen. Wohlgemerkt mit vorkonditioniertem Akku, weil die Ladestation per Navi angefahren wurde.
Auch der Normverbrauch des Tesla ist höher (16,2 kWh/100 km), in der Realität genehmigte er sich rund 23 kWh auf 100 Kilometer. Damit reicht die Batterie nicht einmal für 350 Kilometer, bevor sie ans Netz muss. Und die Laderoutenplanung berücksichtigt ausschließlich Tesla-eigene Stationen. Offiziell gibt Tesla 580 km an (BMW: 805 km).
Das Fahrwerk wurde im Vergleich zum Vorgängermodell verbessert, verfügt über adaptive Dämpfer und bietet gute Straßenlage ebenso wie brauchbaren Komfort. Der BMW mit seinen passiven Dämpfern fühlt sich dennoch überlegen an. Auch was die Lenkung betrifft, hat der Ami das Nachsehen. Auch mit dem höchsten von drei einstellbaren Lenkwiderständen will sich keine vertraute Verbindung zwischen Fahrer und Asphalt aufbauen, es bleibt immer ein synthetischer Eindruck. Die Verbesserung zur Vorgängergeneration ist aber deutlich spürbar.
Beim Platzangebot macht dem Model Y niemand etwas vor. Der Kofferraum ist (nicht zuletzt wegen des tiefen Fachs unterm Boden) riesig, die Rücksitzlehnen legen sich elektrisch flach (und stellen sich wieder auf). Und auf der Rückbank wähnt man sich eine Klasse höher. Der Frunk wirkt fast wie der Kofferraum eines Kleinwagens. Bestellt man die faltbare Kofferraumabdeckung mit, kann man sie unterm doppelten Boden verstauen.
Der Innenraum ist der wohl aufgeräumteste in dieser Klasse - mit dem Nachteil, dass man auf physische Tasten komplett verzichten muss. Bis auf den Warnblinkschalter, der oberhalb des Rückspiegels platziert wurde. Am Lenkrad befinden sich neben zwei Bedienwalzen ein paar Tasten, von denen zwei aber für Funktionen zuständig sind, die bei Lenkstockhebeln besser aufgehoben wären. Damit ist hier nicht der Blinker gemeint – tatsächlich gibt es einen Blinkerhebel. Der nervt allerdings, weil er nicht funktioniert, wie man das gewöhnt ist, sondern softwaregesteuert entscheidet, wie lange der Blinker aktiviert bleibt.
Serienmäßig ist nicht nur die Sitzheizung vorn und hinten, sondern auch die Sitzlüftung (die beim BMW nicht zu bekommen ist). Die Materialien sind durchwegs hochwertig und ins Türfach passt sogar eine 1,5-Liter-Metall-Trinkflasche. Die Mittelkonsole wirkt elegant, wenn alle Schiebedeckel (mit gedämpftem Mechanismus!) geschlossen sind, ist aber unpraktisch. Zwar kann man nebeneinander zwei Handys drahtlos laden, aber außer zwei Cupholdern findet man keinen Platz, um etwas in Reichweite abzulegen. Das Hauptfach ist nämlich eine tiefe Höhle, ebenso das Fach unter der Mittelarmlehne.
Das zentrale Display wuchs auf 16 Zoll. An seinem linken Rand legt man per Fingerwisch die Fahrstufe ein. In vielen Fällen wechselt der Tesla die Fahrstufe automatisch, nämlich dann, wenn er ein Rangieren erkennt und klar ist, in welche Richtung er gerade nicht fahren kann. Eine Spielerei, kein Gewinn.
LED-Matrix-Fernlicht und Spurführungsassistent erwiesen sich im Test als unbrauchbar. Das Fernlicht blendet ständig den Gegenverkehr (nicht nur auf der Autobahn), was vor allem am Aufblenden der anderen Autofahrer zu erkennen ist. Und inwiefern der Autopilot nervt, bitte ich im Video nachzuschauen.

Die Preise
Der Basispreis für das Model Y Performance ist 61.990 Euro, dazu kommen 980 Euro sogenannte Ziel- und Behördengebühren. Mit dabei sind vier Jahre oder 80.000 km Garantie. Und vor allem: im Prinzip alles an Ausstattung. Da fängt also nicht erst der Weg durch die Aufpreisliste an. Serienmäßig sind zum Beispiel auch das komplette Kamera-Set mit Wächtermodus und das Soundsystem mit 15 Lautsprechern plus Subwoofer. Und die Lieferzeit ist auch extrem überschaubar. Transparent nachzulesen auf der Homepage.
Zeit für ein Fahrzit:
Beim Tesla Model Y Performance kriegt man schon richtig viel Auto fürs Geld. Und richtig viel Performance - aber eben nur einen zu kleinen Akku. Der in der Praxis auch gefühlt ewig braucht, um zu laden. Von 10 auf 80 Prozent in 35 Minuten. Dafür geht’s in unter vier Sekunden von null auf 100 und weiter bis 250 km/h Höchsttempo. Mit der Fahrzeugbedienung muss man sich erstmal anfreunden können. Es gibt vieles, was Tesla-Fans einfach hinnehmen, was für andere aber ein totaler Ausschlussgrund ist. Eines, was früher wirklich ein Problem war, ist aber Vergangenheit. Mittlerweile passt bei Tesla die Verarbeitung. Die Zeiten, als Tesla technisch vorausfuhr, sind aber auch vorbei.
Warum?
Relativ günstig
Sehr performant
Warum nicht?
Zu kleiner Akku
Gewöhnungsbedürftige Bedienung
Oder vielleicht …
… BMW iX3 50 xDrive, Mercedes GLC, Volvo EX60, Hyundai Ioniq 5
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