Nur drei sind „gut“

16 Kindersitze im Test, darunter ein „Überflieger“

Motor
26.05.2026 00:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vor einem Kindersitz-Kandidaten hat der ÖAMTC bereits vorab gewarnt – nun folgt der gesamte Test mit allen Ergebnissen. Drei der 16 Modelle wurden mit gut bewertet, zehn mit befriedigend. Der Testversager wird vom Hersteller zurückgenommen.

Die Babyschale Kinderkraft Mink Pro 2 hatte sich beim Frontalcrash von ihrer Isofix-Basis Mink FX2 gelöst und wurde durch das Fahrzeug geschleudert. Darauf hat der Hersteller bereits reagiert, „vorbildlich“, wie der ÖAMTC sagt. Das Modell wird zurückgenommen oder umgetauscht. Davon unberührt wurde dasselbe Modell ohne Isofix-Basis – also bei Sicherung mittels Fahrzeuggurt – mit einem soliden „befriedigend“ bewertet.

Getestet wurde in den bewährten Kategorien Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffgehalt und Umweltverträglichkeit. Der ÖAMTC legt dabei deutlich höhere Maßstäbe an, als die Zulassungsprüfung – was mitunter auch der Grund dafür ist, dass Produkte, die mit „nicht genügend“ bewertet werden, dennoch im Handel zu kaufen sind.

Die Ergebnisse im Überblick
Die Ergebnisse im Überblick(Bild: ÖAMTC)

„Insgesamt gibt es aber eine große Auswahl an empfehlenswerten Kindersitzen für jedes Alter und in allen Preisklassen“, stellt Klubtechniker Steffan Kerbl klar. „Das zeigte sich auch heuer wieder: Bei den mit „gut“ beurteilten Testsiegern ist neben den mittel- bis höherpreisigen Modellen Sirona Ti und Pallas G3 von Cybex mit dem Kinderkraft Junior Fix 2 i-Size auch ein sehr günstiger Testkandidat zu finden.“

Die mit „befriedigend“ beurteilten Kindersitze verfügen jeweils über ihre eigenen, teils sehr unterschiedlichen Stärken und Schwächen – hier hilft ein Blick in die Detailergebnisse Kerbl: „Durchgehend positive Ergebnisse haben wir vor allem in Hinblick auf Umweltverträglichkeit und Schadstoffe – das war nicht immer so und ist durchaus eine positive Überraschung.“ Nicht ganz so gut lief es diesmal in den anderen Kategorien, wo nur in Einzelaspekten sehr gute Werte erreicht wurden.

Wie ambivalent es beim Kindersitztest oft zugeht, zeigen die beiden mit „genügend“ bewerteten Modelle: Der Lionelo Lavender i-Size ist für einen sehr langen Einsatzzeitraum konzipiert – eine interessante Idee, die allerdings Kompromisse beim Einbau erfordert und auch der Sicherheit nicht zuträglich ist. „Sowohl im Front- als auch im Seitencrash haben wir ein erhöhtes Verletzungsrisiko festgestellt, was letztlich zur Abwertung von ‘befriedigend‘ auf ‘genügend‘ geführt hat.“ Beim Axkid Minikid 4 Pro, einem der teureren Produkte im Test, gab es hingegen kaum Probleme mit der Sicherheit – dafür aber mit dem aufwendigen, platzintensiven und fehleranfälligen Einbau.

Tipps für den Kauf
Bedienungsfehler können die Schutzwirkung von Kindersitzen erheblich reduzieren. Umso wichtiger ist es laut den Klubexperten, sich nach dem Kauf (oder nach Möglichkeit schon beim Beratungsgespräch im Handel) mit der Handhabung vertraut machen. Wichtig: Nicht nur die Anleitung des Kindersitzes, sondern auch das Betriebshandbuch des Fahrzeugs ist zu beachten:

  • Fahrzeug- und Hosenträgergurte müssen immer straff angezogen werden.
  • Jacken unter dem Beckengurt herausziehen, der Gurt sollte möglichst nahe am Körper anliegen.
  • Gurte, Kopfstütze und Rückenlehne regelmäßig an die Größe des Kindes anpassen, keinesfalls zu früh zum nächstgrößeren Kindersitz wechseln.
  • Die Lehne des Sitzes, hinter dem der Kindersitz montiert wird, keinesfalls zu weit nach hinten stellen: Reicht der Abstand nicht aus, kann der Kopf des Kindes an den Vordersitz prallen.
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