Es ist endlich da, VWs „25.000-Euro-Auto“: der VW ID. Polo. Der erste Vertreter der neuen Wolfsburger E-Auto-Generation füllt nicht nur einen vertrauten Namen mit neuem Leben, sondern bringt auch klassische Qualitäten mit, die man bei Volkswagen lange vermisst hat.
Es gibt diese Namen, die tragen Geschichte in sich wie ein gut eingefahrener Motor: Polo ist so einer. Über 20 Millionen Mal verkauft, über Jahrzehnte gewachsen – doch in der siebten Generation ist der Motor jetzt elektrisch.
Eines vorweg: Die 25.000 Euro stehen nur in Deutschland auf dem Preiszettel, in Österreich beginnt die Preisliste bei 25.500 Euro. Warum? An der NoVA kann es ja nicht liegen. Nein. Der Grund liegt in der Garantie: fünf Jahre, statt zwei auf dem Heimatmarkt.
Dafür bekommt man einen schicken Kleinwagen, dessen Design sich an älteren Golf-Baureihen anlehnt und der wertiger wirkt als alle Elektroautos, die VW in den letzten Jahren auf den Markt gebracht hat (abgesehen vom ID.3 Neo, der mit dem zweiten Facelift schon viel von der neuen Linie mitbekommen hat). Bessere Materialien, ein insgesamt wertiger Eindruck - und vor allem ein neues Bedienkonzept.
Revolution im Cockpit
Statt des billig wirkenden Zentraldisplays (das selbst im ID.7 verwendet wird und dort erst recht deplatziert wirkt) mit unten vorstehender Touchslider-Leiste thront hier ein 12,9-Zoll-Display, das einen deutlich besseren Qualitätseindruck hinterlässt. Vor allem aber findet man am Armaturenbrett echte Tasten für die (serienmäßige) Klimaautomatik, außerdem einen Lautstärkeregler (der nicht zusätzlich mit Fahrmodi belegt wurde) auf der Mittelkonsole. Auch das Multifunktionslenkrad trägt echte Tasten, VW hat sich endlich von den unseligen Touchelementen verabschiedet.
Dahinter sitzt ein 10,25-Zoll-Tacho-Screen, der auf Wunsch eine Retro-Ansicht zeigen kann. Deren Look entspricht dem Tacho im VW Golf 1 (Facelift). Schade ist nur, dass die Lämpchen in der Mitte keine Funktion haben. So befindet sich die Scheinwerferkontrollleuchte auch im ID. Polo links unterhalb des Lenkrades. Ein zusätzliches Retro-Element zeigt das Zentraldisplay: Hier wird eine MusiCassette dargestellt, wie sie seinerzeit verwendet wurde. Jüngere Kunden, die damit nichts anfangen können, können das alles auch wegschalten.
Mit dem aktuellen Polo hat der Nachfolger mit ID. als Namenszusatz nichts gemein, bis auf die 4,05 Meter Außenlänge. Mit 1,81 m ist er 6 cm breiter und mit 1,53 m ist er 8 cm höher. Auch der Radstand ist länger: 2,60 m ermöglichen sehr brauchbare Platzverhältnisse auf der Rückbank.
Besonders groß ist der Kofferraum geraten, der extrem davon profitiert, dass die neuen ID-Modelle ihren Antrieb nicht mehr hinten, sondern vorn haben: Er fasst bis zu 441 Liter! Das schaffen viele deutlich höherklassigen Autos nicht. Der Clou ist die Tiefe des Laderaumes. Das Fach unterm (ab „Life“ serienmäßigen) doppelten Boden ist so geräumig, dass sogar ein Kinderwagen hineinpassen soll. Klappt man die Lehnen um, bekommt man ein Ladevolumen von 1243 Litern. Die Rückbank ist jedoch nicht verschiebbar. Ein Frunk ist sich in der Entwicklung nicht ausgegangen. Nicht nur wegen des Frontantriebs, sondern vor allem, weil der Klimakompressor zu zentral platziert wurde.
Der Antrieb: eine neue Generation
Angetrieben wird der ID. Polo von einer neu konstruierten E-Maschine mit dem Namen APP290. APP steht dabei für die achsparallele Anordnung (Axial Parallel Position), die 290 für das maximale Drehmoment. Zunächst werden drei Leistungsstufen angeboten: 85 kW/116 PS, 99 kW/135 PS und 155 kW/211 PS. Im Laufe des kommenden Jahres wird als Topmodell der ID. Polo GTI nachgereicht - mit 166 kW/226 PS. Motorgehäuse, 1-Gang-Getriebe und der ebenfalls in House neu entwickelte Pulswechselrichter sind zu einer kompakten Einheit zusammengefasst.
Ebenfalls neu ist die „Konzern-Einheitszelle“, das flache Lithium-Ionen-Batteriesystem im Boden, eine komplette Neuentwicklung des Volkswagenkonzerns und seines Tochterunternehmens PowerCo. Der Cell-to-Pack-Speicher wird als Lithium-Ferrophosphat-Version (LFP) mit 37 kWh netto und mit 52 kWh als Nickel-Mangan-Kobalt-Variante (NMC) angeboten. Beide lassen sich mit 11 kW Wechselstrom laden. Gleichstrom zieht die LFP-Batterie mit bis zu 90 kW, die NMC-Variante mit bis zu 105 kW. Die Prognosen für das DC-Laden von 10 bis 80 Prozent mit 90 kW gehen von rund 27 Minuten Ladezeit aus; mit 105 kW und einer besonders flach verlaufenden Ladekurve soll sich der Wert auf rund 24 Minuten reduzieren.
Die WLTP-Reichweiten betragen 329 bzw. 455 Kilometer mit 378 resp. 52 kWh.
„VW-typisches“ Fahrwerk
Das Fahrwerk wurde auf den elektrischen Frontantrieb hin neu entwickelt. Ziel war es, bei einer hohen Kosten-, Raum- und Gewichtseffizienz eine optimale und für Volkswagen typische Lösung zu finden. So kommen vorne McPherson-Federbeine zum Einsatz, an der Hinterachse verbesserte Verbundlenker. Die bei ID-Modellen bis hinauf zum ID.7 üblichen hinteren Trommelbremsen haben ausgedient – künftig wird rundum mit Scheiben gebremst. Durch ein neues sogenanntes One-Box-Bremssystem will man die Dosierbarkeit der Bremsen und das Pedalgefühl perfektioniert haben.
Digitale und sonstige Features aus der Oberklasse
Schon die Basis ist nicht schlecht ausgestattet, so sind Klimaautomatik oder auch hintere Parksensoren Serie. Optional kann man den ID. Polo extrem gut ausstatten. Als Teil der Ausstattungsstufen oder als Extras erhältlich sind etwa LED-Matrix-Scheinwerfer, AR-Head-up-Display, cloudbasierter „Connected Travel Assist“ mit Ampelerkennung, Massagesitze oder ein Harman-Kardon-Soundsystem mit 425 Watt und Subwoofer (der das Kofferraumvolumen einschränkt). Die Anhängerkupplung darf bis zu 75 kg tragen und bis zu 1200 kg ziehen.
Mit allen Optionen kann natürlich nicht mehr vom 25.000-Euro-Auto die Rede sein. Das im Video gezeigte Fahrzeug kommt auf rund 40.000 Euro.
Der aktuelle VW Polo mit Verbrennungsmotor (kommt aus Südafrika) wird bis auf Weiteres unverändert angeboten. Bestellstart für den ID. Polo ist Mitte Mai.
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