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Mazda CX-5: Langsam, aber sicher passt er sich an
Man kennt den Spruch: Never change a running system. Bei Mazda kennt man ihn wahrscheinlich – und hat sich gedacht: Ach was, probieren wir’s trotzdem. Der neue CX-5 ist ein mutiger Schritt. Oder ein riskanter. Je nachdem, wie man’s sieht. An anderer Stelle hätte es aber mehr Fortschritt gebraucht.
Der CX-5 ist nicht irgendwer im Mazda-Portfolio, sondern so etwas wie das Rückgrat der Marke in Europa. Genau deshalb schaut er auch weiterhin so aus, wie ein CX-5 eben ausschauen muss: sauber gezeichnet, leicht sportlich, ein bisserl böse von vorne.
Mit 4,69 Metern Länge und spürbar mehr Radstand ist er gewachsen – und kratzt jetzt eine Klasse höher am CX-60. Auch der Kofferraum legt zu: 583 Liter, mit umgelegten Sitzen über zwei Kubikmeter. Da geht was rein.
Innen: Mazda räumt auf – und wirft viel über Bord
Dann steigt man ein. Und merkt sofort: Hier ist etwas anders. Mazda war immer so ein bisschen der letzte Mohikaner. Drehdrücksteller statt Touchscreen, klare Instrumente statt Digitalspielerei. Das hatte einen gewissen Charme. Und vor allem: Es hat funktioniert.
Jetzt ist Schluss damit. Der neue CX-5 hat praktisch keine echten Knöpfe mehr. Alles läuft über einen großen Touchscreen (bis zu 15,6 Zoll). Lautstärke? Touch. Klima? Touch. Fast alles: Touch.
Das Problem: Die Software ist nicht immer logisch, das Display nicht immer treffsicher. Und wer während der Fahrt schnell etwas einstellen will, merkt: Früher war das einfacher.
Auch beim Cockpit geht Mazda neue Wege – und verlässt alte Stärken. Die klassischen Rundinstrumente sind Geschichte. Stattdessen gibt’s eine digitale Anzeige, die nicht einmal versucht, wie früher auszusehen. Dazu kommt ein Bedienkonzept, das manchmal mehr Aufmerksamkeit verlangt, als einem lieb ist.
Immerhin: Google Maps ist integriert. Weniger erfreulich: Verbindungsprobleme mit Smartphone & Co. trübten den Testalltag.
Detailprobleme, die nerven
Es sind oft die Kleinigkeiten, die hängen bleiben: Die Rückfahrkamera zeigt eine ungewohnte Perspektive – mit Potenzial für Missverständnisse. Touchflächen am Lenkrad reagieren nicht immer so, wie sie sollen. Viel hartes Plastik im Innenraum – selbst in der Topversion. Das ist alles nicht dramatisch. Aber es summiert sich.
Fahren: gemütlich ist das neue sportlich
Früher war der CX-5 so etwas wie der heimliche Sportler unter den SUVs. Straff, direkt, fast ein bisschen BMW. Jetzt ist er vor allem eines: komfortabel. Die Lenkung wirkt indirekter, das Fahrwerk weicher, das ganze Auto entspannter. Wer das mag, wird glücklich. Wer den alten CX-5 mochte, wird sich umgewöhnen müssen.
Der Motor: aus der Zeit gefallen
Der größte Kritikpunkt sitzt unter der Haube. Ein 2,5-Liter-Saugbenziner mit 141 PS. Kein Turbo, kein Punch, wenig Begeisterung, nur eine milde Hybridisierung (21,6 Volt). Fast elf Sekunden auf 100 km/h, dazu ein Verbrauch von rund 8,5 Litern im Alltag. Man kann damit fahren. Aber man muss es wollen. Und in Kauf nehmen, dass er bei Beanspruchung laut wird. Früher gab’s Alternativen - stärkere Motoren, sogar Diesel. Heute: Fehlanzeige. Aber vielleicht kommt ja doch noch was.
Ein wenig Auswahl gibt es aber doch: Statt Allradantrieb wie im Testwagen ist auch Frontantrieb erhältlich.

Viel Auto fürs Geld
Beim Preis zeigt sich der Mazda dann wieder von seiner guten Seite: Zum Einstiegspreis von 36.880 Euro bekommt man nicht nur ein schnittiges, komfortables, ziemlich großes Auto, sondern auch richtig viel Ausstattung. 17-Zoll-Alufelgen, Zwei-Zonen-Klima, Adaptivtempomat mit Spurführung, Notbremsassistent und Querverkehrswarnung (+ Notbremse) vorn und hinten, Ausstiegswarnung etc., Rückfahrkamera oder auch Parksensoren vorn und hinten. Der Testwagen kommt praktisch vollausgestattet auf 50.450 Euro, inklusive dem typischen Mazda-Rot namens Soul Red Crystal, das allein schon 1000 Euro kostet.
Fahrzit:
Der neue CX-5 ist kein schlechtes Auto. Im Gegenteil: Er bietet viel Raum, viel Komfort und viel Ausstattung fürs Geld. Aber er ist auch ein Auto, das sich von seinen eigenen Stärken entfernt hat. Weniger intuitiv, weniger prägnant, weniger charakterstark. Dafür moderner – zumindest auf dem Papier. Mazda hat vieles neu gemacht. Nur nicht alles besser.
Warum?
Viel Platz und Auto fürs Geld
Wem die Touchbedienung bisher gefehlt hat, kann jetzt einsteigen
Warum nicht?
Brustschwacher Motor
Oder vielleicht …
… Toyota RAV4, Honda CR-V, VW Tiguan, Hyundai Tucson, Kia Sportage, Nissan Qashqai, Ford Kuga





















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