Frühes French-Open-Aus

Ein enger Satz – dann entglitt Ofner die Partie

Tennis
26.05.2026 20:33

Nach Jurij Rodionov scheiterte auch Sebastian Ofner in seinem Auftaktmatch bei den French Open. Und das auf ähnliche Weise – und sogar mit dem exakt selben Resultat. Der Steirer hielt gegen den favorisierten Luciano Darderi einen Satz lang gut mit, verlor diesen mit Pech im Tiebreak. Danach war die Nummer 16 der Welt zu stark, Ofner verlor 6:7(5), 2:6, 3:6.

Eigentlich hatte sich Sebastian Ofner auf eine lange Wartezeit einstellen können. Das erste Match des Tages auf Court 7 zwischen Anastasia Potapovas Freund Tallon Griekspoor und Matteo Arnaldi zog sich über rund vier Stunden. Da zudem noch zwei Damen-Partien vor der des Steires angesetzt waren, konnte er schon damit rechnen, erst gegen 20 Uhr aufgerufen zu werden. Doch dann wurde Kalinina – Parry auf den Center Court verlegt, auf dem das Programm zügig vorangeschritten war, Ofner konnte um 18 Uhr gegen Luciano Darderi starten.

(Bild: GEPA)

Der 30-Jährige war gegen den Weltranglisten-16. absolut auf Augenhöhe, erspielte sich mehr Breakchancen, konnte aber seine ersten sechs nicht nutzen. Dann streute Ofner allerdings ein horrendes Aufschlagspiel mit zwei leichten Rückhand- und zwei Doppelfehlern ein, fand sich 4:5 zurück, schaffte aber mit seinem starken Kampfgeist umgehend das Rebreak.

Luciano Darderi
Luciano Darderi(Bild: AFP/DIMITAR DILKOFF)

Ärger bei der Darderi wurde nicht bestraft
Als Ofi im elften Game auch den ersten Punkt machte, warf Darderi den Schläger, schrie wütend: „Immer trifft er die Linie!“ Kurz danach wechselte er entnervt den Schläger, Ofner hielt zu null zum 6:5. Da hatte man das Gefühl, der Österreicher wäre zu diesem Zeitpunkt der gefestigtere Spieler. Doch in einem engen Tiebreak war es Darderi, der mit 7:5 die Oberhand behielt.

(Bild: GEPA)

Mit der Satzführung im Rücken spielte der Favorit sichtlich unbeschwerter, schaffte das frühe Break zum 2:0 – doch wieder konnte Ofner sofort zurückschlagen. Nach dem 2:4 gelang dem Steirer, der sich beim Seitenwechsel zuvor Augentropfen wegen Problemen mit den Kontaktlinsen verabreichen hatte lassen, das allerdings nicht, er vergab zunächst einen Breakball und die Chance auf einen weiteren mit einem leichten Vorhandfehler.

Hier die Matchstatistik zum Nachlesen:

Nun wirkte Ofner optisch doch leicht geknickt, Darderi hingegen grundsolide. Die Folge war das rasche 6:2 für die Nummer 16 der Welt. Nach dem sich der Italiener eine lange Toilettenpause gönnte. An seiner mittlerweile erlangten Überlegenheit änderte das nicht viel. Letztlich wurde die Partie ein wenig zu einem Spiegelbild von Jurij Rodionovs Niederlage gegen Arthur Rinderknech am Tag zuvor. Die Österreicher hielten jeweils einen Satz stark mit, brachen dann aber ein und der Gegner zog davon.

„Habe einiges liegen lassen“
„Leider habe ich einiges liegen lassen“, haderte Ofner und gab zu, dass er, gerade bei der Hitze, nach dem 0:2-Satzrückstand nicht mehr an die Wende geglaubt hatte. „Aber der Gegner ist einfach auch super in Form.“ Zuletzt hatte Darderi beim Rom Masters sogar das Semifinale erreicht.

Ofner selbst wird durch das Erst-Runden-Aus in der Weltrangliste aus den Top 120 fallen, nach einer kurzen Pause die Challenger in Bratislava und Parma spielen, danach Wimbledon, wo er aufgrund seines Rankings zum Nennschluss noch im Hauptbewerb steht. „Es kann eine zache Geschichte werden, zurück in die Top 100 zu kommen“, weiß Ofi. „Aber wenn ich gut spiele, schaffe ich das hoffentlich schnell.“

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