Gleich zwei tragische Vorfälle am von Samstag auf Sonntag im Zuge der großen Pfingstparty in Lignano: Ein Bursch stürzte bei einem Supermarkt von einer Rampe – der Hubschrauber musste landen. Ein weiterer Österreicher fiel vom Balkon. Das Opfer war ebenfalls nicht ansprechbar. Einsatzkräfte sprechen von einer „Chaos-Nacht“.
Es war wohl die befürchtete Ruhe vor dem Sturm – denn so verhältnismäßig ereignislos die Tage und Nächte davor waren, so heftig ging es am Samstag und in der Nacht zum Sonntag bei „Tutto Gas“ zu. Schon nachmittags sorgte ein tragischer Vorfall für Erschütterung: Ein Partygast aus Österreich stürzte laut „Krone“-Infos bei einem Supermarkt von einer Rampe. In die Tiefe der Tiefgaragen-Einfahrt. Das Opfer erlitt dabei so schwere Kopfverletzungen, dass es per Hubschrauber ins Spital nach Udine geflogen wurde.
Stunden später, inmitten des Trubels im Party-Epizentrum an der Piazza della Fontana, dann der nächste dramatische Unfall: Feiernde entdeckten einen blutüberströmten Burschen nahe dem Eingang einer Hotelanlage. Der Blutspur nach dürfte er vom Balkon gestürzt und sich dann bis zum Eingang geschleppt haben. Wo er schließlich bewusstlos zusammenbrach. Der junge Österreicher war nicht ansprechbar, die Ermittlungen bezüglich Unfallhergang sind noch am Laufen. Erinnerungen an einen folgenschweren Absturz im vergangenen Jahr bei „Tutto Gas“ wurden wach.
Allgemein spricht unser entsandtes Austro-Beamten-Team von einer heftigen Samstagnacht. „Wie wir befürchtet haben, war die Stimmung nach tage- und nächtelangem Feiern sehr aufgeheizt – und teils sehr aggressiv. So kam es auch zu zahlreichen Schlägereien“, berichtet der im Einsatz befindliche Revierinspektor Martin. Zumal sich die schwerst alkoholisierten Partygäste das ein oder andere Mal auch übermütig mit den Beamten selbst anlegten. Und da würden die italienischen Kollegen keinen Spaß verstehen.
Lignanos Neo-Polizeichef Lucio Rossio spricht über sein „Tutto Gas“-Debüt.
Krone: Sie sind jetzt seit sechs Monaten im Amt – haben Sie sich ‘Tutto Gas‘ so vorgestellt?
Rossio: Ich komme von einer Insel im Süden Italiens – da waren wir es gewohnt, Probleme mit Touristen zu lösen. Aber aufgrund der Besuchermenge ist das hier zu Pfingsten schon gewaltig. Eine große Herausforderung für alle Sicherheitskräfte.
Wie viele Polizisten sind an diesen Tagen im Einsatz?
Mehr als 100 Beamte sind im Dienst – in zivil und in Uniform. Tag und Nacht. Auch zwei Spürhunde-Staffeln sind vor Ort. Denn gerade bei einem Partyereignis wie diesem versuchen Suchtgifthändler, Drogen unter die Leute zu bringen. So haben wir am Freitag einen mutmaßlichen Dealer mit 500 Gramm Haschisch erwischt.
Es sind ja auch vier österreichische Beamte im Einsatz. Zufrieden mit der rot-weiß-roten Unterstützung?
Absolut! Die Kollegen leisten tolle Arbeit und spielen eine wichtig Rolle an diesem Wochenende. Um Sprachbarrieren zu überbrücken und zu deeskalieren.
Haben die österreichischen Gäste bis dato schon viele Probleme gemacht?
Wir hatten ein, zwei Wegweisungen, einige Identitätsüberprüfungen. Aber im Großen und Ganzen ist, abgesehen von den beiden Unfällen, noch nichts Dramatisches vorgefallen. Hauptsächlich müssen wir wegen Ruhestörungen und Betrunkenen einschreiten, die sich nicht mehr unter Kontrolle haben.
Flasche schlug neben Polizei ein
„Allgemein war der Alkoholpegel am Samstag sehr hoch. Tag und nachts. Die Sanitäter pendelten regelrecht zwischen Stadt und Notaufnahme.“ Welche zwischenzeitig sogar überbelegt war mit „Alkohol-Leichen“, wie die „Krone“ von Seiten der Stadt erfuhr. Auch die Privat-Partys auf den Hotel-Balkonen hielten die Sicherheitskräfte auf Trab. Gab es doch einige „Spaßvögel“, die es besonders lustig fanden, Glasflaschen in die Tiefe zu werfen. Eine soll gar direkt neben einer Polizeieinheit zerschellt sein.
Wie ebenfalls befürchtet, treiben auch wieder dreiste, organisierte Diebesbanden im wilden Partytreiben ihr Unwesen – zumal sie mit den betrunkenen Opfern leichtes Spiel haben. „Es gab eine Unzahl an Meldungen bezüglich gestohlener Brieftaschen und Handys“, bestätigt der Revierinspektor kurz vor seinem erneuten Dienstantritt Sonntagnachmittag.
„Aktion scharf“ auf den Straßen
Ruhiger dürfte es am offiziell letzten Partytag beziehungsweise in der letzten -nacht wohl nicht werden. Denn viele Gäste sind auch Samstagsabends noch angereist und drehen jetzt so richtig auf „Tutto Gas“ auf. Und der Rest bleibt ohnehin im Vollgas-Modus. Für den Abreisetag am Montag haben die italienischen Behörden auf den Ausfahrtsstrecken jedenfalls eine „Aktion scharf“ angekündigt.
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