Gefasst, aber doch auch enttäuscht stellte sich das österreichische Eishockey-Team nach dem 1:4 gegen die USA in der Mixed-Zone in Zürich den Interviewfragen. Bei Roger Bader (oben im Video), Kapitän Peter Schneider und Co. überwog angesichts von Platz 11 in der Endabrechnung und dem souverän geschafften Klassenerhalt in jedem Fall das Positive – der Teamchef hatte in der Vorbereitung einige schlaflose Nächte.
„Ich bin glücklich mit dem, was wir geleistet haben. Wir haben mit dieser Leidenschaft viele Fans dazu gewonnen, vor allem in der Schweiz“, zog Teamchef Roger Bader ein zufriedenes Fazit.
Die neun Punkte ergeben „das zweitbeste WM-Ergebnis der letzten 20 Jahre. Das Tüpfelchen auf dem i fehlte, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.“ Wo die fehlenden Punkte am ehesten zu holen gewesen wären? „Das mögliche Viertelfinale haben wir beim 2:6 gegen Deutschland ab der 30. Minute verpasst – mit Strafen, welche die NHL-Spieler der Deutschen dann ausgenützt haben.“
Die Vorbereitung sorgte nach den vielen Absagen – unter anderem von Kasper, Rossi, Haudum und Baumgartner – für Unsicherheit. „Ich habe vor der WM schlaflose Nachte gehabt, mit diesen Absagen“, gestand Bader. „Mit diesen vielen Ausfällen musste man Schlimmes befürchten, was den Klassenerhalt betrifft. Dass die Mannschaft dann so super zusammen gefunden hat, so sensationell gekämpft hat in den wichtigen WM-Spielen am Anfang, das war nictht selbstverständlich und zu erwarten.“
„Dann hätten wir es sofort genommen“
Kapitän Peter Schneider war „unglaublich stolz auf die Jungs, wie sie bis zum letzten Schritt gekämpft haben. Wenn jemand uns vor der WM gesagt hätte, dass es mit neun Punkten und drei Chancen aufs Viertelfinale endet, hätten wir es sofort genommen.“
Das Spiel gegen die USA war wichtig für den Lernprozess: „Man hat ganz wenig Zeit, es ist ein anderes Verteidigen auf diesem Level. Nicht so viel Zeit, sich den Abschluss auszusuchen, zudem sind die Passwege schnell mal geschlossen. Das macht es umso schwerer, schaut von außen blöd aus, wenn man die Chance nicht verwertet. Aber die Jungs gaben ihr Bestes.“
„Tor für die Ewigkeit“
Schneider hob speziell die WM-Debütanten hervor: „Da waren einige junge Spieler dabei, die in Zukunft sehr wichtig fürs Nationalteam sein werden. Sie werden in Zukunft noch selbstbewusster spielen.“ Verteidiger Thimo Nickl bilanzierte: „Wir haben das Ziel knapp, aber doch nicht geschafft. Am Ende können wir allerdings zufrieden sein.“ Simeon Schwinger, der gegen die USA den Ehrentreffer erzielt hatte, gestand: „Das war für mich ein Tor für die Ewigkeit, diesen Treffer vergesse ich nie.“
Mario Huber sah es auch selbstkritisch: „Wir haben es den USA zu leicht gemacht, zu viele leichte Gegentore kassiert.“ Und der Stürmer gestand: „Wir haben es nicht mehr geschafft, auf 100 Prozent zu kommen.“
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