Die triste Wirtschaftslage wird das neue Jahr prägen. Sie bringt gedämpfte Gehaltsabschlüsse, Gebührenerhöhungen, weniger Förderungen, dafür Härte im Sozialbereich. Öffi-Tickets werden teurer, das Pendeln wird dagegen stärker gefördert. Neu kommt die Teilpension; in den Schulen soll das Kopftuchverbot greifen. Und: Die Autobahnvignette gibt‘s zum letzten Mal als Pickerl. Hier finden Sie die wichtigsten Neuerungen im Überblick.
Gehälter steigen, aber unter Inflation: Nachdem die Teuerung 2025 (rund drei Prozent) im Vergleich zum Vorjahr immerhin etwas geringer ausfiel, steigen die Löhne mit Jahreswechsel weniger stark als noch vor einem Jahr. Bei den Metallern wurden die Ist-Löhne bereits um 1,41 Prozent angehoben, die Mindestentgelte um zwei Prozent. Die Beamten bekommen eine Erhöhung um 3,3 Prozent, allerdings erst mit Juli. Im Handel steigen die Mindestgehälter mit Jänner um 2,55 Prozent.
Der härteste Kampf wurde wohl in der Wirtschaftskammer geführt: Boss Harald Mahrer wollte um 4,2 Prozent erhöhen, nach einem Aufschrei musste er sogar den Hut nehmen. Die WKO-Beschäftigten erhalten nun eine Erhöhung um 2,1 Prozent ab Jänner.
Bei Pensionen zahlt jeder Dritte drauf: Bis zu einem Bezug von 2500 Euro wird hier die Inflation voll abgegolten, die lag zum Beschlusszeitpunkt im Oktober aber erst bei 2,7 Prozent. Bei höheren Bezügen gibt es einen Fixbetrag von 67,50 Euro – also je höher die Pension, umso geringer die Anpassung. Jeder Dritte zahlt im Schnitt drauf.
Teilpension wird eingeführt: 2026 bringt auch viele Neuerungen im Pensionssystem an sich. Die Teilpension soll großteils die Altersteilzeit ablösen: Das Prinzip ist, dass man bei Arbeitszeitverringerung neben dem Verdienst einen Teil der Pension ausbezahlt bekommt.
Wieder um ein halbes Jahr steigen wird das Pensionsalter für Frauen – für jene, die in der ersten Hälfte 1965 geboren sind, beträgt es 61,5 Jahre. Angehoben wird auch das Antrittsalter zur Korridorpension, von 62 auf 63 Jahre. Weiters neu ist, dass während der Altersteilzeit Nebenbeschäftigungen bei anderen Arbeitgebern nicht mehr erlaubt sind. Das betrifft auch geringfügige Beschäftigungen.
Pflegegeld wird routinemäßig erhöht: Für 2026 gibt es eine Steigerung um 2,7 Prozent – analog zu den Pensionen. Angepasst werden auch zahlreiche weitere Leistungen, etwa der Angehörigen-Bonus, Förderungen in der Palliativversorgung sowie Mittel für die Langzeitpflege und für den Ausbildungszuschuss.
Arbeitslose verlieren Zuverdienst: Arbeitslose dürfen nur noch in Ausnahmefällen das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe durch einen Zuverdienst aufstocken. Die meisten müssen bis spätestens 31. Jänner 2026 ihre Nebenjobs aufgeben, um die Ansprüche nicht rückwirkend zu verlieren.
Verschärfungen bei Sozialhilfe: Die ÖVP-SPÖ-NEOS-Koalition hat eine bundesweite Reform der Sozialhilfe bis 2027 angekündigt, ein Gutteil der Länder hat aber bereits von sich aus striktere Regeln beschlossen. Maximalbeträge werden im Jahr 2026 angepasst. Auch Wien setzt Maßnahmen, die in vielen Punkten Zugezogene treffen. Nähere Informationen zu Zahlungen und eine Länder-Übersicht finden Sie hier.
Längere Wertekurse für Flüchtlinge: Die verpflichtenden Orientierungskurse werden nunmehr statt drei fünf Tage dauern. Zum Abschluss werden die Asyl- bzw. subsidiär Schutzberechtigten eine zehn Punkte umfassende Integrationserklärung zu unterzeichnen haben, die ein Bekenntnis zu Rechtsstaat, Gleichbehandlung zwischen den Geschlechtern sowie zum „Leben österreichischer Traditionen“ enthält.
Eltern-Kind-Pass wird digital, und zwar ab 1. Oktober 2026. Neben dieser Neuerung wird im Gesundheitsbereich auch an der Kostenobergrenze bei der Rezeptgebührenbefreiung geschraubt. Die Rezeptgebühr selbst wird vorerst eingefroren und liegt wie schon 2025 bei 7,55 Euro. Kostenanteile für sogenannte Heilbehelfe (von 43 auf 46,20 Euro) und Selbstversicherung (der Monatsbeitrag kostet 572,74 statt bisher 526,79 Euro) steigen aber.
Entlastung für Steuerzahler: Der Pendlereuro steigt von zwei Euro pro Kilometer einfacher Fahrtstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz auf sechs Euro (siehe auch weiter unten). Mit 1. Jänner entfällt die Umsatzsteuer auf Frauenhygieneartikel und Verhütungsmittel. Erleichterungen für Kleinunternehmen soll die Erhöhung der Basispauschalierung bringen. Die Steuerstufen bei der Einkommenssteuer werden außerdem nur zu zwei Dritteln an die Inflationsrate angepasst.
Spätestens Mitte 2026 muss weiters die EU-Lohntransparenzrichtlinie in Österreich umgesetzt werden – eine Maßnahme, von der sich viele eine Verkleinerung der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen erhoffen. Wie sie hierzulande gestaltet wird, ist aber noch unklar.
Bausparprämie bleibt konstant: Im neuen Jahr wird die Bausparprämie erneut bei 1,5 Prozent liegen. Für die Zukunftsvorsorge beträgt die Prämie weiterhin 4,25 Prozent.
Niedrigere Stromkosten, aber höhere Gasnetzgebühren: Beim Strom steigen die Netztarife mit 1. Jänner zwar im Schnitt um 1,3 Prozent. Dass Strom dennoch für viele günstiger wird, liegt am neuen Sozialtarif und an der temporären Wiederabsenkung der Elektrizitätsabgabe. Beim Gas steigen die Netzgebühren mit Jahreswechsel aber erneut stark an, nämlich im Schnitt um 18,2 Prozent. Seit 2024 betragen die Mehrkosten damit bereits 38 Prozent oder pro Haushalt 137 Euro. Sparen kann man nur mit einem günstigeren Gasversorger – Stichwort: Tarifwechsel!
Das Interesse der Österreicher, mit eigenem Sonnenstrom die Energiekosten zu drücken, ist unterdessen enorm: Fast jeder Zweite nutzte den „Made In Europe – Bonus“. Dieser wird 2026 fortgeführt.
Parkplatz-Abzockerei soll eingedämmt werden: Die Regierung möchte Einschüchterungsklagen gegen Autofahrer die Grundlage entziehen. Missbräuchliche Kfz-Besitzstörungsklagen sollen unprofitabel werden. Dafür gibt es Senkungen bei Anwaltstarifen und Gerichtsgebühren.
Gefangene können schneller entlassen werden: Im Strafvollzug bringt das neue Jahr Erleichterungen bei bedingten Entlassungen aus dem Gefängnis. Mit 1. Jänner reichen sogenannte generalpräventive Gründe – also die Abschreckung der Allgemeinheit – nicht mehr aus, um diese abzulehnen.
Freuen kann sich hier ein prominenter Häftling bereits ab 2. Jänner: Karl-Heinz Grasser bekommt die Fußfessel und darf just zu seinem Geburtstag die Justizanstalt Innsbruck verlassen. Sein Mithäftling René Benko muss hingegen weiterhin in Untersuchungshaft bleiben.
Große Verkehrsprojekte: 2026 wird das wohl umstrittenste Verkehrsprojekt der vergangenen Jahre auf den Weg gebracht: der Wiener Lobautunnel. Zwar wird der Tunnel selbst noch nicht gebaut (die Genehmigungsverfahren sind noch nicht abgeschlossen), allerdings starten die Arbeiten für andere Abschnitte der S1-Nordostumfahrung. Weniger geteilt ist man im Süden: Mit dem Start des regulären Verkehrs auf der neuen Strecke der Koralmbahn wird hier enger zusammengerückt – bereits 160.000 Fahrgäste waren in den ersten zwei Wochen auf der neuen Koralmbahn unterwegs!
Licht und Schatten für Autofahrer: Hier wartet im neuen Jahr ein Bündel an neuen Vorgaben und Abgaben. So kommt es zu einer Erhöhung bei der motorbezogenen Versicherungssteuer, der Normverbrauchsabgabe (NoVA), der Vignette und den Öffi-Tickets. Doch es gibt auch Entlastungen – eine komplette Auflistung der Neuerungen für Autofahrer finden Sie hier. Für Nostalgiker: 2026 wird zum letzten Mal eine Klebevignette in Österreich angeboten. Ab 2027 wird es ausschließlich digitale Vignetten geben.
Hürden in Urlaubsländern: Auf Reisende kommen Änderungen in den beliebten Urlaubsländern wie Spanien, Griechenland und Kroatien zu, die großteils bürokratischen Mehraufwand bringen. So stellt Kroatien ab Herbst 2026 auf eine digitale Autobahnmaut um. In Bulgarien wird es leichter, das Land führt mit 1. Jänner 2026 den Euro ein.
Klimaticket wird teurer: Die Preise fürs Klimaticket ziehen in vier Bundesländern ab dem Jahreswechsel an, am deutlichsten in Oberösterreich. Um mehr als 100 Euro wird das Bundesland-Ticket teurer. Allerdings kann man das System noch austricksen – mehr Infos gibt‘s bei Krone+.
Neue Luftabwehr fürs Bundesheer: Ministerin Klaudia Tanners (ÖVP) Aufbauplan soll fortgesetzt werden. Ein Mammutprojekt ist die Beschaffung von Luftabwehrraketen, die im Zuge von Sky Shield gemeinsam mit anderen Staaten eingekauft werden könnten. Ein weiteres Vorhaben in Milliarden-Dimensionen ist die Eurofighter-Nachfolge. Dem Vernehmen nach soll sich eine eingesetzte Kommission zudem für eine Verlängerung des Wehrdienstes auf acht Monate plus zwei Monate Übungen aussprechen. Die „Krone“ zählt die acht wichtigsten Entscheidungen 2026 auf.
Brisante Neuerung an Schulen: Das Jahr 2026 bringt auch im Schulbereich eine ganze Reihe von Neuerungen – die wohl umstrittenste ist das Kopftuchverbot für Mädchen bis 14 Jahren. Ab Herbst ist eine Kopfbedeckung, die „das Haupt nach islamischen Traditionen verhüllt“, grundsätzlich verboten. Bei Verstößen werden in letzter Konsequenz Geldstrafen bis 800 Euro für Eltern möglich. Nach den Semesterferien soll an den Schulen eine Aufklärungsphase starten.
Rechtlich gilt so ein Verbot aber nach wie vor als wackelig. Gut möglich, dass sich der Verfassungsgerichtshof bald wieder damit beschäftigen wird.
Schülerinnen und Schüler mit Deutschförderbedarf müssen künftig überdies verpflichtend die Sommerschule besuchen. 400 Brennpunktschulen bekommen ab Herbst mehr Personal – das nennt sich „Chancenbonus“. An den heimischen Schulen steht außerdem Extremismus-Prävention im Vordergrund; die Regierung kündigte auch hier ein Maßnahmenpaket an.
Neues Masterstudium kommt: Das Jahr 2026 bringt im Hochschulbereich erstmals ein Psychotherapie-Masterstudium an öffentlichen Universitäten. Außerdem startet im Wintersemester 2026/27 (ein Jahr nach dem neuen Volksschul-Lehramtsstudium) auch jenes für die Sekundarstufe (Mittelschule, AHS, BMHS). An den Medizinuniversitäten gibt es 50 zusätzliche Studienplätze. Und: Es soll endlich digitale Studierendenausweise (via ID Austria) geben.
Keine größeren Wahlen: Nach intensiven Wahljahren bietet das kommende Jahr eine Verschnaufpause für die Bundesregierung – zumindest, was den Wählerwillen betrifft. Auf Bundes- und Landesebene steht 2026 überhaupt kein Urnengang an. Auf Gemeindeebene gibt es allerdings durchaus brisante Wahlen in Graz, wo KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr im Herbst erneut antritt. In St. Pölten, das seit 1950 von der SPÖ regiert wird, bemüht sich am 25. Jänner Langzeitbürgermeister Matthias Stadler um die Wiederwahl.
Auch das außenpolitische Jahr 2026 bringt keine großen Wahlen, aber dennoch mögliche Richtungsentscheidungen. Die US-Amerikaner können nämlich bei der Kongresswahl im November erstmals über den autoritären Kurs von Präsident Donald Trump abstimmen. Sollten Trumps Republikaner siegen, wird der Staatsumbau wohl weitergehen.
Der seit 2010 ebenfalls autoritär regierende Viktor Orbán muss sich im Frühjahr dem Wählervotum stellen – in Ungarn wird voraussichtlich im April ein neues Parlament gewählt.
Quellen: Kronen Zeitung, APA, Ministerien, Autofahrerclubs
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