Beklagt „Populismus“

Druck zu groß: WKO-Boss Harald Mahrer tritt zurück

Wirtschaft
13.11.2025 17:00

Der Druck wurde zu groß, jetzt zieht Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer die Konsequenzen. Am späten Nachmittag verkündete er mit einem persönlichen Video (siehe unten) seinen Rücktritt. Er wird interimsmäßig an seine Vizepräsidentin Martha Schultz übergeben.

Der Präsident der Wirtschaftskammer, Harald Mahrer kam zuletzt immer stärker unter Druck. Mehrere Landespräsidenten und zwei mächtige schwarze Landeshauptleute legten ihm den Rücktritt nahe. Nun brach Mahrer sein Schweigen und trat zurück. In einem Video verabschiedet sich der ÖVP-Politiker nach sieben Jahren an der Spitze der Wirtschaftskammer.

„Populismus und persönliche Ressentiments“
„Ich werde meine Funktion in der Wirtschaftskammer Österreich und im Wirtschaftsbund zurücklegen und ich werde in beiden Positionen für einen geordneten Übergang sorgen.“ Bei der derzeitigen Stimmung sehe er „keine Möglichkeit, verantwortungsvolle Beiträge für eine positive Zukunftsentwicklung zu leisten“. Das sei nicht sein „Spielfeld“. Zugleich beklagt er „Populismus und persönliche Ressentiments“.

Harald Mahrer tritt ab und beklagt in seinem Statement „persönliche Ressentiments“.
Harald Mahrer tritt ab und beklagt in seinem Statement „persönliche Ressentiments“.(Bild: Martin A. Jöchl)

Bundeskanzler Christian Stocker reagierte kurz nach dem Rücktritt: Mahrer habe „in einer auch für ihn sehr schwierigen Situation eine persönliche Entscheidung getroffen“, die zu respektieren sei. Er bedanke sich bei ihm für seine Verdienste um die Republik als Staatssekretär, Bundesminister und Präsident der Wirtschaftskammer.

Nun erwarte sich Stocker von der Wirtschaftskammer „in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine rasche Neuaufstellung im Sinne der österreichischen Wirtschaft und des gesamten Staates, um bestmöglich für den Aufschwung arbeiten zu können.“

Finanzminister: „Problematisch für die Sozialpartnerschaft“
Kritisch zu den Vorgängen äußerte sich Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ), der aus der Arbeiterkammer kommt, kurz vor Mahrers Rücktritt bei seinem Eintreffen zur Landeshauptleute-Konferenz in der Steiermark: „Die Schwäche der Wirtschaftskammer ist sicher problematisch für die Sozialpartnerschaft und schlecht für Österreich.“ Dauerhaft sieht er aber keine Gefährdung: „Ich glaube, das ist vorübergehend.“

Die UNOS, die NEOS in der WKÖ, forderten eine Kammerreform und ebenso wie die FPÖ eine Rücknahme der Erhöhungen der Entgelte für die Präsidiumsmitglieder. Die Grüne Wirtschaft wies einmal mehr auf den „Zorn der Unternehmer über den aufgeblähten, teuren Apparat der Wirtschaftskammer“ hin.

Freitag werden nächste Weichen gestellt
Am Freitag findet auch eine Sitzung der Landespräsidenten statt, in der die nächsten Weichen gestellt werden. Unmittelbar übernimmt nun seine Vizepräsidentin Martha Schultz. Die Tirolerin dürfte aber eine Interimslösung bleiben. Wer langfristig Mahrer beerbt, ist noch unklar. 

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