Vorab-Bericht zum Test

ÖAMTC warnt: Lebensgefahr bei zwei Kindersitzen

Österreich
06.10.2026 09:36
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der ÖAMTC warnt vor gravierenden Sicherheitsproblemen bei zwei Kindersitzen. Im Ernstfall bestehe bei den Modellen bei einem Frontalcrash sogar Lebensgefahr, hieß es am Dienstag.

Betroffen sind die Babyschale „Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z“ und der Kleinkindersitz „Axkid Minikid Core“.

„Wir erachten das von diesen Sitzen ausgehende Sicherheitsrisiko für so hoch, dass wir uns in der Pflicht sehen, noch vor Veröffentlichung der Gesamtergebnisse am 20. Oktober 2026 auf das gefährliche Verhalten der beiden Modelle aufmerksam zu machen“, erklärte ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl in einer Aussendung am Dienstag.

Komplettes Versagen
Beim Frontalaufpralltest der Autofahrerclubs und der Stiftung Warentest werden die Kindersitze auf einer handelsüblichen Rückbank montiert. Diese wird auf einem Metallschlitten auf 50 km/h beschleunigt und anschließend abrupt abgebremst. Beide Modelle hielten dieser Belastung laut ÖAMTC nicht stand.

Bei der Babyschale von Britax Römer öffnete sich demnach das Gurtschloss des Hosenträgergurtes. Der Dummy wurde dadurch aus der Babyschale geschleudert. Beim Axkid Minikid entriegelte sich den Angaben zufolge der Stützfuß und fuhr vollständig ein. Zudem brach das Gurtschloss aus der Sitzschale, wodurch das Becken des Dummys nach oben geschleudert wurde.

Untersuchung eingeleitet, Rückruf veranlasst
Die Hersteller wurden laut ÖAMTC vorab über die Testergebnisse informiert. Britax Römer habe mitgeteilt, die Ursache für das Versagen des Gurtschlosses derzeit zu untersuchen. Über weitere Maßnahmen wie Austausch, Reparatur oder Rückruf solle erst nach Abschluss der technischen Untersuchung entschieden werden. Wer den Britax Römer Baby-Safe Pro mit der Isofix-Basis Vario Base 5Z nutze, sollte nur noch die aufrechte Position wählen oder auf den Fahrzeuggurt umsteigen. Mit dem Autosicherheitsgurt angeschnallt bestand die Babyschale in aufrechter als auch liegender Position den Crashtest.

Axkid habe dagegen mitgeteilt, den Verkauf des „Minikid Core“ eingestellt und einen freiwilligen Rückruf eingeleitet zu haben. Kunden werde ein Austausch des getesteten Sitzes gegen einen „Minikid 4 Pro“ angeboten, so der ÖAMTC.

Höhere Belastung als bei Zulassungsprüfung
Die Frontalaufprallversuche im Rahmen der ÖAMTC-Kindersitztests orientieren sich hinsichtlich der Unfallschwere an den aktuellen Euro-NCAP-Fahrzeugcrashtests. Dabei wirken laut ÖAMTC deutlich höhere Kräfte auf die Testprodukte als bei den gesetzlich vorgeschriebenen Zulassungsversuchen gemäß UN-Regelung 129.

Die Ergebnisse vergangener Kindersitztests zeigen dem ÖAMTC zufolge, dass zahlreiche Modelle auch diesen höheren Belastungen standhalten. Zudem würden viele Hersteller die Kriterien der Verbraucherschutztests bereits bei der Produktentwicklung berücksichtigen.

Vor dem Kauf informieren
ÖAMTC-Techniker Kerbl rät Eltern, sich vor dem Kauf eines Kindersitzes umfassend über unabhängige Testergebnisse zu informieren. Die vollständigen Ergebnisse der aktuellen Testrunde werden am 20. Oktober 2026 veröffentlicht.

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