Kann sogar schwimmen

Rolls-Royce-Killer aus China kostet 300.000 Euro!

Motor
08.11.2026 08:43

5,60 Meter lang, gegenläufig öffnende Türen, Jade im Innenraum und mehr als 1000 Kilometer Reichweite: BYD steigt mit dem Yangwang Altior in die absolute Luxusklasse ein. Der neue Konkurrent für Rolls-Royce und Maybach kann sogar auf der Stelle drehen – und notfalls schwimmen.

In den Türen stecken maßgefertigte Regenschirme, in den Lüftungsdüsen echte Jade, und wenn es der Chauffeur mit der Fahrt ins Grüne allzu wörtlich nimmt, kann die Luxuslimousine im Notfall sogar schwimmen. BYD hat mit dem Yangwang Altior ein automobiles Prunkstück vorgestellt. Und dabei zeigen die Chinesen ein bemerkenswertes Selbstbewusstsein.

Präsentiert wurde der Altior am Samstag in Abu Dhabi. Er gehört zur Luxusmarke Yangwang, mit der BYD bereits den spektakulären Geländewagen U8 und den über 3000 PS starken Supersportwagen U9 Xtreme auf die Räder gestellt hat. Letzterer knackte erst vor wenigen Tagen mit 503,17 km/h die magische 500-km/h-Marke. Nun will man also auch noch in der automobilen Oberklasse für neue Maßstäbe sorgen.

Größer als ein Rolls-Royce Ghost
Dafür haben die Entwickler ordentlich in die Vollen gegriffen. 5,60 Meter misst die Limousine in der Länge, bei 2,03 Metern Breite und 3,50 Metern Radstand. Damit überragt sie sogar den Rolls-Royce Ghost Extended. Die Front steht beinahe senkrecht, der riesige Kühlergrill besteht aus 137 schmucksteinartig geschliffenen Elementen.

Der Yangwang Altior macht einen herrschaftlichen Eindruck – mit 5,6 Meter Länge und jeder Menge ...
Der Yangwang Altior macht einen herrschaftlichen Eindruck – mit 5,6 Meter Länge und jeder Menge Luxus.(Bild: BYD)

Die Gestaltung orientiert sich an einem altchinesischen Bronzegefäß namens Ding, das traditionell für Macht und Würde steht. Selbst die Lichtinszenierung ist darauf abgestimmt: Zwölf Elemente beginnen beim Annähern an das Fahrzeug nacheinander zu leuchten.

Besonders eindrucksvoll ist der Einstieg. Wie bei Rolls-Royce sind die hinteren Türen hinten angeschlagen und öffnen sich gegenläufig zu den vorderen. Während diese bis zu 80 Grad aufschwingen, schaffen die hinteren sogar einen Öffnungswinkel von 90 Grad. Das dürfte den Einstieg mit besonders ausladender Abendgarderobe erheblich erleichtern.

Jade, Massagesessel und 39 Lautsprecher
Im Innenraum wird der Luxusanspruch erst richtig deutlich. Die zunächst vorgestellte viersitzige Variante besitzt hinten zwei separate Liegesessel mit ausfahrbaren Beinauflagen und aufwendiger mechanischer Massage. Per Knopfdruck fahren die Sitze in eine Ruheposition, Sonnenschutzrollos schließen sich, das Licht wird gedimmt und die Massage beginnt. Der Beifahrersitz kann sich nach vorne wegklappen, damit der Fahrgast rechts hinten freie Sicht nach vorne bekommt.

(Bild: BYD)
(Bild: BYD)
(Bild: BYD)
(Bild: BYD)
(Bild: BYD)
(Bild: BYD)
(Bild: BYD)

Ein elektrisch ausfahrender 21,4-Zoll-Bildschirm sorgt für Unterhaltung, das Dynaudio-Soundsystem mit 39 Lautsprechern für die passende Beschallung. Die Hochtöner fahren beim Einschalten sogar aus ihren Gehäusen.

Dazu kommen Kühlschränke vorne und hinten, wobei die 5,5-Liter-Einheit im Fond Getränke kühlen und wärmen kann. Edles Leder, echtes Holz, Wollteppiche und aufwendig bestickte Bezüge sind selbstverständlich. Die Lüftungsdüsen werden mit gelber Hetian-Jade verziert, die von Hand bearbeitet wird. Selbst die Schalter aus Metall hat BYD nach eigenen Angaben auf ihren Klang hin untersucht.

Vier Motoren – und schwimmen kann er auch
Technisch setzt BYD auf seine e⁴-Plattform mit vier einzeln gesteuerten Elektromotoren. Jedes Rad lässt sich unabhängig antreiben, wodurch sich die Kraft besonders präzise verteilen lässt. Auch ungewöhnliche Fahrmanöver werden damit möglich.

So kann sich der Altior nach dem sogenannten Tank-Turn-Prinzip auf der Stelle drehen. Bei einem 5,60 Meter langen Auto ist das durchaus eine praktische Eigenschaft. Außerdem soll die aufwendige Antriebssteuerung bei einem Reifenplatzer das Fahrzeug stabil halten.

(Bild: BYD)
(Bild: BYD)

Und dann wäre da noch die Notschwimmfähigkeit. Sollte die Luxuslimousine versehentlich im Wasser landen, soll sie vorübergehend schwimmfähig bleiben. Als Amphibienfahrzeug für den regelmäßigen Ausflug auf den See ist sie freilich nicht gedacht – nach einer Wasserfahrt bringt der notwendige Besuch in der Werkstatt Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich.

Auch das Fahrwerk ist aufwendig. Das aktive DiSus-System kann die Fahrbahn voraus erfassen und die Federung entsprechend anpassen. Zusammen mit der individuellen Radsteuerung sollen Karosseriebewegungen auf ein Minimum reduziert werden. Gerade im Fond dürfte das den Komfort erhöhen.

Wie viel Leistung die vier Elektromotoren entwickeln, verrät BYD noch nicht. Ebenso fehlen Angaben zur Batteriekapazität.

1000 Kilometer Reichweite, fünf Minuten Ladezeit?
Immerhin nennt BYD bereits eine beeindruckende Reichweite: Über 1000 Kilometer sollen mit einer Ladung möglich sein. Allerdings nach dem chinesischen CLTC-Zyklus, der in der Regel günstigere Ergebnisse liefert als die europäische WLTP-Messung. Einen offiziellen WLTP-Wert gibt es noch nicht.

Noch spektakulärer ist die Ladetechnik. Der Altior erhält die zweite Generation der Blade-Batterie und BYDs neues Flash-Charging-System. Damit sollen Ladeleistungen von bis zu 1500 kW möglich sein. Für diese Kombination aus Batterie- und Ladetechnik nennt BYD eine Ladezeit von gerade einmal fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent. Nach neun Minuten sollen sogar 97 Prozent erreicht sein.

Ob der Altior selbst diese Werte schafft, hat BYD allerdings noch nicht bestätigt. Die konkreten Ladezeiten und Ladeleistungen der Luxuslimousine sollen erst später bekannt gegeben werden. Voraussetzung für das extreme Ladetempo ist außerdem eine entsprechend leistungsfähige Flash-Ladesäule.

Auch bei den Assistenzsystemen fährt die Limousine groß auf. Das System God‘s Eye A soll unter anderem navigationsgestütztes Fahren von Parkplatz zu Parkplatz unterstützen. Welche Funktionen davon außerhalb Chinas tatsächlich verfügbar sein werden, ist offen.

An die 300.000 Euro für die Luxusversion
In China können Interessenten bereits die auf 399 Exemplare limitierte Sonderedition Shanhe Dingyun vorbestellen. Als vorläufiger Preis werden 2,08 Millionen Yuan genannt, umgerechnet rund 280.000 Euro. Schon die Anzahlung beträgt 300.000 Yuan, also ungefähr 40.000 Euro. Der endgültige Verkaufspreis steht allerdings noch nicht fest.

Später soll eine reguläre Executive Edition folgen, auch eine fünfsitzige Variante ist vorgesehen. Wann die Auslieferungen beginnen und ob der Altior offiziell nach Europa kommt, ist bisher nicht bestätigt. 

Mit dem Altior zeigt BYD jedenfalls, wie weit die Ambitionen des chinesischen Autokonzerns mittlerweile reichen. Vom günstigen Dolphin Surf bis zum Rolls-Royce-Konkurrenten deckt das Unternehmen inzwischen eine bemerkenswerte Bandbreite ab.

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