Volkswagen greift zu immer drastischeren Maßnahmen, um die aktuelle Krise zu bewältigen. Laut einem Medienbericht sollen nun 100.000 Stellen gestrichen werden. Außerdem plant der Konzern, die Kernmarke VW herauszulösen und eine eigene Gesellschaft zu gründen.
Auch die Komponententochter soll aus dem Konzernverbund herausgenommen werden, schreibt das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Insider. Die einzelnen Marken könnten dann an der Börse platziert werden, Volkswagen als Konzern schrumpft.
Außerdem sollen dem Bericht zufolge in den nächsten Jahren weltweit bis zu 100.000 der aktuell gut 650.000 Stellen gestrichen werden. Bislang war nur von 50.000 die Rede.
Zudem könnten mittelfristig vier Werke geschlossen werden, konkret die VW-Standorte in Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk Neckarsulm. Der Produktionsstopp ist mit dem Auslauf der dort aktuell gefertigten Modelle geplant, schreibt das Branchenblatt.

In Zwickau werden derzeit E-Autos wie der ID.3 und der Cupra Born gefertigt, in Hannover sind Nutzfahrzeuge zu Hause. Das Werk in Emden produziert die Modelle ID.4 und ID.7.
Das Magazin zitiert einen Insider mit der Aussage, dass in dem zentralen Papier bewusst keine eindeutige Zahl stehe, die Radikalität des Plans dennoch beispiellos sei.
Ein VW-Sprecher erklärte dazu, sein Unternehmen kommentiere interne, vertrauliche Unterlagen nicht. Die zu Grunde liegenden Sachverhalte würden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess solle nicht vorgegriffen werden. „Richtig ist, dass die gesamte Automobilindustrie und die Volkswagen Group eine tiefgreifende Transformation durchlaufen“, ergänzte er. Der gesamte VW-Konzern einschließlich der Marken und Gesellschaften müsse sich tiefgreifend verändern. Der Konzernvorstand habe dazu in den vergangenen Monaten intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet. „Es geht darum, das Unternehmen insgesamt effizienter und schlanker aufzustellen sowie technologische Synergiepotenziale konsequent zu nutzen.“ Der Aufsichtsrat soll am 9. Juli über das Thema beraten.
Fix beschlossen dürfte noch nichts sein, aber VW-Chef Oliver Blume soll seine Pläne für das Sanierungskonzept bereits dem Vorstand vorgestellt haben.
Scharfe Kritik von Gewerkschaft und Betriebsrat
Die Gewerkschaft IG Metall und der VW-Betriebsrat übten scharfe Kritik an den möglichen Plänen. „Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von IG-Metall-Chefin Christiane Benner, Bezirksleiter Thorsten Gröger und Betriebsratschefin Daniela Cavallo.
„Die erneuten Medienberichte verunsichern unsere Belegschaft und unsere Standortregionen zu Recht“, heißt es in der Mitteilung. „Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen.“
VW als Marke ist gerade dabei, den Kurs zu ändern, wieder zurück zu. Mehr Kundenorientierung und Produktqualität. Das äußert sich unter anderem in anderem Design, einfach zu durchschauender, unkomplizierter Fahrzeugbedienung, wertigerer Anmutung und einem neuen Augenmerk auf Emotionalität in den Fahrzeugen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.