„Sollte eine dieser Personen mit Ihnen Kontakt aufgenommen haben, bitte melden Sie sich“: In einer dringlichen Mail an alle Soldaten sucht das Verteidigungsministerium in Wien nach Hinweisen auf 21 mutmaßliche russische Agenten, die als Diplomaten getarnt spioniert haben sollen.
Nur wenige Tage, nachdem in deutschen Medien die Namen und teils Fotos von 21 mutmaßlichen russischen Spionen aufgetaucht sind, sucht jetzt auch das Bundesheer nach den Männern: „Sollte Ihnen eine oder mehrere dieser Personen bekannt sein oder mit Ihnen Kontakt aufgenommen haben, werden Sie ersucht, dies über die Meldestelle Spionage als Beitrag zur Spionageabwehr dem Abwehramt mitzuteilen“, hieß es.
Befürchtet wird, dass die Russen gezielt den Kontakt zu Personen im Österreichischen Bundesheer gesucht haben, um Informationen zu gewinnen.
Bei den Gesuchten handelt es sich um diese Personen:
Die Namen und Bilder der Personen stammen aus der Datenbank Rupep.org des russischen Oppositionsmediums „Agentstvo“, die österreichischen Nachrichtendienste stufen die Informationen als glaubwürdig ein.
Die deutsche „Bild“ übersetzte die Namen und Funktionen der Gesuchten von der Oppositionsplattform folgendermaßen:
Personal in der russischen Botschaft in Wien:
Russische Mitarbeiter in der OSZE in Wien:
Mitarbeiter in der IAEA in Wien:
Mutmaßliche Agenten bei den Vereinten Nationen:
Wien gilt seit jeher aufgrund seiner geografischen Lage quasi in der Mitte von Europa als Welthauptstadt der Spione. Der ungewöhnliche aufgeblähte Stab an Mitarbeitern der russischen, aber auch anderen Botschaften lässt auf eine dementsprechend hohe Zahl an Agenten schließen.
Allein in der russischen Vertretung im dritten Wiener Gemeindebezirk soll eine dreistellige Anzahl an Verbindungsleuten Moskaus unser Land ausspionieren. Ziel der Geheimdienstler: Sie sammeln Informationen über Politiker, Firmenchefs oder Russland-Kritiker und schicken diese an den Kreml.
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