Feuer in Crans-Montana
Alle italienischen Brandopfer sind wieder zu Hause
Nach 224 Tagen Behandlung hat am Donnerstag das letzte italienische Crans-Montana-Brandopfer das Krankenhaus verlassen. Insgesamt wurden zwölf Patientinnen im Verbrennungszentrum eines Mailänder Spitals betreut. Mehr als 50 Operationen und mindestens 30 Verbandswechsel unter Sedierung waren bei den verletzten Jugendlichen nötig.
Bei dem verheerenden Feuer in der Silvesternacht waren 41 Menschen ums Leben gekommen und 115 weitere verletzt worden, die meisten davon schwer. Die Verletzten wurden auf mehrere Krankenhäuser aufgeteilt, unter anderem auch auf Einrichtungen in der Schweiz. Ende Juni hieß es, dass immer noch 25 von ihnen in Krankenhäusern behandelt würden, neun davon in der Schweiz. Viele hatten schwere Verbrennungen, Atemwegs- und Rauchgasvergiftungen erlitten.
Nun wurde bekannt gegeben, dass alle italienischen Brandopfer wieder zu Hause seien. Die jungen Leute bräuchten Geduld und Kraft, das Geschehene hinter sich zu lassen und Schritt für Schritt in den Alltag zurückzukehren, sagte Guido Bertolaso, Gesundheitsbeauftragter der Region Lombardei. Einige Verletzte wurden bereits mehrfach operiert, um beispielsweise die durch Verbrennungsnarben eingeschränkte Beweglichkeit der Hände wiederzuerlangen.
Reha-Marathon
Die Schweizer Tageszeitung „Blick“ berichtete, dass seit Jänner Dutzende Brandopfer in spezialisierten Reha-Zentren aufgenommen worden seien. Ein Teil habe den Aufenthalt bereits abgeschlossen, andere stünden noch am Anfang der Therapie. Sie müssten alltägliche Bewegungen neu lernen, kämpften mit Schmerzen, Schlafstörungen und der Angst vor einem Rückfall. Pflegeteams gaben an, dass einige Überlebende anhaltend erschöpft seien. Das habe auch mit der psychischen Belastung zu tun.
Die Katastrophe wurde von Sprühfontänen ausgelöst, die an Champagnerflaschen angebracht waren, und die Deckenverkleidung der Bar „Le Constellation“ in Brand setzten. Innerhalb kurzer Zeit stand die gesamte Decke in Flammen. Inwieweit die Brandvorgaben eingehalten wurden und ob die Gemeinde ihrer Kontrollpflicht nachgekommen ist, wird noch behördlich untersucht. Die Walliser Staatsanwaltschaft ermittelt gegen insgesamt 15 Personen, darunter gegen die Betreiber Jacques und Jessica Moretti wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und Brandverursachung.









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