Der Salzburger Luka Mladenovic hat EM-Bronze über 200 m Brust geholt. Bei den kontinentalen Langbahn-Titelkämpfen in Paris schlug der 22-Jährige am Donnerstag im Finale über diese Distanz in 2:08,91 Minuten an und blieb damit sechs Hundertstel über seinem am Vorabend im Semifinale fixierten OSV-Rekord. Es ist die dritte internationale Medaille von Mladenovic in der internationalen Klasse, im Dezember hatte er zweimal Kurzbahn-EM-Bronze gewonnen.
Langbahn-Europameister über die längste Brustdistanz gibt es bei den OSV-Männern damit freilich weiter keinen. Maxim Podoprigora hatte 2000 in Helsinki ebenfalls Bronze geholt. Europameisterin über 200 m Brust wurde Mirna Jukic sowohl 2002 in Berlin wie auch 2004 in Madrid, 2008 in Eindhoven wurde es Silber. Schon bei der zweiten von nunmehr 38 Europameisterschaften 1927 in Bologna hatte Hedy Bienenfeld als Dritte zugeschlagen. Mladenovic gewann Österreichs 32. Medaille im 50-m-Becken bzw. die elfte in Silber/13. in Bronze.
Die jüngsten rot-weiß-roten EM-Goldcoups gab es vor zwei Jahren bzw. nach 16-jähriger Pause in Belgrad, sie gelangen Felix Auböck über 400 m Kraul und dem Quartett Bernhard Reitshammer/Valentin Bayer/Simon Bucher/Heiko Gigler über 4 x 100 m Lagen. Für Mladenovic selbst ist es sein bisher größter Erfolg. Außer seinen Kurzbahn-Erfolgen wurde er vor einem Jahr in Singapur WM-Finalachter über 50 m Brust, rund einen Monat davor in Samorin in der Slowakei Triple-U23-Europameister. Er hält inklusive aller internationalen Nachwuchsmedaillen bei zehn Podesträngen.
Drüsenfieber warf ihn im Olympia-Jahr zurück
Seine Medaillenpremiere hatte Mladenovic 2022 auf Junioren-Ebene gegeben. EM-Silber über 200 m Brust in Otopeni/Rumänien ließ der damals 18-Jährige bei den Weltmeisterschaften in Lima einen vollen Medaillensatz folgen, das Gold gab es über 100 m Brust. Zwischen diesen beiden Stationen sammelte er bei der EM der allgemeinen Klasse in Rom ebenso Erfahrung wie er es im Jahr davor als 17-Jähriger bei der Budapest-EM getan hatte. Das gesamte erste Halbjahr 2024 wie auch Olympia in Paris verpasste er wegen einer Erkrankung an Pfeiffer‘schen Drüsenfieber.
Mladenovic arbeitet zielgerichtet an seiner Karriere. Vor einem Jahr wechselte er vom Trainingsstützpunkt in Salzburg und Trainer Plamen Ryaskov in die USA an die University of Michigan, schon davor hatte er Kontakt mit Star-Coach Bob Bowman und Arizona gehabt. Der ging 2024 aber an die Texas-University nach Austin, wo nun auch Mladenovic einen Platz erhalten hat. Der OSV-Athlet kannte da keine Kompromisse, da ihm Training und Ernährung in Ann Arbor nicht zugesagt hatten: „Ich habe schon im November, Dezember gewusst, dass ich wechseln werde.“
Mit seinem bisher größten Erfolg als Anschub geht es nun in ein paar Wochen in Austin in den „True Start“ einer kompletten Saison, nachdem Mladenovic zuletzt schon von seinen ersten sieben Wochen im neuen Umfeld begeistert war. „Ich bin gespannt, wo der Weg hinführt“, meinte er im APA-Gespräch. Interessant wird sein, ob es für ihn in Richtung einer bestimmte Präferenz für eine Distanz geht. Bisher hatte er seine Erfolge recht gleich verteilt, kam nun zwölf Monate nach dem Sprint-WM-Finale doch der Medaillengewinn über die längste Bruststrecke.
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