Abends bewusst auf grelles Licht zu verzichten – zumindest unter der Dusche – gilt derzeit als Trend in den sozialen Medien. Im Dunkeln zu duschen verspricht weniger Stress, mehr Ruhe und sogar besseren Schlaf. Doch was steckt wirklich hinter dem „Hype“ und kann uns das im Alltag irgendwie helfen?
Hand aufs Herz: Wer steht abends nicht des Öfteren im Bad und wird vom grellen Licht wieder so wach, dass das Schlafengehen plötzlich in weite Ferne rückt? Genau hier setzt ein neuer Wellness-Trend an, der gerade durch die sozialen Medien geistert: „Dark Showering“, auf Deutsch: „Dunkel-Duschen“. Klingt zunächst ungewohnt oder gar nach Stromausfall – soll aber tatsächlich beim Ein- und Durchschlafen helfen und den Abend ruhiger machen.
Die Idee ist simpel: Statt hellem Licht gibt’s abends nur gedimmtes oder gar kein Licht im Bad. Laut Experten kann das tatsächlich sinnvoll sein. Denn unser Alltag ist voller Reize, also Eindrücken wie Lärm, vielen Informationen – und eben jede Menge Licht, nicht zuletzt durch Bildschirme. Das Gehirn läuft quasi im Dauerbetrieb in einem Zustand erhöhter Wachsamkeit. Eine ruhige Dusche ohne viel Licht hilft daher, diesen „Dauer-Alarm“ langsam herunterzufahren sowie Körper und Psyche auf die Nacht vorzubereiten.
Wie es zum positiven Effekt kommt
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Schlafhormon Melatonin. Helles Badezimmerlicht unterdrückt dessen Ausschüttung. Dem Gehirn wird signalisiert, dass noch Tag ist. Der Körper denkt dann, er müsse „frisch und munter“ sein. Weniger Licht am Abend unterstützt also dabei, schneller in den Ruhemodus zu finden.
Auch das Nervensystem – also unser inneres Steuerzentrum – könnte profitieren und zusätzlich eine große Rolle spielen. Denn warmes Wasser, das gleichmäßige Prasseln und reduzierte visuelle Reize wirken beruhigend. Viele Menschen empfinden diese Kombination als entspannend, wodurch sich auch das sogenannte Gedankenkarussell verlangsamt.
Ein weiterer Aspekt ist die Gewohnheit: Abendliche Routinen haben einen starken Einfluss auf unser Wohlbefinden und (Ein)schlafverhalten. Wer regelmäßig unter der abendlichen Dusche bewusst „abschaltet“, etabliert ein Ritual, das dem Körper signalisiert: Der Tag ist zu Ende. Das kann dabei helfen, rascher zur Ruhe zu kommen und das Einschlafen zu erleichtern.
Wissenschaftlich ist der Trend zwar noch nicht umfassend untersucht, es gibt bislang keine spezifischen Studien zum „Dunkel-Duschen“. Allerdings zeigen zahlreiche Untersuchungen zur Wirkung von Licht am Abend, dass weniger Helligkeit „mehr“ ist und den Schlaf fördert. Schlafen Sie gut!
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