Mund zukleben, Weichselsaft oder Schlaftees trinken – in den sozialen Medien bekommt man jede Menge Tipps für eine perfekte Nacht. Vom „Sleepy Girl Mocktail“ bis zum „Mouth Taping“ wird dort alles beschrieben, was angeblich besseren Schlaf verspricht. Was steckt hinter den Trends und wie sinnvoll ist „Sleepmaxxing“ wirklich?
Wer schlecht schläft, stößt in den sozialen Medien schnell auf den Trend „Sleepmaxxing“ – und damit auf unzählige Tipps für die angeblich perfekte Nacht. Leider sind nicht alle davon sinnvoll, manche gelten sogar als gefährlich.
Besonders beliebt ist derzeit „Mouth Taping“. Dabei wird nachts der Mund mit einem speziellen Pflaster zugeklebt, damit man nur durch die Nase atmet. Dadurch soll man angeblich ruhiger schlafen und weniger schnarchen. Wissenschaftliche Beweise für einen echten Nutzen fehlen aber bisher. Experten warnen außerdem davor, dass die Methode bei Menschen mit bislang unerkannten Atemaussetzern im Schlaf sogar gefährlich werden kann. Also lieber Finger weg!
Alkoholfreier Schlaf-Cocktail
Dann wäre da noch der „Sleepy Girl Mocktail“. Hinter dem hübschen Namen steckt meist eine Mischung aus Sauerkirschsaft (Weichselsaft), Magnesium und Mineralwasser. Weichselsaft enthält tatsächlich eine geringe Menge des Schlafhormons Melatonin, die naturgemäß deutlich unter jener von Melatonin-Präparaten liegt. Studien zeigen zwar leichte positive Effekte auf den Schlaf, insgesamt bleibt die Wirkung aber überschaubar.
Bei Magnesium sieht es ähnlich aus: Es kann manchen Menschen beim Einschlafen helfen – besonders dann, wenn ein Mangel besteht. Wer seine Magnesiumzufuhr auf natürliche Weise erhöhen möchte, kann auf Lebensmittel wie Kürbiskerne, Mandeln, Pistazien, Haferflocken, Kakao, Avocado oder magnesiumreiches Mineralwasser setzen. Bei Nahrungsergänzungsmitteln (wie in diesem Mocktail verwendet) ist jedoch immer Vorsicht geboten! Gerade bei höher dosierten Produkten empfiehlt es sich, vor der Einnahme einen Arzt oder Apotheker um Rat zu fragen.
Melatoninreiche Lebensmittel
Passend dazu „trendet“ gerade auch „Melatonin Food“. Dabei geht es um Lebensmittel, die von Natur aus Melatonin enthalten. Besonders oft genannt werden neben Weichseln auch Pistazien, Paradeiser, Erdbeeren, Kiwis, Haferflocken, Reis sowie Milch- und Milchprodukte. Klingt praktisch – einfach snacken und einschlafen. Das Problem: Auch hier sind die enthaltenen Mengen meist ziemlich gering. Laut Forschern müsste man davon oft unrealistisch viel essen. Trotzdem können solche Lebensmittel natürlich Teil einer entspannenden Abendroutine sein.
Schon vom „Sleepy Girl Tea“ gehört?
Unter dem Namen „Sleepy Girl Tea“ kursieren derzeit auch Rezepte für Kräutertees mit Kamille, Pfefferminze oder Lavendel. Vor allem Kamille wird seit Jahren mit Entspannung verbunden. Wissenschaftlich ist die Wirkung zwar nicht eindeutig bewiesen, viele Menschen empfinden warme Kräutertees am Abend aber als beruhigend. Ein ungefährlicher „Trend“ also, den man mitmachen kann – und von dem auch schon unsere Omis wussten.
Oft kommt einem auch der Begriff „Bedrotting“ unter. Dahinter steckt schlicht das stundenlange Liegen im Bett – oft mit Handy und Snacks, während man sich Serien ansieht. Für einen gemütlichen Sonntag okay, für guten Schlaf eher weniger. Experten empfehlen nämlich, das Bett möglichst nur mit Schlaf zu verbinden. Wer dort dauerhaft scrollt oder Serien schaut, trainiert sein Gehirn eher auf Wachsein als auf Müdigkeit.
Die klassischen Tipps für guten Schlaf bleiben daher überraschend langweilig – aber wirksam: feste Schlafenszeiten, leichte Mahlzeiten vor dem Zubettgehen, wenig oder gar kein Koffein am Abend, ein kühles und gut abgedunkeltes Schlafzimmer sowie möglichst wenig Bildschirmzeit kurz vor dem Einschlafen. Diese Ratschläge sind wahrscheinlich nicht besonders klickstark, aber Experten zufolge immer noch deutlich sinnvoller als ein Klebeband im Gesicht.
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