Ein schwerer Fehler mit fatalen Folgen: Ein in Tirol lebender Kroate (67) soll sich nach einer Überdosis an Schlafmitteln ans Steuer gesetzt und die Kontrolle über seinen Wagen verloren haben. Mit voller Wucht krachte er in ein geparktes Fahrzeug, in dem ein Mann schlief. Vor Gericht schrammte der Unfalllenker jetzt nur knapp an einer unbedingten Haftstrafe vorbei.
Mit einer bemerkenswerten Aussage sorgte der 67-Jährige am Dienstag vor dem Innsbrucker Landesgericht für Kopfschütteln: Nachdem er unter Einfluss von Schlaftabletten einen Crash verursacht und dabei einen Mann verletzt hatte, meinte er lediglich trocken: „Ich habe ja niemanden umgebracht.“
In abgestelltes Auto gekracht
Der Unfall ereignete sich im Oktober 2025 im Stadtgebiet von Innsbruck. Laut Strafantrag war der arbeitslose Angeklagte, der sich mit gelegentlichen Flohmarktverkäufen über Wasser hält, nach der Einnahme der doppelten Dosis seiner Schlafmedikamente mit dem Auto seiner Freundin unterwegs. Infolge eines Sekundenschlafs verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug und krachte gegen ein in einer Parklücke abgestelltes Auto. Kurioserweise schlief darin auf der Rückbank ein 52-jähriger Spanier, der durch den Aufprall ein Schleudertrauma erlitt.
Egal, ob Sie 20 Meter oder 50 Kilometer gefahren sind. Ich möchte mir erst gar nicht ausmalen, wenn dort ein Kind auf der Straße gewesen wäre.

Richter Norbert Hofer
Bild: Christof Birbaumer
Keinerlei Einsicht, aber klare Worte des Richters
Vor Gericht zeigte sich der Wahl-Tiroler wenig einsichtig. „Ich nehme die Tabletten schon seit mehr als zehn Jahren, manchmal sogar zwei am Tag, und nie ist etwas passiert.“ Außerdem habe er „nur schnell“ einen Tisch für seinen Flohmarktstand holen wollen und sei nur ein paar Hundert Meter gefahren, verteidigte er sich.
Richter Norbert Hofer ließ diese Argumentation nicht gelten: „Egal, ob Sie 20 Meter oder 50 Kilometer gefahren sind. Ich möchte mir erst gar nicht ausmalen, wenn dort ein Kind auf der Straße gewesen wäre.“
Neben dem verletzten Opfer entstand auch erheblicher Sachschaden: Das Auto der Freundin musste schließlich verschrottet werden. Am Ende verhängte der Richter über den Kroaten fünf Monate bedingte Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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