Kaufberatung: So finden Sie das richtige Produkt in unserem Gin Vergleich 2020

Das Wichtigste in Kürze
  • Gin besteht aus Alkohol, Wacholder und verschiedenen Botanicals, die jeder Sorte ihren unverwechselbaren Charakter verleihen.
  • Günstige Sorten bekommen Sie bereits für weniger als 10 Euro pro Flasche, besonders exklusive Gins können im drei- bis vierstelligen Eurobereich liegen.
  • Gin wird entweder pur oder in verschiedenen Gin-Cocktails genossen.

gin testBevor Sie einen Gin kaufen, sollten Sie sich über die bei Kennern wie Cocktail-Begeisterten beliebte Spirituose genauer informieren. In unserem folgenden Ratgeber stellen wir Ihnen 2020 nicht nur verschiedene Gin-Sorten und leckere Gin-Rezepte vor, sondern liefern Ihnen auch Informationen zum Herstellungsprozess der Wacholder-Delikatesse.

1. Wie wird Gin hergestellt und woraus besteht er?

Gin besteht aus neutralem Alkohol, der aus einem landwirtschaftlichen Produkt, wie zum Beispiel Getreide, hergestellt wird, sowie aus Wacholder und unterschiedlichen Botanicals.

Achtung: Laut Gesetz muss Gin mindestens einen Alkoholgehalt von 37,5 Vol.-% aufweisen und Wacholderdestillat enthalten, das ihm seinen typischen Grundgeschmack verleiht.

Die jeweils genutzten Botanicals, also Zugaben von verschiedenen Frucht- und Gewürzaromen, geben den Destillerien die Möglichkeit, ihrem jeweiligen Gin einen ganz eigenen Geschmack zu verleihen. Bis zu 30 verschiedene Duft- und Geschmacksnuancen können einige jüngere Gin-Sorten, diversen Tests zufolge, enthalten.

Wacholderbeeren auf einem Löffel

Wacholder ist eine der Grundzutaten eines Gins.

Im ersten Schritt der Herstellung werden alle Komponenten miteinander vermischt. Dies kann entweder durch einfaches Einlegen, unter Wärmezufuhr oder unter Zuhilfenahme eines Fließmechanismus stattfinden. Die Aromen werden in den Alkohol aufgenommen und der Geschmack des Gins entsteht.

Die Mischung, das sogenannte Mazerat, wird dann in einem Brennkessel erwärmt und durch Kondensation wird ein reines Gin-Destillat gewonnen. Die restlichen Stoffe bleiben zurück. Es folgt eine Lagerung in neutralen Behältern oder, je nach Gin-Sorte, in Fässern. 2 Wochen bis mehrere Monate kann der Reifeprozess dauern, der für ein runderes Aroma des Gins sorgt.

Um das hochprozentige Destillat trinkbar zu machen, wird diesem bei der Abfüllung Wasser beigemischt.

2. Welcher Gin ist der beste?

Um den besten Gin für sich zu finden, müssen Sie sich zunächst über die Unterschiede zwischen den Sorten informieren. Während einige deutlich süßer schmecken, sind andere wiederum besonders fruchtig oder enthalten ganz spezielle Aromen. Auch die Lagerung und sogar die Herkunft können Einfluss auf den Geschmack der Spirituosen nehmen.

2.1. Gin-Sorten im Vergleich: Welche verschiedenen Arten und von Gin gibt es?

Gin kann auf unterschiedliche Weise voneinander abgegrenzt werden, etwa ausgehend von der geografischen Herkunft, der Art der Lagerung oder danach, inwiefern offizielle Vorgaben zur Zusammensetzung eingehalten werden.

Letztere Variante wird auch offiziell zur Unterscheidung von Gin-Sorten genutzt, weshalb wir Ihnen die entsprechenden Kategorien nachfolgend auf Krone.at vorstellen möchten:

Gin-Typ Eigenschaften
Dry Gin
  • klassische und beliebte Gin-Variante
  • starker Wacholder-Geschmack und -Duft
  • Zugabe nicht pflanzlicher Stoffe und Aromen erlaubt
  • Zucker darf nicht hinzugegeben werden
  • häufig verwendete Botanicals: Orangen und Zitronen
London Dry Gin
  • ursprüngliche Gin-Variante und dabei eine der beliebtesten
  • Wacholder-Duft und -Geschmack herrscht vor
  • keine Zugabe künstlicher Aromen und anderer künstlich erzeugter Zutaten erlaubt
  • nicht mehr als 0,5 Gramm Zucker auf einen Liter Gin zugelassen
  • häufig verwendete Botanicals: Ingwer, Koriander, Kardamom
Sloe Gin
  • auffällig vor allem aufgrund seiner rötlichen Färbung
  • geringerer Alkohol-Gehalt (circa 30 Vol.-%)
  • vorrangig durch Schlehen (engl.: sloes) aromatisiert und gefärbt
  • eher fruchtig-süßer Likör
  • kein Gin im klassischen Sinne
Distilled Gin
  • Gin durchläuft mindestens zwei Destillationsvorgänge
  • keine aromatischen Veränderungen nach zweiter Destillation erlaubt
  • prägnanter Wacholder-Duft und -Geschmack

Neben dieser offiziellen Einteilung spielt auch die geografische Herkunft eines Gins, ähnlich wie bei einem guten Whisky, für Kenner eine wichtige Rolle.

So gibt es beispielsweise den Plymouth Gin, der ausschließlich in der englischen Stadt hergestellt werden darf und vor allem durch erdige Aromen besticht. Ähnliche und ebenso geschützte Herkunftsbezeichnungen tragen Vilnius-Gin aus der litauischen Hauptstadt und Gin de Mahón von der Insel Menorca.

Gin Tonic in einem mit Eis und Zitrone garniertem Glas

Gin können Sie entweder pur oder in einem Cocktail genießen.

Steht der klassische, pure Gin-Geschmack für Sie nicht unbedingt an erster Stelle, könnte auch ein New Western Dry Gin die richtige Wahl für Sie sein. Dieser unterliegt deutlich geringeren Beschränkungen hinsichtlich seiner Zusammensetzung, weshalb größere Mengen an Botanicals und Zusatzstoffen zugegeben werden, die den Geschmack des Gins oft deutlicher beherrschen als der Wacholder.

Auf die Spitze treibt diesen Trend der Pink Gin, eine Spezialität aus Spanien, bei der Gin mit Erdbeer-Präparaten versetzt wird. Eine rosa Färbung und ein süßlicher, oft jedoch eher künstlicher Geschmack, sind die Folgen.

Ein Klassiker unter den Gin-Variationen ist der Old Tom Gin. Dieser ist stark an die ersten Gin-Varianten angelehnt, die einen sehr hohen Alkoholgehalt aufwiesen und mit viel Zucker versetzt wurden. Wer auf der Suche nach einem süßeren Gin ohne starke zusätzliche Aromen ist, liegt mit einem Old Tom genau richtig.

Außerdem könnten Sie in diesem Fall einen Cream Gin ausprobieren, der dank der Zugabe von Sahne und Zucker ebenfalls zu einer süßen Köstlichkeit wird.

Suchen Sie nach einem besonders exklusiven Gin, empfiehlt sich eine Barrel Aged- oder Reserve-Variante. Hierbei handelt es sich um einen London Dry Gin, der in ehemaligen Whisky- oder Brandyfässern gelagert wurde. Der Gin weist daraufhin deutlich komplexere Noten sowie eine hellgelbe bis bräunliche Färbung auf.

Nicht zu verwechseln ist er aufgrund seiner Färbung mit Compound- oder auch Bathtub-Gin, bei dem die hellgelbe Optik lediglich dadurch zustande kommt, dass in Alkohol eingelegte Botanicals angesetzt werden und das Resultat dem eigentlichen Gin beigemischt wird.

2.2. Gin als Geschenk: Worauf sollten Sie bei der Auswahl achten?

Kennen Sie die grundsätzlichen Vorlieben des zu Beschenkenden, ist die Gin-Auswahl anhand der Charakteristika der verschiedenen Sorten gar nicht so schwer. In einem hübschen Gin-Geschenkset, zum Beispiel mit zusätzlichen Gin-Gläsern oder Kühlsteinen, kommt Ihre Idee sicher gut an.

Wer auch Whisky liebt, wird sich bestimmt am ehesten über einen Reserve-Gin freuen, Liebhaber spritziger Gin-Cocktails sind vermutlich eher mit klassischen oder leicht fruchtigen Gin-Varianten zu begeistern und wer süße Aperitifs mag, wird einen Old Tom oder einen Cream Gin zu schätzen wissen.

Sollten Sie dennoch unsicher sein, kann sich auch ein Gin-Probierset anbieten, in dem mehrere verschiedene Gin-Sorten in kleineren Abfüllungen enthalten sind. Auch für Sie selbst kann sich ein solches zum Einstieg in die Gin-Welt lohnen. Welche Vor- und Nachteile Gin-Geschenksets mitbringen, haben wir auf Krone.at für Sie nachfolgend zusammengefasst:

    Vorteile
  • mehrere Sorten können ausprobiert werden, was vor allem für Gin-Neulinge sinnvoll ist
  • dank kleiner Abfüllungen keine Verschwendung ganzer Flaschen, wenn ein Gin nicht oder weniger gemocht wird
  • Gin-Probiersets oftmals günstige Geschenk-Variante
    Nachteile
  • eher ungeeignet, wenn Beschenkter bereits bestimmte Gin-Sorten bevorzugt
  • oftmals weniger hochwertige Gins in Probiersets

3. Welche Gin-Rezepte sind besonders beliebt?

Gin ist nicht nur pur für viele ein Genuss, sondern wird auch besonders gern als Basis verschiedener Cocktails genutzt. Auf Krone.at stellen wir Ihnen die beliebtesten Gin-Rezepte vor, die Sie zu Hause oder auf der nächsten Party ganz einfach selbst ausprobieren können.

Möchten Sie eine größere Runde schnell mit leckeren Gin-Cocktails versorgen, können Sie die Zutaten der hier aufgeführten Cocktails hinsichtlich ihrer Mengen auch entsprechend anpassen und so eine leckere Gin-Bowle zaubern.

3.1. Der Klassiker: Gin Tonic

Wann und wo wurde Gin erfunden?

Der erste als solcher zu bezeichnende Gin wurde im 17. Jahrhundert durch den niederländischen Arzt Franciscus Sylvius de la Boe hergestellt und unter dem Namen Genever (niederländisch für Wacholder) angeboten. Zwar wurden Wacholder-Alkohol-Gemische bereits vorher zu medizinischen Zwecken, etwa zur Bekämpfung von Fieber und sogar von Pest-Symptomen, genutzt, doch erst mit der Entdeckung und anschließenden Verbreitung des Genevers durch die in den Niederlanden stationierten englischen Truppen begann dessen Erfolgsgeschichte als Genussmittel.

250 Milliliter Tonic-Water und 6cl Gin (zum Beispiel Hendricks oder Bombay Sapphire Gin) über Eiswürfel geben und fertig ist der Gin Tonic? Nicht ganz. Zwar basiert der beliebte Cocktail-Klassiker tatsächlich auf einer einfachen Grundrezeptur, doch wird er mit ein paar speziellen Handgriffen und einer durchdachten Vorauswahl zu einem wahren Genuss auch für Gin-Spezialisten.

So sollten Sie Gin-Tonic beispielsweise in geeigneten Gin-Tonic-Gläsern servieren. Für die einen sind das die klassischen hohen Longdrink-Gläser, andere schwören auf bauchige Coppa-Gläser, die eher an Burgunder-Kelche erinnern und sämtliche Aromen besonders gut ausbalancieren sollen.

Zudem sollten Tonic und Gin unbedingt zusammenpassen. Hier ist natürlich der persönliche Geschmack ausschlaggebend. Allerdings ist grundsätzlich zu empfehlen, zu einem sehr charakterstarken Gin ein trockenes oder wahlweise auch fruchtiges Tonic zu wählen. Indian Tonic schmeckt oft stark nach Zitrone und ergänzt daher gut stark wacholderlastige Dry Gins.

Erdige Gins mit Kräuteraromen, wie etwa der mediterrane Gin Mare, werden besonders harmonisch von würzigem Tonic begleitet, wohingegen Gins mit einer deutlichen Botanical-Note von einem passenden blumigen oder fruchtigen Tonic gestützt werden.

Füllen Sie Eis, Gin und Tonic ausschließlich in vorgekühlte Gin-Tonic-Gläser, um die Schmelze der Eiswürfel möglichst lange hinauszuzögern. Garniert werden kann der Cocktail klassisch mit einer Zitronenscheibe, aber auch mit Limette, Gurke oder Pfeffer. Hier kann mit den im Gin vorhandenen Noten experimentiert werden.

Einen alkoholfreien Gin Tonic mixen Sie, indem Sie 250 Milliliter Tonic Water mit einem Spritzer Limettensaft verrühren, alles in ein mit Eis gefülltes Glas geben und dieses mit einem Rosmarinzweig, Gurke und Limettenscheiben servieren. Wer möchte, kann außerdem grob angestoßene Wacholderbeeren hinzugeben, um an den klassischen Gin-Geschmack zu erinnern.

3.2. Der Fruchtig-Saure: Gin Sour

Geben Sie 4cl Gin, 3cl Zitronensaft und 2cl Zuckersirup in einen Shaker und mischen Sie die Zutaten kräftig miteinander. Füllen Sie sie anschließend in ein vorgekühltes und mit Crushed Ice bestücktes Glas und garnieren Sie den Gin Sour mit einer Zitronenscheibe und einem Rosmarinzweig. Wer möchte, kann auch einen Schuss eiskalten Mineralwassers hinzugeben, um das Gin-Rezept etwas abzumildern.

3.3. Der Erfrischende: Sloe Gin Fizz

Ein Sloe Gin Fizz ähnelt einem Gin Sour sehr, allerdings werden zu seiner Zubereitung ausschließlich die süßeren und fruchtigen Sloe Gins verwendet. Geben Sie 5cl desselben mit 2cl Zitronensaft und 1cl Zuckerrohr-Sirup in einen Shaker und mixen Sie die Zutaten. Seihen Sie sie anschließend in ein mit Eis gefülltes kaltes Glas ab, fügen Sie einen Schuss Mineralwasser hinzu und garnieren Sie den Sloe Gin Fizz mit einer Scheibe Zitrone oder Beeren.

3.4. Der Ausgefallene: Gin Basil Smash

Basil Smash Gin-Cocktail mit Basilikum-Dekoration

Basilikum und Gin lassen sich sehr gut kombinieren, weshalb verschiedene Cocktails beide Zutaten beinhalten.

Möchten Sie etwas Farbe in Ihre Cocktailauswahl bringen, ist dieser Cocktail perfekt geeignet. Zerstoßen Sie zunächst etwa 15 Blätter Basilikum. Geben Sie diese mit 2cl Zuckersirup in einen Shaker und mixen Sie beide Zutaten.

Mischen Sie 6cl Gin (zum Beispiel Gin Mare oder Plymouth Gin), 2cl Zitronensaft und Eiswürfel hinzu und shaken Sie erneut.

Seihen Sie die Mischung durch ein Sieb in ein vorgekühltes und mit Eis gefülltes Glas ab und servieren Sie den Drink mit Basilikumblättern und Zitronenschale.

4. Welche Hersteller bieten Gin an?

Unzählige größere, aber auch kleine Familien-Destillerien widmen sich der Gin-Herstellung. Zu den bekanntesten Marken gehören jedoch:

  • Tanqueray
  • Bombay Sapphire
  • Plymouth
  • Beefeater
  • Hendricks
  • Gin Sul

5. Häufig gestellte Fragen zu Gin

Zum Ende unserer Kaufberatung haben wir einige der am häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema Gin für Sie beantwortet.

5.1. Gibt es einen Gin-Test der Stiftung Warentest?

Bislang gibt es keinen expliziten Gin-Test des Verbraucherschutzinstituts. Allerdings testete Öko-Test viele verschiedene alkoholische Getränke, darunter auch diverse Gin-Sorten. Möchten Sie sich also über eine Sorte Ihrer Wahl informieren, finden Sie hier spezifische Testergebnisse. Ein klarer Gin-Testsieger wurde bislang nicht bestimmt.

5.2. Handelt es sich bei Cotton Gin ebenfalls um eine Gin-Sorte?

Gin-Cocktails mit Orangen- und Limetten-Dekorationen

Die Garnitur eines Gin-Cocktails sollte auf die im verwendeten Gin enthaltenen Botanicals abgestimmt werden.

Als Cotton Gin bezeichnete man eine Maschine, mit deren Hilfe Baumwolle von Samen getrennt und die im 18. Jahrhundert im US-amerikanischen Süden erfunden wurde.

Tatsächlich steht der Begriff Gin hier nicht für die Spirituose, sondern wurde als Abkürzung des englischen Wortes für Maschine, also „engine“, genutzt.

Es gibt jedoch einen Cocktail mit dem Namen Cotton Gin, der einem Gin Tonic stark ähnelt. Es werden allerdings explizit süßliche Gin-Sorten sowie Zitronenschnitzen, Basilikumblätter und Gurkenscheiben im Shaker miteinander vermischt, abgeseiht und mit einer Gurkenscheibe serviert.

5.3. Welche Gläser sollten für Gin benutzt werden?

Bei der Verkostung von purem Gin sollten Sie sich, Tests verschiedener Experten zufolge, für ein Nosing-Glas entscheiden. Die kleinen unten bauchigen und oben schmalen Gläser eignen sich hervorragend, um sämtliche Noten des Gins einzufangen.

Einen Gin Tonic servieren Sie entweder in einem höheren Longdrink- oder einem bauchigen Coppa-Glas, wohingegen Martinis und Aviations in eine Cocktailschale und Basil Smashs sowie Gin Sours in einen Tumbler gehören.

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