Gesundheitsgefahr

Computerspiele: Schon Kinder bekommen Herzprobleme

Gesund
19.01.2026 06:30

Österreichs Kinderärzte warnen: Je mehr Zeit der Nachwuchs am Computer, vor der Spielkonsole oder in digitalen Welten verbringt, umso höher ist sein Risiko für früher Herz-Kreislaufprobleme.

Kinder komplett aus digitaler Nutzung von Medien herauszuhalten, ist mittlerweile unmöglich geworden. Nicht nur, weil Computer, Handy und Co. den Alltag in der Gesellschaft dominieren, auch deshalb, weil der Nachwuchs den vernünftigen Umgang damit erlernen soll.

Doch meist wird die tägliche Bildschirmzeit weit überschritten. Aktuelle Studien zeigen, dass schon Kleinkinder bis sechs Jahre 1-1,5 Stunden pro Tag vor dem Monitor verbringen. Das steigert sich bis zum Alter von 16-19 Jahren auf durchschnittlich sechs Stunden.

Vor einem neuen gesundheitsgefährdenden Aspekt von zu exzessivem Nutzen digitaler Geräte warnt nun die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, ÖGKJ (www.kinderarzte-Im-Netz.at).

Herzleiden werden begünstigt

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen für Krankheit und vorzeitige Todesfälle. Ihre Wurzeln liegen oft bereits in der Kindheit. Kardiometabolische Risikofaktoren begünstigen ein frühes Auftreten dieser Erkrankungen“, klärt OÄ Dr. Arnika Thiede von der  Arbeitsgruppe Entwicklungs- und Sozialpädiatrie sowie Neuropädiatrie der ÖGKJ. Das bedeutet, dass sich etwa Blutdruck-, Cholesterin- oder Insulinwerte verschlechtern.

Bereits jede zusätzliche Stunde täglicher Bildschirmzeit macht sich bemerkbar. Drei zusätzliche Stunden pro Tag gingen einer dänischen Studie zufolge, die im Journal of the American Heart Association veröffentlicht wurde, mit messbar ungünstigeren Werten bei mehreren Herz-Kreislauf-Risikofaktoren einher als bei jenen, die auf weniger Stunden kamen.

Herz-Kreislauferkrankungen stellen den weltweit häufigsten Auslöser frühzeitiger Krankheits- und ...
Herz-Kreislauferkrankungen stellen den weltweit häufigsten Auslöser frühzeitiger Krankheits- und Todesfälle dar.(Bild: natali_mis - stock.adobe.com)

Auch Schlafstörungen treten vermehrt auf. Und das zu einer Lebensphase, wo Kinder und Jugendliche im Wachstum sind. Als Ursache wird vermutet, dass abendliche Bildschirmnutzung den zirkadianen Rhythmus stört, die Melatoninproduktion verzögert und die Schlafdauer verkürzt. In der Folge kann es zu hormonellen Veränderungen, gesteigertem Appetit und Gewichtszunahme kommen. Das wiederum bedingt Adipositas.

Erholung und Schlaf fehlen
Darüber hinaus wird diskutiert, dass intensive digitale Reize mit einer erhöhten Aktivierung des sympathischen Nervensystems einhergehen könnten. Diese gesteigerte Aktivierung kann das Abschalten erschweren und damit Erholung und Schlafqualität beeinträchtigen.

Eine Begrenzung der Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen sowie die Förderung gesunder Schlafgewohnheiten könnten daher dazu beitragen, mögliche negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel zu reduzieren. Einschlafzeit und Gesamtschlafdauer stehen dabei insbesondere im Kindesalter in engem Zusammenhang.

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