Keine Privilegien mehr

E-Firmenwagen privat zu nutzen, wird bald teurer

Wirtschaft
29.04.2026 22:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Neue Details aus dem Budget der Bundesregierung haben für Unmut gesorgt. Vor allem in der Autobranche sorgt ein Umstand für Aufregung: Bei der Privatnutzung von E-Firmenwagen soll die steuerliche Begünstigung wegfallen. 

Österreich muss sparen, das wird immer wieder betont. Neben dem Rotstift in den Ministerien sollen auch Steuerumschichtungen für Entlastung im Staatshaushalt sorgen: Das fünf Milliarden Euro schwere Paket besteht – wie von der „Krone“ berichtet – zu mehr als der Hälfte aus neuen Steuern.

In der Autobranche und unter Unternehmern sorgt vor allem ein Umstand für Entsetzen: Bei der Privatnutzung von Firmenautos soll die steuerliche Begünstigung von E-Autos wegfallen, wie aus Regierungskreisen bestätigt wurde. Zuerst berichtete „der Standard“ darüber.

Versteckte Steuererhöhung
E-Firmenwagen sollen weiterhin gegenüber Verbrennerautos steuerlich begünstigt bleiben, aber nicht mehr gänzlich von der Versteuerung als Sachbezug befreit werden, betonte das Finanzministerium. Kurzum: Arbeitnehmern mit E-Firmenwagen, die diesen auch privat nutzen, bleibt durch den Wegfall des Steuerprivilegs weniger Nettogehalt. Die Details sind, wie bei vielen anderen Punkten des Budgets, noch offen.

Die versteckte Steuererhöhung soll 75 Millionen Euro 2027 und 160 Millionen Euro 2028 an zusätzlichen Einnahmen bringen.

Herbe Kritik von den Grünen
Die Grünen kritisierten die am Mittwoch bekannt gewordenen Pläne. „Das ist völlig widersinnig und ein klimapolitischer Offenbarungseid der Bundesregierung“, meinte Budgetsprecher Jakob Schwarz und sprach von einem „Frontalangriff auf die Verkehrswende“.

Das Tortendiagramm zeigt die geplanten Einsparungen bei der Budgetkonsolidierung in Österreich nach Bereichen. Unternehmen tragen mit 2.161 Millionen Euro den größten Anteil, gefolgt von Sozialem und Beschäftigung mit 664 Millionen Euro sowie der Pensionsanpassung mit 550 Millionen Euro. Insgesamt werden 5,1 Milliarden Euro eingespart. Quelle: BMF.

Betroffen seien ausgerechnet jene Betriebe und Beschäftigten, die bereits investiert haben. Planungssicherheit werde zerstört, Vertrauen verspielt.

„Die Sachbezugsbefreiung für Elektrofahrzeuge sollte daher nicht nur aufrechterhalten, sondern als langfristiges Instrument der nachhaltigen Mobilitätspolitik verstanden werden. Wer den Wandel zu einer klimaneutralen Zukunft will, muss bewährte Anreize stärken – nicht abschaffen“, erklärte zudem Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, der „Kleinen Zeitung“. 

Seine Warnung: „Für Unternehmen ist die bestehende Regelung ein wichtiges Signal an Verlässlichkeit und Investitionssicherheit. Flottenentscheidungen werden langfristig getroffen – Änderungen bei steuerlichen Rahmenbedingungen führen zu Unsicherheit, verzögern Investitionen und schwächen die Innovationsdynamik.“ 

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