Die Tuningszene beim Sportzentrum in Telfs im Tiroler Oberinntal beschert einer dort wohnenden, einheimischen Familie schlaflose Nächte. Die dreijährige Tochter wird deshalb an den Wochenenden sogar regelmäßig zur Großmutter „ausquartiert“.
Sie kommen aus weiten Teilen Tirols und drehen auf der Umkehrschleife für die Busse in der Weißenbachgasse in Telfs (Bezirk Innsbruck-Land) ihre Runden. Mit aufheulenden Motoren, lautem „Sound“ bei offenen Fenstern und quietschenden Reifen in den Kurven. Das „Mekka“ der Drifter scheint seit einigen Jahren in Telfs angesiedelt zu sein.
„Unerträgliche Situation“
Einer jungen einheimischen Familie mit einem dreijährigen Mädchen in einem Wohnhaus gegenüber rauben die Drifter regelmäßig den Schlaf. „Die Situation ist unerträglich geworden“, schildert der Vater, der – wie die ganze Familie – aus Angst vor Konsequenzen anonym bleiben will.
Vor allem im Sommer sei an Ein- bzw. Durchschlafen fast nicht zu denken. Dutzende Male würden die „PS-Freunde“ mitten in der Nacht die kleine Runde drehen, um dann über die nahe Autobahn gleich wieder das Weite zu suchen.
„Bis die Polizei hier ist, sind die Drifter längst fort“
Immer wieder hat die Familie schon die Polizei gerufen, deren Inspektion sich in unmittelbarer Nähe befindet. „Bis die Streife aber hier ist, dauert es – da sind die Drifter längst fort“, so der Lärmgeplagte, der der Exekutive jedoch keine Vorwürfe machen will.
Alleine geht meine Frau nicht mehr hinunter, um mit den Driftern das Gespräch zu suchen. Denn eine Frau nehmen sie gar nicht ernst.
Lärmgeplagter Familienvater
Er und seine Frau haben zudem das Gespräch mit den Driftern gesucht. Nicht selten begegneten diese den Lärmopfern allerdings mit Aggression. „Alleine geht meine Frau nicht mehr hinunter – die nehmen sie gar nicht ernst“, sagt der Telfer.
Hilfe durch die Gemeinde bleibt aus
Die Familie hat sich, um die untragbaren Zustände zu beseitigen, auch an die Gemeinde Telfs gewandt, ohne jedoch konkrete Hilfe zu bekommen. Bars müssten ja auch um 22 Uhr aus Lärmschutzgründen schließen, wirft der Telfer ein.
Panik vor der Nacht
Die Situation sei jedenfalls für die gesamte Familie extrem belastend. Wenn es dunkel wird, beginne bereits die Panik: „Wann kommen sie denn heute wieder?“
Tochter zur Großmutter, Terror geht weiter
Die Familie greift daher inzwischen zu einer ungewöhnlichen Notmaßnahme: An den Wochenenden wird die dreijährige Tochter regelrecht ausquartiert. Sie erhält quasi Lärmasyl bei der Großmutter. Und die Tuningfreaks dürfen mit dem Lärmterror gleichzeitig fast ungehindert fortfahren.
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