Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump haben sich gegenseitig eine Waffenruhe auf Zeit im Ukraine-Krieg vorgeschlagen. Zumindest heißt es von beiden Seiten, dass sie das Angebot gemacht hätten. Russland will allerdings immer noch seine Kriegsziele erreichen.
Putin habe eine Feuerpause während der Feierlichkeiten zum Weltkriegsgedenken angeboten, sagte der außenpolitische Berater des Kremlchefs, Juri Uschakow. Russland feiert am 9. Mai traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Uschakow ergänzte, die Unterhaltung der beiden habe auf russische Initiative stattgefunden und sei offen und sachlich gewesen.
Trump sagte im Weißen Haus hingegen, er habe Putin in einem „langen“, „guten“ Gespräch „eine kleine Waffenruhe“ vorgeschlagen – „und ich glaube, er könnte das tun“. Trump wurde auch gefragt, ob der Iran-Krieg oder der russische Krieg gegen die Ukraine eher enden werde. Seine Antwort: „Ich weiß es nicht.“ Vielleicht lägen die Kriege in einem ähnlichen Zeitplan. „Ich glaube, die Ukraine ist militärisch gesehen geschlagen“, sagte er.
Trump: Putin war bereit für Deal
Der US-Präsident betonte zudem, er denke, Putin sei schon vor einiger Zeit bereit gewesen, eine Einigung zu erzielen. „Ich glaube, einige Leute haben es ihm schwer gemacht, einen Deal zu machen.“ Trump hat seinen Kurs im Ukraine-Krieg mehrfach geändert, fällt allerdings immer wieder mit russlandnahen Positionen auf.
Moskau will Kriegsziele erreichen
Aus Moskau hieß es, Putin habe Trump seine Sicht auf die Lage an der Front geschildert und der Ukraine Terror und Angriffe auf zivile Ziele vorgeworfen. Der Kremlchef beharrte demnach erneut auf den russischen Kriegszielen, er würde aber vorziehen, sie im Rahmen von Verhandlungen zu erreichen.
Die Ukraine nimmt als Teil ihres Abwehrkampfes systematisch und zuletzt immer erfolgreicher die russische Ölindustrie ins Visier, die wichtig für Moskaus Finanzierung des Angriffskriegs ist. Bei den russischen Attacken kommen in der Ukraine fast täglich Zivilisten zu Tode, Wohnhäuser und für die Bewohner lebenswichtige Infrastruktur werden zerstört.
Nicht erste Waffenruhe
Im vergangenen Jahr gab es eine dreitägige Waffenruhe über die Feierlichkeiten zum Weltkriegsgedenken. Es gab bereits mehrfach Versuche zeitlich begrenzter Feuerpausen in dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg, bei denen sich beide Seiten Verstöße vorwarfen – zuletzt vor gut zwei Wochen zum orthodoxen Osterfest.
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