Politiker, Unternehmer, Journalisten, Prominente, Mitarbeiter von Behörden und Banken: Italien wird aktuell von einem der wohl größten Datenskandale erschüttert, der je aufgedeckt wurde. „Wir können ganz Italien bloßstellen“, prahlte man beim Mailänder Unternehmen Equalize in internen Telefonaten. Nicht weniger als 800.000 Personen hatte man durchleuchtet, um potenziell kompromittierende Geheimdossiers über sie anzulegen. Eine Spurensuche.
Unweit des Mailänder Doms liefen die Fäden zusammen. Bei einem Mann, den man nicht verdächtigen würde, Kopf einer kriminellen Vereinigung zu sein: Carmine Gallo wurde in den Neunzigerjahren als „Superpolizist“ verehrt und machte sich einen Namen mit Ermittlungen gegen die kalabrische Mafia, die ´Ndrangheta. Nun wird ihm vorgeworfen, Teil einer Verbrecherbande zu sein – als Geschäftsführer der Privatdetektei Equalize, die einem reichen Mailänder Unternehmer mit Polit-Ambitionen gehört und offenbar jahrelang Geheimdossiers über Zigtausende Italiener anlegte. Es sei Material mit dem Potenzial für einen „Umsturz“, warnte Ministerpräsidentin Georgia Meloni. Die Kunden: vielfältig, von eifersüchtigen Eheleuten über nebulöse Mafiosi und Unternehmer bis hin zu ausländischen Nachrichtendiensten. Die Methoden: Hacker, Schmiergeld und Erpressung. Krone+ zeigt Ihnen die verborgene Welt der privaten Cyber-Söldner – die es auch in Österreich gibt.
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