Kaufberatung: So finden Sie das richtige Produkt in unserem Grafikkarten Vergleich 2020

Das Wichtigste in Kürze
  • Die beiden bekanntesten Grafikkarten-Anbieter sind AMD und Nvidia mit ihren beliebten und leistungsstarken Gaming-GPUs Radeon und GeForce.
  • Je nach Budget und geplanter Anwendung, können Sie bereits günstige Grafikkarten, aber auch besonders hochpreisige High-End-Produkte erwerben.
  • Um Ihrer Grafikkarte nicht zu hohe Temperaturen zumuten zu müssen, sollte ein geeignetes Kühlsystem verbaut sein.

grafikkarte test

Sie sind auf der Suche nach einer neuen, möglicherweise leistungsstärkeren Grafikkarte für Ihren PC oder möchten wissen, welches Notebook mit welcher Grafikkarte sich für Ihre Vorhaben eignet? Dann finden Sie in unserer Kaufberatung auf Krone.at 2020 die passenden Antworten auf Ihre Fragen.

Wir stellen Ihnen die unterschiedlichen Grafikkarten-Typen vor, informieren Sie über Besonderheiten einiger spezieller Modelle und verraten Ihnen, welche Hersteller in Österreich, aber auch weltweit, besonders beliebt sind.

1. Welche Funktion erfüllt eine Grafikkarte?

Was bedeutet die Abkürzung „Ti“ bei Grafikkarten?

Nvidia versieht einige seiner Grafikkarten-Modelle, wie beispielsweise eine GeForce RTX 2080, mit dem Zusatz „Ti“. Das Kürzel steht für „Titanium“ und soll ausdrücken, dass es sich bei diesen Versionen um Modelle mit optimierter Leistung handelt. Erreicht wird das durch eine Übertaktung, also eine Taktratenerhöhung zur Steigerung der Rechenleistung.

Eine Grafikkarte kann als die Schnittstelle zwischen Prozessor und Monitor betrachtet werden. Der Prozessor sendet Daten an die Grafikkarte, die diese wiederum in Bilder umrechnet. Dieser Rechenprozess bestimmt die jeweilige Auslastung der Grafikkarte.

Zum Teil werden Prozessor und Grafikkarte miteinander kombiniert angeboten. Allerdings handelt es sich bei diesen enthaltenen Modulen eher um einfache und weniger belastbare GPU-Grafikkarten.

Für umfangreichere Spiele, Video- und Bildbearbeitungen, die Sie auf Ihrem Laptop oder PC spielen beziehungsweise nutzen möchten, wird eine separate, leistungsstarke Variante benötigt.

2. Welche Grafikkarte ist die beste?

junge Frau, die vor PC sitzt, der dank guter Grafikkarte tolle Spielerlebnisse ermöglicht

Mit einer guten Grafikkarte können Sie sich voll und ganz in neue Spielwelten stürzen.

Als aktuell leistungsstärkste Grafikkarte wird, insbesondere in Gamer-Kreisen, zur Zeit die Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE angesehen. Allerdings kommen für einen Kauf auch Ausgaben von mehr als 1.000 Euro auf Sie zu.

Dabei handelt es sich lediglich um die Grafikkarte, die in der Rangliste der Produkte für Privatnutzer am besten abschneidet. Das absolute Nonplusultra ist derzeit die Nvidia Titan RTX, wobei das Angebot mit fast 3.000 Euro eher an besonders zahlungskräftige beziehungsweise an Geschäftskunden gerichtet ist.

In den meisten Fällen muss es jedoch gar nicht das High-End-Produkt sein. Vielmehr sollten Sie die für Sie beste Grafikkarte ausmachen, indem Sie von Ihren Anforderungen und den technischen Gegebenheiten Ihres PCs ausgehen.

Nachfolgend stellen wir Ihnen auf Krone.at die verschiedenen Arten von Grafikkarten in einem Vergleich gegenüber:

Grafikkarten-Kategorie Eigenschaften
Einfache Grafikkarten für Einsteiger und Wenignutzer
  • oftmals inzwischen eher veraltete Modelle
  • für einfaches Surfen und klassische Office-Anwendungen problemlos nutzbar
  • laut diverser Grafikkarten-Tests ungeeignet für aufwendigere Spiele
  • weniger leistungsstarker Grafik-Chip, geringere Taktraten
  • in Prozessor integrierten Grafik-Modulen vorzuziehen, dank besserer Treiber-Ausstattung der Grafikkarte
  • bereits viele Modelle unter 100 Euro erhältlich
Grafikkarten für Filmfreunde und Gelegenheits-Gamer
  • einfache und ältere Spiele oft in sehr guter Qualität und ruckelfrei darstellbar
  • auch Videos in Full-HD können problemlos geschaut und Bildbearbeitungen vorgenommen werden
  • für das Spielen aufwendiger, sehr neuer Spiele nicht geeignet (vor allem Schatten und Tiefen weniger gut dargestellt, gegebenenfalls Verzögerungen)
  • große Auswahl schon bis 150 Euro
Gaming-Grafikkarten
  • für aufwendigere Spiele, Planungs-, Video- und umfangreiche Bildbearbeitungsprogramme geeignet
  • liefern sehr gute, ruckelfreie Bilder
  • für WQHD-Monitore mit 2.560 x 1.440 Pixeln und bis zu 140 fps
  • schon bis 300 Euro großes Grafikkarten-Angebot
Hochleistungs-Grafikkarten
  • für perfekte Darstellung aktuellster Spiele sowie Mining geeignet
  • zum Teil sogar Features verfügbar, die nicht jedes Game wiedergeben kann
  • für 4K-fähige Monitore mit 3.840 x 2.160 Pixeln
  • höherer Stromverbrauch und höhere Temperaturen, die durch Grafikkarten-Kühler reguliert werden müssen
  • teuerste Grafikkarten-Variante mit einigen Modellen, die mehr als 1.000 Euro kosten

3. Was ist unter Mining zu verstehen und wozu wird dabei eine Grafikkarte benötigt?

Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum werden digital „abgebaut“ oder eben durch „Mining“ gewonnen. Das bedeutet, dass sie unter großem Energieaufwand aus einer Blockchain generiert werden müssen, indem über umfangreiche Algorithmen versucht wird, deren Entschlüsselungen zu entziffern.

Um die Rechenleistung zu erbringen, die für das Mining notwendig ist, wird eine leistungsstarke Grafikkarte benötigt. Während Nvidia-Modelle eher von Gamern bevorzugt werden, setzen Miner vermehrt auf AMD-Grafikkarten, da diese etwas günstiger und zudem minimal effizienter im Mining sind.

Achtung: Je stärker die Grafikkarte, desto höher ist auch deren Stromverbrauch und die Temperatur, die sich während der Arbeit entwickelt. Treffen Sie entsprechende Vorkehrungen und berechnen Sie, ob sich das Mining angesichts der Strom- und Anschaffungskosten für eine High-End-Grafikkarte für Sie lohnt.

4. Grafikkarten im Test: Welche Kriterien sollten Sie überprüfen, bevor Sie eine Grafikkarte kaufen?

Um sich für die richtige Grafikkarte zu entscheiden, müssen Sie einige Punkte eingehender betrachten. Dazu gehören unter anderem:

  • Grafikkarten-Prozessor (Grafikchip)
  • Speichertyp und Speichergröße
  • Stromanschluss
  • Länge, Breite, Höhe
  • Kühlung
  • Grafikkarten-Anschlüsse

4.1. Grafikprozessor und Grafikkarten-Speicher

Lüfter einer Grafikkarte

Eine leistungsstarke Grafikkarte benötigt auch einen entsprechend großen Lüfter.

Der Grafikprozessor sorgt dafür, dass die Bilder exakt berechnet werden und letztlich so auf dem Monitor landen, wie die Spieleentwickler es vorgesehen haben.

Die mögliche Framerate ist ein guter Anhaltspunkt für die Leistungsfähigkeit der Grafikkarte. Mindestens 30, besser noch 60fps sollte eine Grafikkarte bewerkstelligen können, um flüssige Bilder in Videos und Spielen zu ermöglichen. Für hochwertige Darstellungen sind 140fps anzuraten.

Im Speicher der Grafikkarte werden Informationen zwischengelagert, die der Prozessor letztlich verarbeiten muss. Daher sollte darauf geachtet werden, dass der V-RAM eine ausreichende Kapazität, aber auch eine annehmbare Geschwindigkeit aufweist, wie zum Beispiel ein GDDR5-Speicher.

Um zu entscheiden, welche Kapazität Sie benötigen, sollten Sie die Anforderungen Ihrer Spiele checken. Generell ist eine Grafikkarte mit 4 bis 8GB RAM-Speicher vollkommen ausreichend für die meisten Games.

Sehr günstige und ältere Modelle weisen gegebenenfalls nur einen 2GB-Speicher auf. High-End-Grafikkarten fangen bei 8GB Speicher an.

Stellen Sie unbedingt sicher, dass Grafikchip und Grafikspeicher perfekt aufeinander abgestimmt sind, um Kompatibilitätsprobleme und damit Verzögerungen oder Darstellungsfehler zu vermeiden.

4.2. Stromanschluss

Bevor Sie eine neue Grafikkarte in Ihr System einfügen, sollten Sie prüfen, ob Ihr Netzteil ausreichend Leistung bereitstellen kann und Ihr Mainboard über genügend PCIe-Anschlüsse verfügt. Ein 8- und ein 6-Pin-Stecker sollten vorhanden sein. Entsprechende Adapter für Ihre Grafikkarte finden Sie besonders günstig online oder auch im Fachhandel.

Kann Ihr Netzteil nicht die benötigte Leistung zur Verfügung stellen, ist eine kleinere Grafikkarte ratsam. Alternativ können Sie ein neues Netzteil anschaffen, wobei Sie unbedingt auf eine exakte Kompatibilität achten sollten.

Spielen Sie mit dem Gedanken, ein externes Modul zu nutzen, erfolgt die Stromversorgung der Grafikkarte über USB.

4.3. Größe

Mann, der Rechner öffnet, um Grafikkarte einzusetzen

Gehen Sie beim Einsetzen einer neuen Grafikkarte äußerst vorsichtig vor und nehmen Sie im Voraus genau Maß.

Grafikkarten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Größe zum Teil stark. Vor allem die Länge kann variieren, je nachdem, wie viele Lüfter verbaut wurden und wie groß die entsprechende Grafikkarten-Abdeckung ist.

Bevor Sie sich also für eine Grafikkarte entscheiden, sollten Sie den dafür vorhandenen Platz in Ihrem Rechner genau ausmessen. Üblicherweise können Sie zwei bis drei Slots und bis zu 33 Zentimeter für eine Grafikkarte mit großem Kühler einplanen.

Bedenken Sie außerdem, dass die Grafikkarten-Halter vor allem bei größeren Modellen nicht immer ausreichen, um das Modul an Ort und Stelle zu halten. In diesem Fall kann die Anbringung einer zusätzlichen Grafikkarten-Stütze sinnvoll sein, die wiederum ebenfalls Platz benötigt.

Prüfen Sie nach dem Einsetzen der Grafikkarte, ob die Abdeckung des Towers normal schließt, ohne zu klemmen. Auch benachbarte Slots sollten nicht verdeckt werden.

4.4. Grafikkarten-Kühler

Unterschieden werden kann zwischen aktiver und passiver Kühlung der Grafikkarte. Dabei werden vor allem für leistungsstärkere Modelle ausschließlich aktive Kühler eingesetzt, also solche, die mit Lüftern anstatt mit Wärme ableitenden Kühlkörpern arbeiten. Welche Vor- und Nachteile die aktive Kühlvariante aufweist, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen.

    Vorteile
  • deutlich effektiver als passive Kühler
  • auch in der Lage, hohen Temperaturen zu trotzen
  • mit Wasserkühlung ebenfalls leises Arbeiten möglich
    Nachteile
  • teurer als passive Kühler
  • ohne Wasserkühlung deutlich stärkere Geräuschentwicklung

4.5. Grafikkarten-Anschlüsse

Standardmäßig finden Sie an Ihrer Grafikkarte HDMI-Ausgänge und Displayports. Ältere Modelle verfügen zudem hin und wieder noch über DIV-Buchsen.

Achten Sie darauf, dass Ihre Grafikkarte stabil mit einem Halter gesichert ist, um andere Komponenten, aber auch die angeschlossenen Kabel nicht zu beschädigen.

Sollte die Halterung Ihrer Grafikkarte nicht ausreichen und Sie bemerken, dass sich das Modul immer wieder absenkt und dabei Kabel ungünstig knickt oder verdreht, kann eine spezielle Grafikkarten-Stütze helfen.

5. Welche Grafikkarten-Hersteller gibt es?

Die beiden größten Grafikkarten-Marken sind Nvidia und AMD. Vertrieben und produziert werden die Karten jedoch auch von Herstellern wie:

  • Asus
  • MSI
  • Sapphire
  • EVGA
  • Palit

Dabei ändern die oben aufgeführten Anbieter vor allem Elemente wie die Kühleinheit oder die Taktfrequenz ab, behalten aber den von Nvidia oder AMD entwickelten Grafikchip bei.

6. Häufig auftretende Fragen zu Grafikkarten

Möchten Sie mehr über den Umgang mit Grafikkarten und deren Besonderheiten erfahren? Dann finden Sie zum Abschluss unserer Kaufberatung auf Krone.at Antworten auf einige der am häufigsten auftretenden Fragen zum Thema.

6.1. Wie lässt sich eine Grafikkarte übertakten?

Von einer Übertaktung Ihrer Grafikkarte müssen wir generell abraten. Zum einen geht durch die Manipulation der Grafikkarte Ihr Garantieanspruch verloren.

Zum anderen werden die Module nicht nur lauter, sondern auch heißer, was schlimmstenfalls zu mechanischen Defekten führen kann. Außerdem verliert das ganze System insgesamt an Stabilität.

6.2. Wie kann ich eine Grafikkarte testen?

Grafikkarte und Ethereum-Münzen

Mithilfe von Hochleistungs-Grafikkarten können Sie sich auch am Mining von Kryptowährungen beteiligen.

Macht Ihre Grafikkarte Probleme, stürzt also beispielsweise ein anspruchsvolles Spiel häufig ab, könnte das mehrere Ursachen haben. So kann der Treiber Ihrer Grafikkarte veraltet sein und einer Aktualisierung bedürfen. Auch ein Überhitzen durch veränderte Lüfter-Einstellungen kann zu besagten Schwierigkeiten führen.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Grafikkarte über DirectX auf Fehler zu untersuchen. Rufen Sie dazu über die Windows- und R-Taste das Dialogfeld auf und geben Sie „dxdiag“ in die Eingabezeile ein. Lassen Sie sich die Fehlerliste anzeigen und nehmen Sie, wenn nötig, eine Problemlösung in Anspruch.

Sollten Sie einfach nur eine neue oder eine funktionierende Grafikkarte einem Test unterziehen wollen, empfehlen wir Ihnen das Programm FurMark. Dieses prüft innerhalb von 15 Minuten nach einem Klick auf den Button „Burn-in Benchmark 15 min“ die Belastbarkeit Ihrer Grafikkarte.

Wenden Sie das Programm jedoch keinesfalls an, wenn bereits Probleme bestehen, da diese dadurch schnell verschlimmert werden können.

6.3. Was ist unter Raytracing zu verstehen?

Raytracing ist ein Feature, das vor allem neuere Nvidia-Grafikkarten bieten. Dieses soll dafür sorgen, dass Reflexionen und Schatten sowie Lichteinfälle physikalisch simuliert werden und somit deutlich realistischere Spielerlebnisse ermöglichen. AMD wartet bislang mit keinem Pendant auf.

6.4.Welche Grafikkarten überzeugen die Stiftung Warentest?

Leider liegt kein aktueller Grafikkarte-Test des Verbraucherschutzinstituts vor. Lediglich ein Test verschiedener Laptop-Varianten wurde 2019 durchgeführt, wobei der Schwerpunkt nicht auf die grafischen Möglichkeiten der portablen Rechner gelegt wurde.

Auch wenn wir Ihnen daher keinen Grafikkarten-Testsieger des Instituts vorstellen können, sind Sie nun mithilfe unseres Ratgebers in der Lage, die richtige Grafikkarte für Ihren Rechner auszuwählen.

Bildnachweise: amazon.com/MSI, shutterstock.com/Kravtzov, shutterstock.com/Gorodenkoff, shutterstock.com/yauhenka, shutterstock.com/tommaso79, shutterstock.com/Wit Olszewski (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)