In der Nacht auf Sonntag ist die Lage in der umkämpften Straße von Hormuz eskaliert. Nachdem die Iraner einen Warnschuss auf ein Schiff abgegeben haben, hat das US-Militär den Iran angegriffen – während gerade die Verhandlungen um die Straße von Hormuz laufen.
Nachdem die Iraner das Containerschiff „GFS Galaxy“ in der Straße von Hormuz abgeschossen hatten, hat das US-Militär den Iran angegriffen. Wie das US-Zentralkommando Centcom mitteilte, wurden mehr als 300 Ziele getroffen. Handelsschiffe könnten die Schifffahrtsroute weiter passieren, betonte das US-Militär. Die iranischen Revolutionsgarden (IGRC) flogen Angriffe auf US-Militärbasen in den Golfstaaten und Jordanien.
Die US-Angriffe erfolgten auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump, hieß es vom US-Zentralkommando. Sie hätten sich unter anderem gegen Raketen- und Drohnenabschussrampen, Waffenlager und Marineeinrichtungen gerichtet. Rund 140 militärische Ziele seien getroffen worden. Laut dem Nachrichtenportal Axios wurden iranische Ziele im Bereich der wichtigen Schifffahrtsroute angegriffen.
Iran: Schiff gefährdete Sicherheit
Die Marine der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatte von Warnschüssen auf das unter zypriotischer Flagge fahrende Schiff „GFS Galaxy“ gesprochen. Es habe die maritime Sicherheit in der Meerenge gefährdet, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News auf Telegram mit. Demnach hätten zuvor mehrere Schiffe versucht, eine nicht genehmigte Route zu befahren und Aufforderungen der Revolutionsgarden ignoriert, ihre Route zu korrigieren.
Straße von Hormuz geschlossen
Infolge dieses Vorfalls werde die Straße von Hormuz bis auf weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region geschlossen bleiben, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Durchfahrt sei verboten. Sollte der „Aggressor“ neue Angriffe gegen den Iran starten, hieß es an die USA gewandt, werde man mit weiteren Angriffen auf „feindliche Stützpunkte“ in der Region reagieren.
Die angedrohten Gegenschläge ließen nicht lange auf sich warten. Die Luftstreitkräfte hätten in einer ersten Phase „wichtige militärische Infrastruktur und Anlagen“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Hassan Air Base in Jordanien angegriffen, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News auf Telegram mit. Die Revolutionsgarden behaupteten, mit mehreren ballistischen Raketen ein Kommando- und Kontrollzentrum sowie Hangars für MQ-9-Drohnen zerstört zu haben. Auch ein zweites Schiff in der Straße von Hormuz sei außer Gefecht gesetzt worden. Auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Katar wurden Angriffe gemeldet.
Centcom: Iran verstößt gegen Rahmenabkommen
Der Iran habe mit dem Angriff auf das Schiff eine weitere Gelegenheit verpasst, sich an das Mitte Juni mit den USA ausgehandelte Rahmenabkommen zu halten, hieß es in der Mitteilung von Centcom weiter. Teheran habe versagt. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth teilte auf X mit, der Iran habe eine schlechte Entscheidung getroffen. „Jetzt muss er dafür bezahlen.“
Verhandlungen im Oman
Kurz vor der Gewalteskalation hatte der Oman einen Vorschlag zur gebührenfreien Durchfahrt der Straße gemacht. Demnach soll der Schiffsverkehr auf der südlichen Route wie vor dem Krieg frei möglich sein, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf eine ungenannte Quelle. Auf der nördlichen Route entlang der iranischen Küste wären laut CNN Genehmigungen Teherans nötig, aber keine Gebühren.
Vertreter des Irans und des Omans hatten zuvor in der omanischen Hauptstadt Maskat über eine Regelung des Schiffsverkehrs verhandelt. Das omanische Außenministerium teilte mit, die Gespräche würden auf technischer und politischer Ebene weiterlaufen. Angaben zu dem Vorschlag machte der Oman nicht.
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