Teilweise fünfstellig

So einfach bekommt man Rabatt beim Neuwagenkauf!

Motor
07.04.2026 09:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Neuwagen sind längst richtig teuer. Viele Kunden greifen mittlerweile eher zu Gebrauchten oder Jahreswagen. Aber: Es ist offenbar gar nicht so schwer, vom Händler einen guten Rabatt auf den Preis zu bekommen – man muss einfach fragen!

Zu diesem Schluss kommt der ADAC, der für einige Fahrzeuge hinterfragt hat, „wie viel geht“. Der Automobilklub hat mit Testkäufern deutschlandweit untersucht, ob Autohändler Rabatt geben – und wenn ja, wie viel.

Bei der verdeckten Studie wurden zunächst 14 Fahrzeuge online vorkonfiguriert. Mit dem Angebot aus dem Konfigurator gingen die Testkäufer zu verschiedenen Autohändlern und versuchten hier Rabatt zu verhandeln. Für jedes Fahrzeugmodell wurden acht Verkaufsgespräche, verteilt auf unterschiedliche Regionen in Deutschland, geführt.
Die aktuelle Förderung für E-Autos wurde bewusst außen vorgelassen, um die Rabattbereitschaft der Hersteller und Händler besser überprüfen zu können.

Die erste Überraschung betraf Mercedes-Benz und BYD. Der deutsche Hersteller wies bereits im Online-Konfigurator einen nicht näher definierten Nachlass von gut 5000 Euro aus. BYD warb ebenfalls online sogar mit einem Abzug von über 15.000 Euro, wobei 6000 Euro davon auf die maximale Förderung für Elektroautos ausgeschrieben waren, die in der Praxis nicht jeder Käufer bekommt.

Im Autohaus zeigte sich, dass auch die Rabattbereitschaft der Händler anscheinend groß ist: Schon beim ersten Angebot war in über drei Viertel der Fälle proaktiv ein Rabatt enthalten. Die bereits im Konfigurator aufgeführten Rabatte von Mercedes und BYD wurden dabei durchgängig vor Ort bestätigt. Und in weiteren zwölf Prozent der Fälle ließen sich die Verkäufer auf Nachfrage auf einen Nachlass ein. 

Die Höhe variierte je nach Hersteller allerdings stark: Bei Leapmotor lag die durchschnittliche Rabatthöhe gerade einmal bei 243 Euro – BMW hingegen reduzierte den Kaufpreis um über 11.000 Euro. Grund dafür sind neben den Vertriebsstrategien der Hersteller auch die unterschiedlichen Fahrzeugklassen: Der Kleinstwagen von Leapmotor ist mit einem Listenpreis von 18.900 Euro der günstigste Vertreter im Feld – entsprechend gering fällt auch die Marge für den Händler und Hersteller aus. Der BMW wurde für die Studie mit viel Zubehör zusammengestellt: Hier liegt der reine Konfigurationspreis schon bei über 62.000 Euro.

Mehrere Rabattrunden
Fragten die Testkäufer ein zweites Mal nach einem Rabatt, war bei vielen Verkäufern eine Grenze erreicht. Nur noch 13 Prozent ließen sich auf eine weitere Reduzierung des Kaufpreises ein. Dennoch lohnt sich die Nachfrage – BMW etwa reduzierte bei dieser Stufe den Preis im Schnitt nochmals um über 700 Euro und bei einem Renault-Händler gab es hier den ersten Rabatt.

Bei der dritten Nachfrage waren nur noch sechs Prozent der Verkäufer für einen Nachlass bereit. In den meisten Fällen fielen die Beträge ziemlich gering aus. Allerdings gab es in zwei Fällen noch größere Rabatte bis über 1000 Euro.

Die Testergebnisse zeigen, dass es sich für Autokäufer lohnt, die Verkäufer nach einem Rabatt zu fragen. In vielen Fällen lassen sich damit sogar mehrere Tausend Euro im Vergleich zum Listenpreis sparen. Die mit Abstand größten Nachlässe gab es beim ersten Angebot des Händlers oder auf die erste Nachfrage. 

Insgesamt gab es in fast 90 Prozent der Fälle irgendeine Form von Rabatt. Bei vielen Herstellern kann es sich auch lohnen, mehrere Autohäuser der gleichen Marke anzusteuern: Bei Toyota gab es beispielsweise über 21 Prozentpunkte „Rabattspanne“ – also Differenz zwischen größtem und kleinstem Nachlass. Die kleinsten Spannen erlebten die Testkäufer bei Mercedes (hier wurde strikt nur der vom Hersteller vorgegebene Rabatt gewährt), BYD (2,4 Prozentpunkte) und Renault (3 Prozentpunkte).

Auf Österreich lässt sich die ADAC-Untersuchung nicht per se eins zu eins umlegen – aber da es so einfach ist, kann man es ja einfach mal probieren. 

Diese Modelle wurden vorkonfiguriert und anschließend im Handel die Rabatte abgefragt: Sieben Verbrenner (Dacia Duster, Mercedes C220d T-Modell, MG ZS+ (hybrid), Peugeot 3008, Renault Clio, Toyota Corolla Touring Sports, VW Golf Variant) und sieben E-Autos (BYD ATTO 2, Fiat Grande Panda, Hyundai Inster, Leapmotor T03, Skoda Elroq, BMW iX1, Opel Corsa-e)

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