Während die Nachfrage nach E-Autos aktuell stark steigt, macht Honda bei E-Autos einen breiten Rückzieher. E-Projekte in den USA wurden eingestellt. In Europa wird zudem der einzige Elektro-Honda vom Markt genommen.
Gerade einmal drei Jahre ist er auf dem Markt, doch nun zieht sich Honda mit dem e:Ny1, dem bislang einzigen batterieelektrischen Pkw der Marke, schrittweise aus mehreren europäischen Märkten zurück. Wie die Europazentrale auf Nachfrage mitteilt, befindet sich der e:Ny1 in der finalen Phase seines Modellzyklus.
Restfahrzeuge will Honda gezielt in Märkten mit vergleichsweise hoher Nachfrage platzieren. Genannt werden Großbritannien sowie die nordischen Länder, wo der e:Ny1 weiterhin angeboten wird, solange Fahrzeuge verfügbar sind.
Abverkauf in Österreich
In Österreich ist der e:Ny1 noch im Konfigurator zu finden. Für lagernde Neufahrzeuge gibt es bis Ende Juni einen Aktionsrabatt von 5000 Euro. Wenn diese Lagerfahrzeuge an den Kunden gebracht wurden, war’s das mit dem Modell in Österreich.
Das ist der Honda e:Ny1
Der Honda e:Ny1 ist ein vom Kompakt-SUV HR-V abgeleiteter 4,39 Meter langer Kompaktstromer. Für den Vortrieb sorgt ein 150 kW/204 PS starker E-Motor mit 310 Nm, in 7,6 Sekunden geht es von 0 auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt. Die 68,8 kWh große Batterie soll für eine Reichweite von 412 Kilometer gut sein. Honda gibt als WLTP-Normverbrauch 16,7 kWh an. An der Schnellladesäule zieht er nur bis zu 78 kW, der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert 45 Minuten. An der Wallbox sechs Stunden.
So geht es für Honda in Europa weiter
Für Europa insgesamt kündigt der Hersteller an, den Fokus zunächst auf elektrifizierte Antriebe zu legen. Dazu zählen vor allem die bekannten Hybridmodelle CR-V, HR-V und ZR-V, die in überarbeiteter Form weitergeführt werden sollen. Rein batterieelektrische Neuheiten sind kurzfristig nur für einzelne Märkte vorgesehen: In Großbritannien soll noch 2026 ein kleiner Stromer unter dem Namen Honda Super-N starten.
Unklar bleibt damit, wann Honda in Kontinentaleuropa wieder breiter mit batterieelektrischen Modellen vertreten sein wird. Eine Strategie mit reinen BEV-Modellen scheint das Unternehmen für Europa nicht zu verfolgen.
Parallel hat Honda sich auch global aus reinen Elektroprojekten zurückgezogen. Mehrere für Nordamerika angekündigte Stromer werden nicht mehr bis zur Marktreife gebracht. Dazu zählt auch das gemeinsam mit Sony entwickelte Projekt Afeela. Hintergrund der globalen strategischen Anpassungen dürfte auch die zuletzt schwächere Geschäftsentwicklung mit entsprechenden Ergebnisbelastungen sein.
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