Demo ab 11 Uhr

Countdown am Brenner läuft – bald ist alles dicht

Tirol
30.05.2026 06:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Tirol steht heute vor einem Verkehrstag der Superlative: Das Land steht heute vor einer achtstündigen Totalsperre der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung der Alpen. Die Brennerachse wird, wie berichtet, wegen einer Protestaktion komplett gesperrt. Ab 11 Uhr geht auf der Brenner Autobahn (A13) nichts mehr. 

Schon Stunden davor ziehen die Behörden die Reißleine: Für Transit-Lkw gilt bereits ab 9 Uhr ein Fahrverbot, Pkw müssen dann spätestens um 11 Uhr an der Mautstelle Schönberg bzw. am Brenner umdrehen. Die Polizei spricht von einer „klaren Sperrzone“ – wer es bis dorthin schafft, wird konsequent zurückgeschickt.

Fahrten nach Tirol vermeiden
Die Behörden schlagen Alarm und warnen vor massiven Verzögerungen im gesamten Alpenraum. Urlauber, die Richtung Süden unterwegs sind, sollen Tirol weiträumig meiden. Gleichzeitig rechnen Verkehrsexperten mit einer massiven Verlagerung auf Ausweichrouten – und damit mit dem nächsten Stauproblem.

Totalsperre am Brenner: Ab 11 Uhr ist die A13 dicht – Polizei und Einsatzkräfte bereiten sich ...
Totalsperre am Brenner: Ab 11 Uhr ist die A13 dicht – Polizei und Einsatzkräfte bereiten sich auf Verkehrschaos vor.(Bild: Christof Birbaumer)
Die Karte zeigt die geplante Sperre am Brenner in Tirol am 30. Mai. Betroffen sind die Autobahn A13, die Brennerstraße und die L38. Die Sperre erfolgt wegen einer Demonstration gegen die Transitbelastung. Quelle: APA.

Besonders betroffen dürfte Vorarlberg sein: Vor dem Pfändertunnel werden kilometerlange Blechkolonnen erwartet. Auch im Raum Lustenau sowie auf Schweizer Autobahnen im Großraum Chur dürfte sich der Verkehr stauen. Insgesamt werden laut Prognosen zehntausende zusätzliche Fahrzeuge auf den Ausweichstrecken unterwegs sein.

Keine klassische Ausweichroute durch Wipptal
Nicht nur die Autobahn ist betroffen: Auch die Brenner-Bundesstraße sowie die Ellbögener Landesstraße werden für den Durchzugsverkehr dicht gemacht. Damit gibt es faktisch keine klassische Ausweichroute durch das Wipptal mehr.

Erlaubt bleibt nur noch Ziel- und Quellverkehr – wer also in Tirol eine Unterkunft gebucht hat, muss eine Bestätigung vorweisen können. „Glaubhaft nachweisen“, heißt es von offizieller Seite.

Verkehrsexperten gehen davon aus, dass sich die Lage schon jetzt am frühen Morgen zuspitzt. Bereits am Freitag waren erste Staus und Verzögerungen spürbar – ein Vorgeschmack auf das, was heute drohen könnte. 

Demo von Behörde nicht untersagt
Die Protestversammlung, die von 13 Uhr bis 16.30 Uhr über die Bühne gehen wird, war von der Bezirkshauptmannschaft zweimal nicht erlaubt worden. Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gab dann jedoch einer Beschwerde gegen den entsprechenden Bescheid wegen Rechtswidrigkeit bzw. Verletzung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit statt. Daraufhin wurde die Demonstration von der Behörde nicht untersagt.

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