Arzt doppelt so teuer

Ab Juni: Beiträge-Beben für öffentlich Bedienstete

Wirtschaft
30.05.2026 15:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) erhöht mit 1. Juni den Selbstbehalt („Behandlungsbeitrag“) von derzeit zehn auf 20 Prozent. Das gab die BVAEB auf ihrer Webseite bekannt.

Diesen Schritt habe die Hauptversammlung beschlossen, „um trotz der angespannten Budgetsituation das Leistungsniveau der BVAEB auch in Zukunft sicherstellen zu können“, heißt es auf der Homepage kurz und knapp.

Es gibt weiterhin Ausnahmen
Für Versicherte/Familien mit geringem Einkommen gibt es nach wie vor die Möglichkeit zur Befreiung bzw. Nachsicht vom Behandlungsbeitrag, so die Mitteilung. Auf APA-Anfrage war am Samstag seitens der BVAEB vorerst keine Stellungnahme zu erhalten.

Wer früher beispielsweise bei einem Physiotherapeuten zehn Euro Selbstbehalt gezahlt hat, muss ab Juni 20 Euro pro Besuch zahlen. 

Entlastung wird damit zurückgenommen
Der Selbstbehalt beim Arztbesuch war mit 1. April 2016 – damals noch als Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA) – von zuvor 20 auf zehn Prozent halbiert worden. BVA-Generaldirektor Gerhard Vogel betonte damals, mit dieser Maßnahme „einen weiteren Schritt zur finanziellen Entlastung unserer Versicherten“ zu setzen.

Mit 1. Jänner 2020 – nach der Fusionierung der BVA mit der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau hin zur BVAEB – gab es eine Leistungs- und Beitragsharmonisierung. Seitdem zahlten auch Eisenbahner und Bergleute ebenso wie die Beamten einen Behandlungsbeitrag von zehn Prozent beim Arztbesuch.

Grüne kritisieren „Überfall“
Kritik am Vorgehen kam von den Grünen: „Das von der ÖGK vorgelebte überfallsartige Verschlechtern der Leistungen hat nun auch bei der BVAEB Einzug gehalten. Das ist keine Art, mit den Versicherten umzugehen“, erklärte der Grüne Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner in einem Statement.

„Eine rechtzeitige, umfangreiche Information an die Versicherten wäre das Mindeste.“ Besser aber wäre es, „sich anzusehen, wo sich effektiv sparen lässt, ohne dabei Menschen zu belasten“. Die BVAEB sei aber den vermeintlich einfachsten Weg gegangen und kürze auf Kosten der Versicherten – „das ist ungerecht“, so der Abgeordnete.

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