Bis Ende November
Exportverbot: Jetzt geht Russen das Kerosin aus
Die russische Regierung hat ein Exportverbot für Kerosin bis zum 30. November 2026 verhängt, nachdem die Ukraine ihre Angriffe auf russische Raffinerien intensiviert hat. Ziel sei es, die Stabilität auf dem heimischen Kraftstoffmarkt zu gewährleisten, teilte das Regime von Machthaber Wladimir Putin am Montag mit.
Die Ukraine hatte zuletzt mit gezielten und effektiven Drohnenangriffen auf russische Raffinerien und Öllager die Treibstoffproduktion unter Druck gebracht. In der Ukraine gab indes bei erneuten russischen Angriffen einen Toten und etliche Verletzte.
Mindestens 26 Verletzte
In der Region Cherson im Südosten wurde den Angaben zufolge ein 62-jähriger Mann bei einem russischen Drohnenangriff getötet. Mindestens zwei weitere Menschen seien bei einem Artillerieangriff auf ein Wohngebäude verletzt worden. Im Norden der Ukraine seien bei einem Angriff auf die Energieinfrastruktur acht Menschen verletzt worden, erklärten Rettungskräfte und der örtliche Stromversorger. Unter den Verletzten seien drei Kinder. Die Rettungskräfte veröffentlichten Bilder, die Feuerwehrleute beim Löschen eines Brands zeigten. Etwa 10.000 Menschen waren den Angaben zufolge von einem Stromausfall betroffen.
Ukraine mit 265 Drohnen angegriffen
Bei einem Angriff auf die Hafenstadt Odessa im Süden der Ukraine wurden laut den dortigen Behörden sieben Menschen verletzt. Bei einem Angriff auf die Region Dnipropetrowsk im Osten wurden vier Menschen verletzt, in Charkiw im Nordosten ebenfalls vier, und in Saporischschja im Süden wurde ein Mensch bei einem Angriff verletzt. Insgesamt habe die russische Armee die Ukraine im Laufe der Nacht mit 265 Drohnen angegriffen, erklärte die ukrainische Luftwaffe. 228 Drohnen seien abgefangen worden.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit Angriffen. Die Ukraine reagiert mit Gegenangriffen auf russisches Staatsgebiet. Die Verhandlungen über Ende des Krieges liegen seit Monaten auf Eis.
Beschränkungen für Benzin-Verkauf auf der Krim
Erst in der Nacht auf Sonntag hatte Kiew erneut Ölanlagen in mehreren Regionen in Russland mit Drohnen angegriffen. Unter Beschuss gerieten Berichten zufolge ein Öllager nahe der Stadt Taganrog am Asowschen Meer und eine Raffinerie in Saratow an der Wolga. Auf der von Russland 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim kündigte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow am Sonntag Beschränkungen für den Verkauf von Benzin an. Am Montag teilte das Präsidialamt in Moskau zur Lage der Treibstoffversorgung auf der Krim mit: Die Behebung dieser Probleme habe hohe Priorität, man arbeite an einer Lösung.
Treibstoffproduktion immer mehr beeinträchtigt
Russland exportiert Flugtreibstoff hauptsächlich per Bahn nach Zentralasien, insbesondere nach Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf Öl- und Gasanlagen tief in Russland verstärkt, um wichtige Einnahmequellen für den Angriffskrieg der Führung in Moskau zu schwächen.
Die Ausfuhr von Benzin hat die russische Regierung bereits eingeschränkt. Zudem werden Einschränkungen für Diesel geprüft, wie die Nachrichtenagentur Interfax in der vergangenen Woche meldete. Einer Auswertung von Reuters-Daten vom Freitag zufolge sank die russische Dieselproduktion im Mai um rund zehn Prozent. Bereits im April war die Produktion um denselben Wert geschrumpft, da die russischen Raffinerien ihre Produktion wegen der ukrainischen Angriffe drosseln oder sogar einstellen mussten.










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