Er hat Vorteile!

BMW iX4 Neue Klasse: Schräg, auch das Dach

Motor
08.10.2026 23:20

BMW macht den iX3 der Neuen Klasse zum SUV-Coupé und nennt das Ganze iX4. Dank der Form streicht der Wind flotter drüber – das Auge bleibt jedoch eher hängen …

Dass der iX4 kommen würde, war zu erwarten. Spannend war, wie er aussehen wird und wie das Fließheck-Design an dieser doch recht wuchtigen Baureihe wirkt. Coupés sind im Auftritt ja gerne mal eleganter und filigraner als ihre (eigentlich viertürigen) Kollegen. BMW spricht auch von einer „sportlich-eleganten“ Silhouette. Dem kann man zustimmen – oder konstatieren: Papier ist geduldig.

Prinzipiell bin ich ein Fan der nicht unumstrittenen SUV-Coupés bei BMW, auch wenn diese Art Auto etwas Absurdes hat. Und auch wenn ein SUV mit Coupé-Dachlinie nie so elegant auftreten kann wie ein richtiges Coupé. Nur in diesem Fall zeigt sich für mich eine gewisse Unwucht in den Proportionen. Die recht massive Front braucht das hohe Heck des iX3, quasi als Gegengewicht. Dem iX4 fehlt das. 

Ansonsten fehlt nicht viel. Ein bisschen Kopffreiheit hinten, weil die Dachlinie schon vor der B-Säule flacher wird und der 4er (bei sonst identischen Abmessungen) vier Zentimeter flacher ist als der 3er. Außerdem 30 bzw. 150 Liter Kofferraumvolumen: Der iX4 kommt auf 490 Liter, umgeklappt 1600 Liter. Unter der Fronthaube gibt es zusätzlich einen 58-Liter-Frunk. Zwei Tonnen Anhängelast sind ebenfalls drin. Bzw. dran.

(Bild: wolfgang groeger meier)
(Bild: wolfgang groeger meier)
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(Bild: wolfgang groeger meier)
(Bild: wolfgang groeger meier)
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(Bild: wolfgang groeger meier)
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Die Form hat auch ihre Vorteile: Der iX4 ist windschlüpfriger, und zwar wegen der geringeren Stirnfläche und des besseren cW-Werts (0,23 statt 0,24). Das steigert die WLTP-Reichweite im besten Fall auf 828 statt 805 Kilometer.

Serienmäßig gibt BMW einen Schuss Extra-Sportlichkeit dazu: Jeder iX4 bekommt das M Sportpaket, 20-Zoll-M-Räder samt blauen Bremssätteln und ein großes Panoramadach. 

Unter dem Blech ist der iX4 ein echtes Kind der Neuen Klasse. Also neue Rundzellen-Akkus, 800-Volt-Architektur und die sechste Generation des BMW-Elektroantriebs. An der Hinterachse arbeitet eine stromerregte Synchronmaschine, vorne kommt beim Allradantrieb eine Asynchronmaschine hinzu. 

(Bild: wolfgang groeger meier)
(Bild: wolfgang groeger meier)
(Bild: wolfgang groeger meier)
(Bild: wolfgang groeger meier)
(Bild: wolfgang groeger meier)
(Bild: wolfgang groeger meier)
(Bild: wolfgang groeger meier)

Zum Marktstart zwei Allrad-Varianten
Der iX4 40 xDrive liefert 275 kW/374 PS und 520 Nm. Seine Batterie fasst netto 82,6 kWh, die maximale Reichweite gibt BMW mit 638 Kilometern an. Von null auf 100 km/h geht es in 5,6 Sekunden, bei 200 km/h ist Schluss. Geladen wird mit maximal 300 kW, von zehn auf 80 Prozent sollen 21 Minuten reichen.

Darüber steht der iX4 50 xDrive mit 345 kW/469 PS und 645 Nm. Er übernimmt die große 108,7-kWh-Batterie und schafft damit laut BMW die genannten 828 Kilometer. Der große Akku verträgt maximal 400 kW Gleichstrom. BMW verspricht auch hier zehn bis 80 Prozent in 21 Minuten. Unter Idealbedingungen sollen zehn Minuten an der Schnellladesäule für bis zu 387 zusätzliche Kilometer reichen. Wechselstrom fließt serienmäßig mit 11 kW, optional sind 22 kW möglich. 

Mit 469 PS braucht der iX4 50 xDrive 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 210 km/h. Die integrierte Antriebs- und Fahrdynamikregelung übernimmt wie bei den anderen Modellen der Neuen Klasse der von BMW etwas pathetisch „Heart of Joy“ getaufte Hochleistungsrechner. Er verknüpft Antrieb, Bremsen, Rekuperation und Teile der Fahrwerksregelung. 

Was es beim iX3 zum Marktstart nicht gab: Ein adaptives M Fahrwerk samt variabler Sportlenkung bekommt man von Beginn an gegen Aufpreis. 

(Bild: wolfgang groeger meier)
(Bild: wolfgang groeger meier)
(Bild: wolfgang groeger meier)
(Bild: wolfgang groeger meier)

Topmodell folgt später
Kurz nach den beiden Startmodellen folgt der iX4 M60 xDrive mit serienmäßigem Adaptivfahrwerk. Der kommt auf 450 kW/612 PS und 875 Nm, beschleunigt in 3,9 Sekunden auf 100 km/h und läuft 240 km/h. Der Akku bleibt mit 108,7 kWh gleich groß, die maximale Reichweite sinkt auf immer noch beachtliche 777 Kilometer. Beim ebenfalls 612 PS starken iX3 M60 nennt BMW 754 Kilometer – auch hier bringt die aerodynamisch günstigere Coupé-Karosserie also 23 Kilometer mehr auf dem Papier. 

Panoramablick statt Tacho
Innen gibt es keine Überraschung für Kenner der Neuen Klasse. Das klassische Instrumentendisplay hinter dem Lenkrad ist Geschichte. Stattdessen projiziert „Panoramic Vision“ Informationen über die gesamte untere Breite der Windschutzscheibe. Dazu kommen ein 17,9 Zoll großer Zentralbildschirm und optional das 3D-Head-up-Display. 

Unterm Strich
BMW hat Erfahrungen mit polarisierendem Design, auch mit SUV-Coupés. Das erste - der BMW X6 – entwickelte sich überraschend zum Bestseller und wurde zum Urvater eines ganzen Segments, das längst auch andere Hersteller bespielen. Und beim iX4 muss man vielleicht einfach etwas länger hinschauen. Das Wesen von gutem Design ist, dass es nicht auf Anhieb gefallen muss, sondern nachhaltig wirkt. Die Spannung bleibt also noch etwas erhalten.

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