In nur wenigen Autostunden erreichbar, verzaubert Kroatiens Hauptstadt mit besonderem Flair, hervorragender Gastronomie, spannenden Sehenswürdigkeiten und aufregenden Veranstaltungen. Auch vierbeinige Urlaubsgäste sind immer gerne gesehen.
Eine Familie bedient sich an einem prall gefüllten Picknickkorb, daneben ein Pärchen mit Champagner. Ein älterer Herr setzt sich aufgeregt auf seinen Klappsessel, Jugendliche liegen in der Wiese. Links vorne dreht ein kleiner Hund noch aufgeregt eine Runde, bevor er sich entspannt zu seinen Besitzern gesellt. Jeden Juni werden in Zagreb die Decken ausgerollt: Zwischen Gras, Blumen und dem historischen Ambiente entsteht im idyllischen Park auf dem König-Tomislav-Platz eine Atmosphäre, die mit nichts vergleichbar ist. All das ist „Zagreb Classic“, eines der außergewöhnlichsten Open-Air-Festivals dieser Art. Willkommen ist jeder, der Eintritt frei.
Gänsehaut-Effekt für alle
In wunderbarer Akustik schallt Edvard Griegs „Peer-Gynt-Suite“ durch das Stadtzentrum. Gefolgt von Antonin Dvořáks „Slawischen Tänzen“, die sich episch in das Stadtbild einfügen. Durch das Programm führt mit Dawid Runtz einer der beliebten Dirigenten in Europa. Besonders ist in diesem Jahr vor allem die Kooperation zwischen den Zagreber Philharmonikern und dem deutsch-iranischen Pianisten Rahmi Bahrami. Der fulminant „Air“ der Orchestersuite Nr. 3 des deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach zum Besten gibt. „Nur wenige kulturelle Veranstaltungen schaffen es, ein so vielfältiges Publikum zusammenzubringen – von engagierten Liebhabern klassischer Musik bis hin zu Passanten, die kurz innehalten, einer Aufführung lauschen und am Ende bis zum Schluss bleiben“, erklärt Martina Bienenfeld, Direktorin des Tourismusverbands der Stadt Zagreb, im Gespräch mit der „Krone“.
So einfach kann Sightseeing sein
Genau so vielfältig wie die Besucher des Festivals ist die kroatische Hauptstadt an sich. Sie begeistert Architekten aus aller Welt mit der Verneinung von Historischem, Sozialistischem und Modernem. Mit nur 790.000 Einwohnern für seine Kompaktheit geschätzt, ist in Zagreb alles bequem und ohne Stress erreichbar. Die insgesamt 4500 Cafés und Restaurants (eines je 175 Einwohner!) laden zum gemütlichen Flanieren ein. Denn Eile passt so gar nicht zum kroatischen Lebensstil.
Besonders sehenswert ist der nahezu vollständig erhaltene historische Stadtkern. Dort verbindet mit 66 Metern Länge die weltweit kürzeste Seilbahn für den öffentlichen Personenverkehr die Ober – und Unterstadt. Aus dem Lotrščak-Turm wird täglich um Punkt 12 Uhr mittags, wohlgemerkt händisch, die berühmte Kanone von Grič abgefeuert. Bedeutet für die Einwohner 130 Dezibel jeden Tag, dafür ein zuverlässiges Überprüfungsinstrument für die Uhr. Unweit davon ragt die Kathedrale von Zagreb empor, die sich mit stolzen 108 Metern das höchste Gebäude in Kroatien nennen darf. Frequentiert wird sie nicht nur von Touristen, sondern vor allem von Bewohnern der Stadt. Dreißig Prozent der katholischen Kroaten gingen jeden Sonntag in die Kirche, erzählt Fremdenführerin Dora Fila Butković der „Krone“ in perfektem Deutsch.
Viele spannende Ausstellungen befinden sich in der Umgebung, darunter besonders empfehlenswert das preisgekrönte „Museum der zerbrochenen Beziehungen“. Mit Exponaten von Romanzen, die nicht für die Ewigkeit bestimmt waren.
Hotels zum Entspannen
Für einen komfortablen Aufenthalt bietet sich eine Reihe schöner Unterkünfte an, die zweifellos mit dem österreichischen Standard mithalten können. Hervorzuheben sind etwa das „Canopy By Hilton“ oder „DoubleTree By Hilton“. Unvergesslich das „Hotel Esplanade“. Es wurde 1925 als Unterkunft für Passagiere des legendären Orient-Express errichtet, der Paris und Istanbul miteinander verband.
Zahlreiche Royals und Politiker, die hohe Ämter bekleiden, zog das wunderschöne Gebäude bereits in seinen Bann. Das hauseigene Restaurant überzeugt mit einer variantenreiche Wein-Karte und den kultigen Štrukli – einer kroatischen Speise, die es in unzähligen Versionen gibt. Auch Vierbeiner sind in dem Hotel willkommen und dürfen sich sogar über eine eigene Speisekarte freuen. Insgesamt sind 40 Prozent der Zagreber Unterkünfte haustierfreundlich.
DAS Pflicht-Souvenir aus Kroatien
Wer sich mit einem nachhaltigen Souvenir an die Reise zurückerinnern möchte, ist mit einer Krawatte gut beraten. Zwar hat das Halsgebinde seine weltweite Popularität den französischen Aristokraten zu verdanken. Erstmals gesehen wurde es jedoch bereits im 17. Jahrhundert an den Kriegsuniformen kroatischer Soldaten. Nicht umsonst bedeutet die französische Bezeichnung des modischen Accessoires „cravate“ in der Übersetzung „Kroate“.
Insgesamt überzeugt Zagreb mit seiner Vielfalt in allen Belangen. Es vereint Historisches mit Modernem. Kultur-Interessierte dürfen sich über ein reichhaltiges Angebot freuen. Aber es gibt auch Platz für jene, die sich von Alltagssorgen erholen und die Seele baumeln lassen wollen. Urlauber werden mit Wertschätzung empfangen, mitgebrachte Vierbeiner gehegt und gepflegt. Auch die selbstkritisch-ironische Art der Kroaten bleibt sympathisch im Gedächtnis. Weit vom Selbstdarstellertum entfernt, schaffen sie eine natürlich-ungezwungene Atmosphäre, in der sich jeder wohlfühlen kann.
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