Rache nach Angriff?

Orca vor Spanien mit Schussverletzungen entdeckt

Ausland
13.08.2026 12:33
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Orca-Weibchen wurde vor der südlichen spanischen Küste mit etwa zehn Wunden in der Rückenflosse und am Rücken gesichtet. Tierschützer gehen davon aus, dass auf das Tier namens „Toñi“ geschossen wurde. Die Iberischen Schwertwale sind vom Aussterben bedroht. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um „Rache“ nach einem Angriff auf ein Boot gehandelt haben könnte.

Naturschutzorganisationen WeWhale und Iberian Orca Guardians vermuten, dass die Verletzungen von Schrotkugeln stammen Darauf würden Anzahl der Löcher und ihr Entscheidungsbild hindeuten. Einen Beweis dafür gibt es dafür aber nicht, wie „Portal de Cadiz“ berichtete. 

Ältester bekannter Iberischer Schwertwal wurde verletzt
Die Tierschützer kennen „Toñi“ schon seit Jahren – es soll sich um den ältesten Iberischen Schwertwal handeln. Das Weibchen soll etwa 60 Jahre alt sein. Vor wenigen Wochen wurde es ebenfalls gesichtet und da konnten keine Verletzungen entdeckt werden. Die Organisationen wollen das Weibchen weiterhin beobachten, um festzustellen, ob die Wunden ernste Auswirkungen auf ihren Gesundheitszustand haben.

Mehr Bilder von dem verletzten Schwertwal: 

„Wenn ihn jemand absichtlich mit einer Schrotflinte erschossen hat, ist das nicht nur ein Akt extremer Grausamkeit gegenüber einem Tier. Es ist ein Angriff auf eines der letzten verbliebenen Exemplare einer vom Aussterben bedrohten Population“, erklärte Janek Andre, Gründer und Präsident von WeWhale und der Iberian Orca Guardians Foundation.

Waren Schüsse Reaktion auf Orca-Angriff?
„Das Erschießen dieser Tiere kann niemals eine akzeptable Reaktion sein. Diese Orcas brauchen Schutz, keine Vergeltung“, so der Tierschützer. Damit spielt er wohl auf die Vorfälle mit Orcas an, die seit einigen Jahren vor der iberischen Atlantikküste bis in die nördliche Biskaya Segelboote angreifen. Die Tiere rammen dabei gezielt das Heck und Ruder der Jachten, wodurch sie manövrierunfähig werden oder sogar sinken können. 

Laut der Deutschen Stiftung Meeresschutz habe es bereits mehr als 700 registrierte „Interaktionen“ von Orcas gegeben. Bislang seien acht Boote untergegangen. Menschen seien bei diesen Vorfällen bisher nicht verletzt worden. Zumeist werden Segelboote unter 15 Metern Länge angegriffen – seltener dagegen Motor- oder Fischerboote.

Meeressäuger wollen vermutlich nur spielen
Forscher vermuten, dass es sich bei den Angriffen nicht um ein aggressives Verhalten handelt, und sprechen daher eher von Interaktionen. Sie gehen davon aus, dass der Spieltrieb der Meeressäuger der Grund für die Vorfälle ist. „Iberische Orcas müssen seit einigen Jahren nicht mehr so viel Zeit wie früher mit der Nahrungssuche verbringen. Denn ihre Hauptbeute, der Rote Thunfisch, hat sich von Zeiten hemmungsloser Überfischung dank strenger Schutzmaßnahmen inzwischen gut erholt“, so die Deutsche Stiftung Meeresschutz.

Sie hätten mehr „Freizeit“ die sie für solche Interaktionen nutzen könnten. „Da bieten sich kleinere Boote als willkommene Spielobjekte an“, erklärt der Experte Ulrich Karlowski. Die spanische Regierung empfiehlt, bei solchen Vorfällen mit dem Boot nicht anzuhalten sondern möglichst schnell in flachere Gewässer zu fahren.

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