Wahnsinns-Aussicht

Von hier aus blicken Sie auf 30 Dreistausender

Die „Gipfelwelt 3000“ am Kitzsteinhorn ist Salzburgs höchstgelegenes Ausflugsziel direkt an der Grenze zum größten Schutzgebiet der Alpen. Von der Plattform aus hat man einen Wahnsinns-Ausblick auf den Großglockner und über 30 Dreitausender.

Der Nationalpark Hohe Tauern bietet zu jeder Jahreszeit Naturerlebnisse und ist ganzjährig rund um die Uhr zugänglich. Ein Besuch ist allerdings von den Wetterverhältnissen abhängig. Zu beachten sind das Wegegebot sowie die Leinenpflicht für Hunde. Am eindrucksvollsten lässt sich die Hochgebirgslandschaft mit einem Ranger erleben.

Diese bringen nicht nur viel Wander- und Bergerfahrung mit, sondern wissen, wo die spektakulärste Aussicht zu genießen ist,  die buntesten Almwiesen oder ideale Jausenplätze zu finden sind – und nicht zuletzt, wo die „Big Five der Alpen“ zu beobachten sind. Schließlich kennt niemand den Nationalpark so gut wie die Ranger, für die das nicht nur Beruf, sondern Berufung ist.

Die „Big Five“ der Alpen

Die „Big Five“ der Alpen zählen zu den größten und eindrucksvollsten Tieren im Hochgebirge. Einen geschützten Lebensraum haben sie im Nationalpark Hohe Tauern gefunden.

  • Gämse: Die Kletterkünstler in steilen Hängen kommen in allen gebirgigen Regionen Österreichs vor. Kitze können ihrer Mutter schon wenige Stunden nach ihrer Geburt durch schwieriges Gelände folgen. Beide Geschlechter tragen Hörner.
  • Murmeltier: Mankeis, wie sie im Volksmund genannt werden, schlafen bis zu sieben Monate im Jahr. Sie wohnen unter der Erde und leben in großen Familienverbänden. Droht Gefahr, warnen sie einander mit einem lauten Pfiff. Die Großglockner-Hochalpenstraße gilt als heißer Tipp, um die Tiere zu sichten, besonders unterhalb der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe lässt sich ihr Treiben aus nächster Nähe beobachten. Umso tragischer, dass viele der possierlichen Nager entlang der Straße der Raserei zum Opfer fallen. Bereits 2025 setzte die „Krone“ mit der österreichweiten Aktion „Ich bremse auch für Murmeltiere“ ein Zeichen gegen Lärm und überhöhtes Tempo im Nationalpark.
  • Steinadler: Der König der Lüfte hat eine Flügelspannweite von bis zu 230 cm. Die meisten Brutpaare sind im NP Hohe Tauern zu finden. Steinadler bleiben mit ihrem Partner ein Leben lang zusammen. Im Sturzflug bringen es die Greifvögel auf die beeindruckende Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h.
  • Steinbock: Der König der Alpen lebt in den Felsregionen oberhalb der Baumgrenze. Wer etwa frühmorgens mit einem Nationalparkranger aufbricht, hat die Möglichkeit, diese Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und zu fotografieren.
  • Bartgeier: Der größte Greifvogel Europas ist ein Aasfresser. Langsame Vermehrung und gezielter Abschuss haben die Putz-Patrouille der Alpen fast ausgerottet. Dank internationaler Schutzprojekte wurden sie seit 1986 in Österreich wieder angesiedelt. Sie leben im Rauriser Krumtal und ziehen ihre Kreise über dem gesamten Nationalparkgebiet. Durch GPS-Tracking des NP Hohe Tauern lässt sich der Aufenthalt der Vögel mitverfolgen.

 

Ranger begleiten durch das Hochgebirge
Täglich wird eine Vielzahl an geführten Touren in allen beteiligten Bundesländern angeboten. Ich entscheide mich für die Kitzsteinhorn Explorer Tour, die noch bis 11. September montags bis freitags angeboten wird und 15 Euro (exklusive Seilbahnticket, Anmeldung erforderlich) kostet. Treffpunkt ist bei der Kitzsteinhorn-Talstation, wo Ranger Werner Schuh schon wartet. Bei diesem Angebot handelt es sich um eine geführte Entdeckungsreise durch vier Klimazonen, die auch für „Nicht-Alpinisten“ leicht bewältigbar ist.

Es dauert allerdings einige Stationen mit den Seilbahnen bzw. Zwischenstopps, bis unsere kleine Gruppe schlussendlich auf über 3000 Metern den Wahnsinnsausblick von der Aussichtsplattform „Top of Salzburg“ auf den Großglockner und über 30 Dreitausender voll auskostet.

Die Sicht ist sensationell, und man muss kein „Bergsteiger“ sein, um diesen Ausflug ins Hochgebirge machen zu können. Wanderschuhe und eine Jacke sind allerdings eine gute Empfehlung, schließlich ist es auf 3029 m Seehöhe auch im Sommer frisch, um nicht zu sagen angenehm kühl.

Die Ranger sind Experten und wissen viel über Fauna und Flora, über Klimawandel undnoch viel mehr Interessantes zu berichten. Sie zeigen zum Beispiel die großartige Tierwelt, schließlich ist das der Lebensraum für etwa ein Drittel aller in Österreich vorkommenden Tiere. Werner hat, wie auch alle anderen Ranger, immer ein gutes Fernglas mit dabei.

Informationen

  • Nationalpark Hohe Tauern: nationalpark.at
  • Salzburger Land: salzburgerland.com
  • Kärnten: kaernten.at
  • Osttirol: osttirol.com
  • Weitwandern: Hohe Tauern Panorama Trail (17 Etappen und 270 km, hohetauerntrail.at
  • Hohe Tauern Bike Trail: 530 km  Mountainbike Etappenradweg in 14 Nationalparktäler (nationalpark.bike)
  • Tipps zum Übernachten und Essen: Mittersill: Schloss Mittersill (schloss-mittersill.com) oder Hotel Bräurup (braurup.at) bzw. in Kaprun: das Tauern Spa (tauernspakaprun.com.)

Wer Glück hat, sieht etwa den König der Lüfte. Oder lernt etwas über die herzigen Murmeltiere, übersieht auch nicht den blühenden Enzian, erfreut sich an vielen Kleinigkeiten, die zusammen ein beeindruckendes Ganzes ergeben. Es macht einen Unterschied, ob man allein durch den 360 Meter langen Nationalpark-Gallery-Infostollen marschiert, was auch informativ ist, oder ob ein Spezialist führt und auf Fragen oder Details eingeht.

Hier am Kitzsteinhorn bewegt man sich am Rande des Nationalparks, und es ist sozusagen ein Tor zum Hineinblicken, eine Möglichkeit für jedermann, in diese hochalpine Welt leicht und bequem einzutauchen.

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