„Crazy Cheese“-Pleite

Auktion: „Luxus-Käse“ kommt nun unter den Hammer

Wirtschaft
13.08.2026 13:04

Nach der Pleite der „Crazy Cheese“-Unternehmensgruppe des selbst ernannten „Käse-Königs“ Roland Ludomirska kommt nun die gesamte Ausstattung samt Ware – darunter auch Dutzende Käselaibe – unter den Hammer.

Das Auktionshaus Aurena übernimmt die Versteigerung des Firmensitzes in Hart bei Graz. 660 Positionen werden angeboten, die ersten Zuschläge erfolgen ab dem 24. August, teilte das Auktionshaus am Donnerstag in einer Aussendung mit.

Edle Namen und viel Werbung
Das Unternehmen hatte eigens kreierte Käsesorten und auch andere Spezialitäten vertrieben. Mit klingenden Namen wie „Black Pearl“, „Geiler Bock“ und „Liebeskäse“ sowie viel Werbung auf Social Media wurde dem Ganzen ein Luxus-Image mitgegeben. Kritiker und Brancheninsider hatten dahinter teils gewöhnliche, umgelabelte Industrieware vermutet und die hohen Preise kritisiert, denen die Qualität nicht entsprechen würde. Ludomirska hatte dies stets bestritten. Fakt ist allerdings, dass die meisten Käsesorten von „Crazy Cheese“ in Holland produziert und importiert wurden.

Dieses Stück Käse kostete im Jahr 2022 satte 64 Euro.
Dieses Stück Käse kostete im Jahr 2022 satte 64 Euro.(Bild: Reinhard Holl)

Im Juli war schließlich das Ende des „Käse-Imperiums“ besiegelt, es wurde von der „Crazy Cheese Manufacture Holding GmbH“ und deren 100-prozentiger Tochter MRL Crazy Cheese Manufacture W GmbH selbst das Konkursverfahren beim Landesgericht Graz beantragt. Alle Geschäfte der Firma, die sich selbst als „wohl exklusivsten Käse-Store der Welt“ bezeichnete, sind bereits geschlossen.

Ehemalige Luxus-Käselaibe ab 20 Euro
Unter den nun angebotenen Versteigerungs-Positionen finden sich Deko-Käselaibe aber auch originale Käselaibe. Für 100 Gramm legten die Kunden vormals um die 20 Euro aufwärts auf den Tisch, nun sind die letzten der 10-Kilo-Käselaibe ab einem Rufpreis von 20 bis 25 Euro zu haben. Daneben wird auch Zubehör wie Käseglocken, Schneidbretter oder Käsereiben angeboten und auch professionelle Gastro-Ausstattung wie Aufschnitt- und Vakuumiermaschinen, Waagen, Büro- und IT-Ausstattung sowie der gesamte Ladenbau mit Bar, Stehtischen und Barhockern. Auch Champagnergläser, Kaviardosen, Luster, ein handgemachter Champagnersäbel und eine glitzernde Discokugel sind ersteigerbar.

Besichtigung in Firmenzentrale am 20. August
Gebote sind laut dem Auktionshaus bereits möglich, die ersten Zuschläge erfolgen am 24. August 2026 ab 11 Uhr. Die Besichtigung in der „Crazy Cheese“-Firmenzentrale sei am 20. August 2026 von 9 bis 12 Uhr möglich.

Die wesentliche Insolvenzursache liegt laut Konkursantrag dem KSV zufolge in wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie. Im Jahr 2020 wurde die Entscheidung getroffen, sieben neue Standorte zu eröffnen – damals seien die folgenden Lockdowns noch nicht vorhersehbar gewesen. Damit verbundene Betriebsschließungen und Umsatzrückgänge belasteten finanziell.

Trotz Einsparmaßnahmen und Stundungen hätten die Kosten nicht gedeckt werden können. Ab dem heurigen Jahr sei es zu einem neuerlichen Umsatzrückgang gekommen – dieser sei einem Rückgang der Kaufkraft geschuldet gewesen. Somit seien die Sanierungsbemühungen gescheitert. Die Aktiva betragen 32.000 Euro, die Passiva 358.000 Euro, summiert man die Werte der Holding und ihrer Tochter. Es gibt insgesamt gut 30 Gläubiger.

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