Das meiste zum Kühlen

Gros der Wasserentnahmen entfällt auf Produktion

Wirtschaft
13.08.2026 12:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Angesichts der Dürre ist Wasser derzeit ein heikles Thema. In der Industrie gibt es aber bisher keine Produktionskürzungen wegen Wassermangels, obwohl diese sehr wasserintensiv ist. 70 Prozent der Wasserentnahmen in Österreich entfallen laut Industriellenvereinigung (IV) auf die Industrie.

Das gilt vor allem für die Lebensmittel-, Textil-, Papier-, Chemie-, Pharma-, Glasindustrie und Metallerzeugung. Diese Bereiche stehen für gut 95 Prozent der Wassernutzung in der Warenproduktion. Es sei zwischen Entnahme und Verbrauch zu unterscheiden, betonte die IV. Denn „ein sehr großer Teil“ der Wasserentnahmen bestehe aus Kühlwasser, das anschließend wieder ortsnah in die Gewässer zurückgeführt wird. Wasser werde größtenteils gebraucht, nicht verbraucht.

IV hält Wassersparzwang „nicht für sinnvoll“
Die Betriebe in der Industrie trachteten stets nach einer sparsamen Ressourcennutzung. „Einen Wassersparzwang halten wir daher nicht für sinnvoll, zu allfälligen Produktionskürzungen aufgrund des Wassermangels haben wir aktuell keine Wahrnehmung.“

Ausgezeichnete Wasserversorgung als gewichtiger Standortfaktor
Eine ausgezeichnete Wasserversorgung gilt als ein wesentlicher Standortfaktor. Neben Kühl- ist Prozesswasser essenziell. Deshalb sind eine Vielzahl an Sektoren von der aktuellen und künftigen Wasserpolitik direkt und indirekt betroffen. Etwaige (Versorgungs-)Gefahren für kritische Infrastrukturen, Industriebetriebe und Gesellschaft müssen neu evaluiert werden, so die IV. „Die nachhaltige, kostengünstige und sichere Verfügbarkeit der Ressource Wasser ist imperativ für den Produktionsstandort Österreich und unabdingbar für die Dekarbonisierung zur Erreichung ambitionierter Klimaziele.“

Das Wasserangebot in Österreich werde sich laut Erkenntnissen, auf die die IV verweist, im Durchschnitt bis 2050 nur unwesentlich verändern. Räumlich und jahreszeitlich werde jedoch eine differenzierte Entwicklung einzelner Wasserhaushaltskomponenten beobachtbar sein. Vorsorgemaßnahmen etwa wegen des Abschmelzen von Gletschern seien wichtig.

Stabiler Bedarf in Industrie, Anstieg im Agrarbereich
In der Produktion werde der Wasserbedarf bis 2050 im Vergleich zu heute in etwa stabil bleiben. Der größte Bedarfsanstieg sei im Agrarsektor zu erwarten. Betrachtet man alleine die „Wasserindustrie“ – Wasserkraft, wasserintensive Industrie, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Wasserbau – so arbeiten dort 135.000 Menschen, die einen direkten Produktionswert von 65 Mrd. Euro bei einer Wertschöpfung von knapp 19 Mrd. Euro erzielen.

Berücksichtigt man neben den direkten auch die indirekten und induzierten Effekte, so sichert die gesamte Wasserwirtschaft rund 454.000 Arbeitsplätze in der heimischen Volkswirtschaft und erwirtschaftet einen Produktionswert von insgesamt 122 Mrd. Euro sowie eine Wertschöpfung von 46 Mrd. Euro. Das entspricht einem gesamtwirtschaftlichen Anteil von 16 Prozent in der österreichischen Volkswirtschaft. Der gesamtwirtschaftliche Anteil der Wasserwirtschaft in der Volkswirtschaft stieg von 2013 bis 2024 um rund drei Prozent.

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