Leser fragen, Experten antworten zu den brennendsten gesundheitlichen Themen. Peter T. (65): Mein rechter Meniskus muss operiert werden. Da ich unter Herzschwäche leide, möchte ich statt einer Vollnarkose einen Kreuzstich haben. Stimmt es, dass sich die Beine danach taub anfühlen?
Univ. Prof. Prim. Dr. Sibylle Langenecker, Leiterin der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Evangelischen Krankenhaus in Wien: Bei Meniskus-Operationen ist der Kreuzstich eine durchaus sinnvolle und auch zunehmend beliebte Narkoseform. Diese schonende Technik wird auch speziell bei Patienten mit Herz- oder Lungenproblemen sowie bei jenen, die sich vor einem postoperativen Verwirrtheitszustand fürchten, gerne angewandt.
Nach einem Kreuzstich spürt man schon nach wenigen Minuten vom Bauchnabel abwärts nichts mehr. Das Schmerzempfinden und das natürliche Bewegen der Muskeln werden ausgeschaltet, oft begleitet von einem angenehmen Wärmegefühl. Man bleibt wach und kann, wenn man will, den Eingriff via Monitor mitverfolgen.
Das Taubheitsgefühl in den Beinen hält, je nach gewähltem Betäubungsmittel und Dosis, bis zu 1,5 Stunden an. Eine Vollnarkose ist grundsätzlich auch bei Patienten mit Herz- oder Lungenproblemen möglich. Sehr wichtig ist in dem Fall ein zeitgerechter Termin in unserer Präanästhesie-Ambulanz, um bereits vor der Operation geeignete Maßnahmen zur Optimierung der Narkoseverträglichkeit einleiten zu können.
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Auch kurz vor, während des Eingriffs und unmittelbar danach kommen für Herzpatienten spezielle, auf sie persönlich abgestimmte Medikamente und bei Bedarf eine intensivere Beobachtungsphase zum Einsatz. All das zielt darauf ab, die Herzfunktion stabil zu halten und ein optimales Wohlbefinden zu ermöglichen.
Ein idealer Zeitpunkt für das vorbereitende Anästhesie-Gespräch ist etwa drei Wochen vor dem geplanten Eingriff.
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