Infektion der Vagina

Hilfe, es juckt und brennt plötzlich „untenrum“

Gesund Konkret
22.07.2026 10:00

Die meisten Frauen haben bereits einmal eine vaginale Infektion bzw. Vaginitis (Entzündung der Scheide) erlebt. Zu den Auslösern zählen die Störung des vaginalen Mikrobioms, Bakterien, Pilze sowie sexuell übertragbare Krankheiten. Wie kann man diese jedoch erkennen?

Typische Anzeichen einer Scheidenentzündung stellen Juckreiz, Brennen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen sowie Veränderungen des Scheidenausflusses dar, wie im Fachmedium „Ärztekrone“ berichtet wird. Frauen bemerken meist einen anderen Geruch, unterschiedliche Farbe, Menge oder Konsistenz.

Bei bakteriellen Infektionen kann sich dieser als grau-weißlich zeigen, bei Pilzerkrankungen weißlich, mit bröckliger Beschaffenheit. Bei einem Scheidenpilz sind oft auch die Schamlippen gerötet und brennen schmerzhaft.

Bakterien, Pilze und Parasiten
Neben Bakterien und Pilzen vermag auch ein Parasit namens „Trichomonas vaginalis“ (Trichomonaden-Infektion) eine Scheidenentzündung auszulösen. Die Ansteckung damit erfolgt meist durch sexuellen Kontakt. Typisch ist hier Juckreiz, Brennen im Schritt sowie Schmerzen beim Urinieren und auch beim Sex. Es zeigt sich vielfach ein schaumiger, gelb-grünlich gefärbter Ausfluss.

Richtige Pflege
Im Intimbereich gilt „weniger ist mehr“

Die Scheide verfügt über ein ausgeklügeltes Selbstreinigungssystem und benötigt meist deutlich weniger Pflege, als viele glauben. Nicht nur, dass der Einsatz von speziellen Hygieneprodukten wie Waschlotionen, Schaumbädern oder Gelen unnötig und obendrein teuer ist, er kann sogar die Entstehung einer Vaginitis fördern. Für eine sichere Vaginalhygiene ist das Abspülen mit Wasser und die Vermeidung von einem konstant feuchten Milieu durchaus ausreichend.

Jedenfalls verzichtbar sind Scheidenspülungen und stark parfümierte Produkte. Wer das Gefühl hat, klares Wasser reicht nicht aus, sollte eine spezielle, parfum- sowie seifenfreie, milde Waschlotion mit einem physiologisch korrekten pH-Wert verwenden.

Verzichten Sie überdies auf Waschlappen oder Schwämme, da sich darin Bakterien sammeln können. Tragen Sie atmungsaktive Unterwäsche, die verhindert, dass sich Feuchtigkeit staut. Feuchte Kleidung sowie nasses Badegewand rasch ausziehen. Nach dem Duschen ist sanftes Abtupfen mit einem sauberen Handtuch wichtig.

Wer solche Anzeichen und Veränderungen bemerkt, sollte auf jeden Fall zum Arzt gehen, da dahinter ebenfalls andere sexuell übertragbare Erkrankungen (STD) wie Chlamydien, Gonorrhö oder Genitalherpes stecken können.

Vorsicht bei Schwangeren
Im Rahmen der Schwangerschaft treten Pilzerkrankungen häufiger auf. Diabetes oder Antibiotika-, Hormonersatz- sowie Immunsuppressionstherapie können deren Auftreten ebenfalls begünstigen. Um die Ursache abzuklären, untersucht der Arzt den Vaginalabstrich mittels Mikroskop. In unklaren Fällen erfolgt mitunter die Anlage einer Keimkultur.

Um die bakterielle Vaginose und die Trichomonaden-Infektion zu behandeln, werden Antibiotika angewandt. Die vulvovaginale Kandidose bekommt man mittels antimykotischer (gegen Pilze) Therapie (lokal oder als Tabletten) in den Griff.

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