Der ganze Stolz des Wien-Holding-Unternehmens sind die sogenannten Auslandsbüros: neun Vertretungen in Städten in Mittel- und Südosteuropa – gefördert mit Millionen an Steuergeld. Die Hälfte der Mitarbeiter sitzt aber in Wien, und das daheim.
Es gibt viele Jobs, die mit Homeoffice nicht kompatibel sind – Chirurgen werden etwa schwer daheim vom Küchentisch aus schneiden können, Busfahrer können sich Arbeit auch nicht mit nach Hause nehmen. Was aber interessanterweise möglich ist: Bei der Wien Holding International Services GmbH tätig sein, vernetzt in Mittel- und Südosteuropa, und das aus den eigenen vier Wänden, sogar mit Meldeadresse Wien. Gefördert von Millionen an Steuergeld.
Was machen die internationalen Büros?
„Das Unternehmen unterstützt die internationale Vernetzung Wiens, vermittelt Kontakte für Wirtschaft, Forschung und Stadtverwaltung, beobachtet Entwicklungen in den Partnerstädten und stärkt die internationale Sichtbarkeit sowie die Positionierung des Wirtschaftsstandortes Wien“, erklärt ein Sprecher der Holding. „Damit fungiert es als internationales Netzwerk der Stadt Wien.“
Wo sind die Büros überall tätig?
Antwort: Die neun Standorte befinden sich in Mittel- und Südosteuropa (Belgrad, Berlin, Budapest, Krakau, Ljubljana, Prag, Sarajevo, Sofia und Zagreb) und steuern von Wien aus die Zusammenarbeit mit diesen Städten sowie auch mit Bratislava.
Sind alle Mitarbeiter im Ausland?
Nein! Aktuell arbeiten in den Büros 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 26 davon in Wien. Also rund die Hälfte kennt die Internationalität des Unternehmens bestenfalls von Videokonferenzen. Dazu kommt eine großzügige Heimarbeits-Vereinbarung. Der Sprecher weiter: „Für alle gilt eine einheitliche Regelung. Telearbeit ist abhängig von den dienstlichen Erfordernissen möglich. Gleichzeitig sind mindestens 60 Prozent der Arbeitszeit in Präsenz zu leisten.“
Die WH International Services GmbH ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich im roten Beteiligungs-Dschungel teure Strukturen und fragwürdige Postenbesetzungen auf Kosten der Steuerzahler verfestigt haben.

FPÖ-Landtagsabgeordneter Andreas Bussek
Bild: FPÖ-Wien
Die internationalen Büros finanzieren sich selbst?
Wieder nein. Von der Holding heißt es: „Die Leistungen der Büros werden auf Grundlage eines Vertrags mit der Stadt erbracht. Im bisherigen Vertragsverhältnis betrug das jährliche Vertragsvolumen 7,9 Millionen Euro brutto.“ Der Wiener Gemeinderat hat aber nun für die Jahre 2027 bis 2031 eine jährliche Förderung von sieben Millionen Euro brutto beschlossen.
Millionen an Steuergeld für internationale Mitarbeiter im nationalen Wien, Kritik kommt von der FPÖ: „Wir fordern eine lückenlose Überprüfung und ein Ende dieser kostspieligen Versorgungsstrukturen.“
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