Der chinesische Technologiekonzern Huawei schreibt trotz westlicher Sanktionen Milliarden-Gewinne. Im Geschäftsjahr 2025 erhöhte das Unternehmen den Umsatz von umgerechnet rund 108,5 Milliarden auf etwa 111 Milliarden Euro und steigerte den Nettogewinn von knapp 7,9 Milliarden auf etwa 8,6 Milliarden Euro.
Auffällig sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die im vergangenen Jahr einen Rekordwert von rund 24,2 Milliarden Euro erreichten. Dies entspricht 21,8 Prozent des Gesamtumsatzes. Über die vergangenen zehn Jahre summieren sich die Investitionen in diesem Bereich auf 174 Milliarden Euro.
Sanktionen des Westens verhindern Erfolg nicht
Während Huawei in der Heimat floriert, zieht der Westen die Zügel so fest wie nie zuvor an. In Deutschland etwa müssen Mobilfunkbetreiber bis Ende 2026 alle Komponenten von Huawei und ZTE aus ihren 5G-Kernnetzen entfernen, während für die Systeme der Zugangs- und Transportnetze eine Frist bis 2029 gilt. Auf EU-Ebene dringt die Kommission mittlerweile auf ein verbindliches Verbot von Hochrisiko-Anbietern in allen Mitgliedstaaten.
Auch die USA haben ihre Beschränkungen mit der neuen „Cyber Strategy 2026“ auf Endkunden-Hardware wie Router und Drohnen ausgeweitet. Die Strategie der USA, Huawei von westlicher Technologie abzuschneiden, gilt angesichts aktueller Durchbrüche jedoch als gescheitert. Auf dem chinesischen Smartphonemarkt hat Huawei den US-Rivalen Apple wieder von der Spitzenposition verdrängt. Gleichzeitig wird der Kirin 9020 – Huaweis aktueller High-End-Prozessor – trotz strenger westlicher Embargos in China massenproduziert.
Konkurrenz bei KI-Chips und Software
Die Aufholjagd von Huawei betrifft aber nicht nur den Smartphonemarkt, sondern auch das lukrative Geschäft mit Anwendungen Künstlicher Intelligenz. Mit dem für 2026 angekündigten KI-Chip Ascend 950 positioniert sich Huawei dabei als ernsthafter Konkurrent zu Branchengrößen wie Nvidia im Bereich lokaler Rechenzentren.
Auch bei der Software emanzipiert sich das Unternehmen vollständig: Das hauseigene Betriebssystem HarmonyOS NEXT kommt mittlerweile gänzlich ohne Android-Basis oder Linux-Kern aus und etabliert sich als drittes großes, unabhängiges Ökosystem auf dem Markt. Ende 2025 liefen bereits über 36 Millionen Geräte auf den neuesten Versionen dieses Systems.
Boomendes Autogeschäft
Ein weiterer zentraler Wachstumsmotor ist Huaweis Geschäft mit „intelligenten Automobillösungen“. Über die Harmony Intelligent Mobility Alliance (HIMA) lieferte das Unternehmen im Jahr 2025 rund 589.100 Fahrzeuge aus, was einem signifikanten Wachstum von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Huawei dominiert dabei zunehmend das Premium- und Luxussegment. Modelle wie der AITO M9 mit einem Preis von umgerechnet rund 63.000 Euro oder der Luxuswagen MAEXTRO S800 für etwa 126.000 Euro erweisen sich in China als Verkaufsschlager.
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